Literaturhaus Frankfurt startet Projekt für Literatur in leichter Sprache

Gemeinsam mit dem Historischen Museum wollen die Initiatoren „Frankfurt, deine Geschichte“ barrierefrei vermitteln.

Literaturhaus Frankfurt: „Litteris Recuperata Libertate Civitas“ (Die Bürgerschaft [schenkt das Gebäude] der Wissenschaft nach der wiedererlangten Freiheit) (Foto: Literaturhaus Frankfurt)

Literaturhaus Frankfurt: „Litteris Recuperata Libertate Civitas“ (Die Bürgerschaft [schenkt das Gebäude] der Wissenschaft nach der wiedererlangten Freiheit) (Foto: Literaturhaus Frankfurt)

Kultur ohne Barrieren: Mit diesem Anspruch starten das Literaturhaus Frankfurt und das Historische Museum ein gemeinsames Literatur-Projekt. Das Literaturhaus beauftragt mehrere Autorinnen und Autoren, Geschichten in leicht verständlicher Sprache zu schreiben. Also in einer Sprache, die auch Menschen mit Lern- oder Leseschwierigkeiten und Menschen mit geringen Deutsch-Kenntnissen gut verstehen.

Die Texte können sich um Gegenstände drehen, die im Stadtbild oder Historischen Museum zu sehen sind oder in irgendeiner Weise für Frankfurt stehen: Funde aus der Stauferzeit, der Eiserne Steg, die Paulskirche…. „Frankfurt, deine Geschichte“ ist der programmatische Titel des Projekts – und natürlich klingt darin an: „Frankfurt, deine Geschichten“.

Wie aus einer Idee Realität wurde

Im Vorfeld hat auch das Netzwerk Inklusion Frankfurt eine wichtige Rolle gespielt: Frauke Ackfeld und Eva Keller sind im vergangenen Herbst mit der Idee, Literatur in Leichter Sprache unter den Frankfurtern bekannt zu machen, an das Literaturhaus herangetreten. Der Leiter des Literaturhauses, Hauke Hückstädt, und seine Mitarbeiter Lisa Schumacher sowie Benno von Lange waren von der ersten Begegnung an offen für diese Idee, die nun, nach mehreren Gesprächen, in das Projekt „Frankfurt, deine Geschichte“ mündete.

„Wir freuen uns sehr mit dem Literaturhaus Frankfurt – und für das Netzwerk Inklusion Frankfurt”, sagt Frauke Ackfeld. „Das Team vom Literaturhaus hat die Türen für uns weit geöffnet. Dass so schnell eine Finanzierung für das Literatur-Projekt möglich wurde, beflügelt uns! Wir werden das Literaturhaus bei seiner Arbeit in den nächsten Monaten gerne weiter unterstützen – und sind sehr auf die Texte der Autoren und die Veranstaltungen im Historischen Museum und im Literaturhaus gespannt.“

115.500 Euro vom Sozialministerium

Im Herbst sollen die leicht verständlichen Geschichten an öffentlichen Orten vorgelesen werden – auch im Historischen Museum, das gerade zu einem “inklusiven Museum” umgebaut wird, unter anderem durch räumliche Barrierefreiheit, durch taktile Hilfen, Orientierungssysteme, eine Museumtour-App für Menschen mit Hörbehinderung und Beschilderungen in Leichter Sprache.

Die Finanzierung des Literatur-Projekts leistet das Hessische Sozialministerium. Im Rahmen der Modellregion Inklusion fließen an das Historische Museum in diesem Jahr 37.500 Euro, im nächsten Jahr 60.000 Euro und 18.000 Euro im übernächsten Jahr, insgesamt also 115.500 Euro. Das Historische Museum und das Literaturhaus sollen auf diese Weise zu “Modellen” für andere kulturelle Einrichtungen in der Region werden – und zeigen, wie man Menschen für sich gewinnen kann, die bislang keinen Zugang zu Museen oder Literatur hatten.

(RP/PM)

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