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Madonna – Unsichtbares sichtbar machen

Ein Kunstprojekt von Naomi Lawrence und Barbara Stenzel mit allein erziehenden Müttern mit behinderten Kindern.

Ein ungewöhnliches Kunstprojekt: Madonna

Ein ungewöhnliches Kunstprojekt: Madonna

Am 5. Dezember eröffnet die Ausstellung „Madonna“ im Münchner Kulturzentrum Gasteig. Das Kunstprojekt von Naomi Lawrence und Barbara Stenzel mit allein erziehenden Müttern mit Kindern mit Behinderung macht diese Frauen erstmals öffentlich sichtbar.

Die Künstlerinnen

Zuerst gab es viele Diskussionen: Was haben wir mit der heiligen Madonna zu tun? Doch dann war klar, Naomi Lawrences Idee fesselte die allein erziehenden Frauen, die sich regelmäßig bei allfabeta treffen. Sie griffen zu Pinsel und Farbe. Und all der Frust, die Trauer, die Ängste, Sorgen und Kraftlosigkeit, aber auch die Sehnsucht und die Liebe bahnten sich ihren Weg auf die Leinwand. Der Alltag der Mütter mit Kindern mit Behinderung „rieb sich“ an der christlichen Ikone aufopfernder Mutterschaft und dem außergewöhnlichen Kind. Jede malte IHR Bild. – Die Künstlerinnen.

Die Heldinnen

Mit müden Augen, aber mit aufrechtem Kopf und festem Blick schaut uns eine „moderne Madonna“ in Lebensgröße an. Auf ihrem Schoß sitzt ihre bereits erwachsene, behinderte Tochter und überragt sie um Kopfeslänge. Ein Hintergrund aus warmem, dunklem Rot hüllt sie ein. Dies ist eines der inszenierten Madonnen-Portraits der Fotokünstlerin Barbara Stenzel, die jeder der teilnehmenden Frauen ein fotografisches „Denkmal“ gesetzt hat. Eine der ältesten Frauendarstellungen, das Madonnenbild, dient als Folie für diese Inszenierungen. – Die Heldinnen.

Die Biografinnen

Und dann kommen sie selbst zu Wort in biografischen Texten und einer Hörstation. Die dritte Ebene. Sie erzählen von ihrem Leben, wie alles kam, wie schwierig eine eindeutige Diagnose sein kann, wie sich gut gemeinte Kommentare anfühlen, wie die Geburt des besonderen Kindes das Leben umkrempelte, wie Freunde verloren gingen und es lange dauerte, bis neue kamen, wie der Mann sich verabschiedete, die eigene Familie half oder sich erschreckt zurückzog, wie Beruf und Haushalt mit der Pflege und Betreuung eines Kindes mit Behinderung, noch dazu in alleiniger Verantwortung, überhaupt zu schaffen ist. – Die Biografinnen.

Von Kontakt_Netz allfabeta ermöglicht

Aus diesen drei Komponenten setzt sich die Ausstellung „Madonna“ zusammen. Das Kunstprojekt wurde ermöglicht durch das 2007 gegründete Kontakt_Netz allfabeta für allein erziehende Frauen mit Kindern mit Behinderung. Die deutschlandweit einzigartige Fachstelle gehört zum Verein für Frauenprojekte siaf e.V. Die Ausstellung ist bis 14. Januar in München zu sehen und soll danach weiter wandern.

„Madonna“, Kulturzentrum Gasteig München, 6.12.2013 – 14.1.2014, 8-23 Uhr

(PM)

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