Malaria, Flussblindheit und Lymphathische Filariose

ROLLINGPLANET erklärt die drei Parasiten-Krankheiten, deren Wirkstoff-Entwickler mit dem diesjährigen Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet werden.

Vernarbtes Auge: Weltweit sind 120 Millionen Menschen von der Flussblindheit bedroht (Foto: CBM)

Vernarbtes Auge: Weltweit sind 120 Millionen Menschen von der Flussblindheit bedroht (Foto: CBM)

Für schlagkräftige neue Wirkstoffe gegen Parasiten-Krankheiten erhalten die drei Forscher Youyou Tu aus China, William Campbell aus Irland und Satoshi Omura aus Japan in diesem Jahr den Medizin-Nobelpreis (ROLLINGPLANET berichtete: Viel besser als You Tube: Nobelpreise gegen die Armut). Um diese drei Parasiten-Krankheiten handelt es sich:

Malaria

Die lebensbedrohliche Infektionskrankheit Malaria wird durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen. Nach neuesten Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom September gab es in diesem Jahr schon mehr als 200 Millionen Neuerkrankungen, etwa 440.000 Menschen starben daran. Die meisten Opfer sind Kinder in Afrika. Malaria kann geheilt werden, viele Erkrankte sterben aber wegen mangelnder medizinischer Versorgung. Eine flächendeckende Impfung gibt es bislang nicht.

Flussblindheit

Die auch Onchozerkose genannte Krankheit wird durch Kriebelmücken übertragen. Betroffen sind vor allem Bewohner von Flussgebieten im tropischen Afrika. Die Mücken geben Fadenwürmer (Onchocerca volvulus) weiter, die im Körper heranwachsen und über Jahre winzige Larven streuen, sogenannte Mikrofilarien. Diese wandern in die Haut und in das Augengewebe. Infizierte können in der Folge erblinden. Nach WHO-Angaben wird geschätzt, dass es weltweit rund eine halbe Million blinde Menschen als Folge der Flussblindheit gibt.

Lympathische Filariose

Die Tropenkrankheit wird durch winzige Fadenwürmer verursacht, die durch einen Mückenstich in den Körper gelangen. Die Infektion kann zu starken Schwellungen der Extremitäten führen, der sogenannten Elephantiasis. Oft sind auch die Genitalien betroffen. Weltweit sind nach WHO-Angaben mehr als 120 Millionen Menschen infiziert. Rund 40 Millionen haben entstellende Behinderungen und leiden unter Ausgrenzung und finanziellen Nachteilen. Die Lymphatische Filariose wird in den allermeisten Fällen von Wuchereria bancrofti ausgelöst. Der Erreger kommt im tropischen Afrika und in weiten Teilen des tropischen Asiens vor.

(dpa)

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