ManpowerGroup empfiehlt: Stellen Sie Menschen mit Behinderung ein!

Für einen der weltweit größten Personaldienstleister ist dies Teil einer nachhaltigen Unternehmensstrategie.

(Foto: Shutterstock)

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Personalverantwortlichen und Human-Resource-Profis (HR) stehen turbulente Zeiten bevor. Demografie, Digitalisierung und Industrie 4.0, Wertewandel sowie eine grenzenlose Mobilität wälzen die Arbeitswelt um. Nach Einschätzung der ManpowerGroup Deutschland hapert es aktuell in jedem zweiten Unternehmen in Deutschland an einer nachhaltigen Personalstrategie: „Damit fehlt die Basis, um sich adäquat auf die Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten.“

Den Unternehmen steht laut ManpowerGroup, einem der weltweit größten Personaldienstleister, nicht weniger als eine Revolution im HR-Management bevor. Durch Digitalisierung und Industrie 4.0 entstünden komplett neue Berufe, beispielsweise Roboterberater, Tele-Chirurg und Verkehrsanalyst. Gleichzeitig verschwinden Routinejobs und Sachbearbeitertätigkeiten. Darüber hinaus würden künftig Menschen zusammenarbeiten, die sich in puncto Alter, Herkunft und Vorkenntnissen deutlicher unterscheiden als heute. Sie werden zudem nicht immer im selben Büro oder derselben Fabrik arbeiten. Dazu kommt ein erkennbarer Wertewandel in der Gesellschaft. 89 Prozent der Beschäftigten in Deutschland wollen für Unternehmen arbeiten, die ethisch und korrekt handeln. Für 65 Prozent zählt der menschliche Faktor bei der Arbeit, nicht das Gehalt.

Vielen Unternehmen fehle für die Arbeitswelt der Zukunft ein nachhaltiges HR-Konzept. Insbesondere klassischen Branchen wie der Industrie bereitet der Wandel Kopfzerbrechen. Selbst namhafte Betriebe verlieren kluge Köpfe an junge Start-ups. Diese neuen Firmen stellen sich als „Caring Companies“ dar. Das sind meist junge dynamische Unternehmen ohne verkrustete Strukturen. Sie überzeugen Talente mit einem guten Arbeitsklima, Freiraum, Wertschätzung und flexiblen Arbeitszeiten anstatt mit hohen Gehältern und Aussichten auf eine steile Karriere.

Gezielt Arbeitnehmer mit Behinderung ansprechen

„Um auf die Herausforderungen zu reagieren, fehlt vielen Unternehmen der nötige Umbau zu einer nachhaltigen Personalstrategie. Die HR-Verantwortlichen der Zukunft sind mehr Change-Management-Experte und Personalentwickler als Serviceabteilung“, sagt Herwarth Brune, Chef des Workforce Solutions Anbieters ManpowerGroup Deutschland. Der HR-Manager von morgen werde zudem zum professionellen Datensammler und -analysten und einen stärkeren Fokus auf bislang wenig genutzte Nischen im Recruiting legen. Dazu gehört auch das Recruiting stärker zu internationalisieren und qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Sowie die gezielte Ansprache von Studienabbrechern und Quereinsteigern, Älterer und Arbeitnehmer mit Behinderung. Geringqualifizierte Kandidaten werden über gezielte Weiterbildungen und Sprachtrainings in qualifizierte Jobprofile gebracht.

„Unternehmen die agil und flexibel sind – die immer mal Neues wagen, Veränderungen erkennen, Handlungsbedarfe anerkennen, und Initiative zeigen – haben die besten Chancen, diese Herausforderungen nicht nur zu bestehen, sondern sie auch zu ihrem Vorteil zu nutzen“, sagt Dr. Frank-J. Weise, Vorsitzender des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Fünf-Punkte-Plan für die HR-Agenda 2016

Die ManpowerGroup Deutschland präsentiert einen sogenanten „Fünf-Punkte-Plan für die HR-Agenda 2016“, der zwar im typischen HR-Sprech gehalten ist, den ROLLINGPLANET aber trotzdem gerne veröffentlicht, weil wir uns insbesondere in Punkt 3 wiederfinden.

1. HR-Arbeit professionalisieren
Unternehmen mit einer nachhaltigen Personalstrategie wissen, welche Mitarbeiter sie jetzt und künftig brauchen und welche Fähigkeiten sie mitbringen müssen. Künftige HR-Manager erkennen zudem durch Big-Data-Analyse bereits frühzeitig, wann ihre Mitarbeiter kündigen und steuern rechtzeitig gegen.

2. Wertewandel verinnerlichen
Die jungen Berufstätigen der Generation Y ticken anders als die Babyboomer. Sie wechseln häufiger den Job und entscheiden sich nicht zwingend für das Unternehmen, welches das höchste Gehalt bietet. Zudem ist der Kunde nicht mehr wichtiger als der Mitarbeiter. Im Human Age sind Wertschätzung und ein harmonisches Miteinander die entscheidenden Faktoren, um Talente zu gewinnen und zu halten. Angebote wie Kinderbetreuung, Sabbaticals, Gesundheitsförderung und CSR-Initiativen des Unternehmens werden immer wichtiger.

3. Unterschätzte Ressourcen aktivieren
Rund zwölf Prozent der erwerbstätigen Frauen möchten ihre Arbeitszeit ausdehnen. Potenzial besteht zudem bei der Integration über 55Jähriger und von Menschen mit Behinderung. Dafür braucht es individuelle Konzepte, wie mehr Gleitzeit, Homeoffice, Jobsharing- und Crowdsourcing-Modelle sowie Investitionen in Inklusionsprojekte.

4. Recruiting digitalisieren
Im Arbeitsmarkt der Zukunft genügt es nicht mehr, Stellenanzeigen zu schalten. Bereits jeder sechste Jobsuchende ist auf Karrierenetzwerken wie Xing oder LinkedIn aktiv. Auf Facebook schaut sich fast jeder zehnte Wechselwillige nach neuen Arbeitgebern um. Doch erst jedes zweite deutsche Unternehmen betreibt aktiv Social Media Recruiting.

5. In systematische Qualifizierung investieren
Fort und Weiterbildung in Unternehmen sind im Vergleich zu Schule und Ausbildung vielfach nicht strukturiert. Durch eine gezieltere Personalentwicklung ließe sich der Anteil der Geringqualifizierten um zehn bis 20 Prozent senken. Vorreiter im Talentmanagement erkennen zudem Führungskräfte in den eigenen Reihen und fördern bei den Chefs von morgen Digitalkompetenz und einen kollaborativen Arbeitsstil.

(RP/PM)

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2 Kommentare

  • Wolf Er

    na klaro – damit auch an denen noch was verdiehnt wird .. 🙂

    1. November 2015 at 21:44
  • Stigmaman

    Wenn wir wollen, dass die Fähigkeiten von Behinderten auch am Arbeitsmarkt berücksichtigt werden und sie deshalb zunehmend auf dem 1. Arbeitsmarkt ankommen, dürfen wir uns nicht gleichzeitig darüber beschweren, dass Firmen wie Manpower Geld damit verdienen wollen. Das ist Unsinn, denn das gehört dazu. Wenn eine Firma wie Manpower die Einstellung von Schwerbehinderten propagiert, hat das bestenfalls und zunächst mal eine Wirkung positiver Art für Menschen mit Behinderung, die arbeiten wollen. Und darüber sollten wir froh sein.

    3. November 2015 at 11:51

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