Maria Langstroff: Es läuft „auf das Äußerste“ hinaus

Am Dienstag fand in der Philipps-Universität Marburg im Rahmen des Seminars „Leben mit Behinderungen. Analyse autobiografischer Texte“ von Prof. Dr. Heike Schnoor die erste öffentliche Lesung mit Maria Langstroff statt.

Impressionen von Maria Langstroffs Lesung in Marburg…

Hier nicht zu sehen: Rund 150 Zuhörer kamen zu der Veranstaltung.

Maria Langstroff liest aus ihrem Buch „Mundtot!?“ (Alle Fotos: Pressestelle der PUM/Susanne Igler)

Seit mehr als einem Jahr lebt Maria Langstroff in einem Pflegeheim in Gießen. Weil ihr Körper auf helles Licht mit einer Art epileptischem Anfall reagiert, muss ihr Zimmer abgedunkelt sein. Die 25-Jährige ist aufgrund einer unbekannten Muskekrankheit fast vollständig gelähmt und hat nicht mehr lange zu leben. (Interview: Maria Langstroff: Eine Anklage über den Umgang mit Behinderten in Deutschland)

Im Mai erschien ihr Buch „Mundtot!? Wie ich lernte, meine Stimme zu erheben – eine sterbenskranke junge Frau erzählt“ (256 Seiten, Schwarzkopf & Schwarzkopf, ISBN-10: 3862651541, ISBN-13: 978-3862651542, EUR 9,95). Es ist kurz nach dem Erscheinen auf Platz 15 der Taschenbuch-Bestsellerliste von „Spiegel Online“ eingestiegen. Die unheilbar erkrankte Autorin ist dankbar und glücklich, dies noch erleben zu dürfen. Seit 2006 ist Maria Langstroff auf den Rollstuhl angewiesen und aufgrund der fortschreitenden Krankheit inzwischen rund um die Uhr pflegebedürftig.

„Ich bin seit über zwei Jahren bettlägerig, nur meinen Kopf kann ich noch heben. In den letzten Monaten ist es immer schlechter geworden – ich weiß, dass meine Krankheit auf das Äußerste hinausläuft“, sagt Langstroff.

Trotzdem hat sie die Hochschule nicht abgebrochen: Seit acht Semestern studiert sie an der Philipps-Universität in Marburg im Lehramtsstudiengang Anglistik, Germanistik und Pädagogik sowie zusätzlich im Fernstudium Psychologie. Dabei kann sie schon lange keine Vorlesungen mehr besuchen und ist auf besondere Prüfungsformen angewiesen. Am Dienstag gab sie auf Einladung der Professorin Dr. Heike Schnoor ihre erste öffentliche Lesung.

Spiegel Online berichtet: „Eine Frau im Rollstuhl fragt, warum Langstroff immer noch eingeschrieben ist an der Uni, wie sie all das schafft, warum sie nicht aufgibt. ‚Es ist ein Traum, um mich an meinem Leben festzuhalten‘, sagt Langstroff.“ Ausführlicher Bericht bei SPON

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