Markus Rehm will Olympia-Traum nicht aufgeben

Notfalls will er bei den Olympischen Spielen außerhalb der Wertung starten, um dem „leider negativ behafteten Begriff Behinderung eine neue Wertung zu geben“.

Markus Rehm beim Sport-Business-Kongress SpoBiS in Düsseldorf.  (Foto: SpoBiS/SPONSORs / picture alliance)

Markus Rehm beim Sport-Business-Kongress SpoBiS in Düsseldorf. (Foto: SpoBiS/SPONSORs / picture alliance)

Markus Rehm kämpft weiter um eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio. „Ein persönliches Gespräch mit Sebastian Coe (Präsident des Internationalen Leichathletikverbands IAAF; Anm. d. Red.) gab es leider noch nicht. Wir haben eine Antwort bekommen, dass es derzeit ein wenig schwierig ist und es noch ein bisschen dauern wird. Ich glaube, er hat derzeit einiges zu tun – rund um die Skandale, mit denen die IAAF derzeit zu kämpfen hat“, sagte Weitspringer Markus Rehm beim Sport-Business-Kongress SpoBiS 2016 in Düsseldorf. Gemeinsam mit Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), hatte Rehm schon im vorigen Jahr einen Brief an den Engländer Coe geschrieben und darin ein
persönliches Gespräch angeregt. (siehe ROLLINGPLANET-Bericht: Kein (Wahn)witz: Paralympicssieger Rehm geht unter die Briefschreiber).

Die IAAF fordert von Rehm einen Beweis dafür, dass seine eingesetzte Prothese ihm keinen Vorteil bietet. Ein kostspieliges Unterfangen, das für einen Athleten wie Rehm kaum zu stemmen ist. „Wir werden jetzt nochmals einen Brief aufsetzen und ihn bitten, uns in den nächsten Wochen zu antworten. Damit wir auch genügend Vorlaufzeit haben, wenn schon gefordert wird, ein Gutachten zu erbringen. Und wir somit auch die Möglichkeit haben, diese Forderung zu erreichen. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen auf eine Lösung kommen, mit der wir arbeiten können“, so Rehm.

„Mir geht es nicht um Medaillen“

Rehm bezeichnet eine mögliche Teilnahme an den Olympischen Spielen mit ihren „unglaubliche Reichweiten“ als „sehr große Chance“. Nicht nur für sich persönlich, sondern „auch für den paralympischen Sport, sich auf einer solch großen Plattform präsentieren zu können und gemeinsam unsere Werte und Botschaften nach draußen zu tragen“. Es gehe auch darum, dem „leider negativ behafteten Begriff Behinderung eine neue Wertung zu geben“. Und weiter sagte der Weitspringer: „Ich wehre mich dagegen, dass man darin so große Probleme sieht. Ich sehe darin eher eine Chance.“

Um diesen Chance auch nutzen zu können, würde Rehm bei den Olympischen Spielen auch außerhalb der Wertung starten. „Mir geht es überhaupt nicht darum, Medaillen zu gewinnen, sondern vielmehr die paralympische Botschaft nach außen zu tragen. Das ist das große Ziel. Ich bin paralympischer Athlet, das wird sich nicht ändern und das ist gut so. Ich kann meine Medaillen auch bei den Paralympics gewinnen.“

(RP/PM)

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