Martina Willing gewinnt bei Para-WM Gold im Speerwerfen

Die deutschen Leichtathleten sind bei den Weltmeisterschaften in Katar weiter auf Erfolgskurs.

Martina Willing setzte sich deutlich gegen die Konkurrenz durch. (Archivfoto: dpa)

Martina Willing setzte sich deutlich gegen die Konkurrenz durch. (Archivfoto: dpa)

Die deutschen Leichtathleten haben bei den Weltmeisterschaften der Behindertensportler in Katar ihre Erfolgsserie fortgesetzt. Martina Willing holte sich am Donnerstag den Titel im Speerwerfen und sicherte dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) die siebte Goldmedaille.

Die 56-jährige Cottbuserin setzte sich deutlich mit 22,44 Metern gegen die Konkurrenz durch. Marie Hawkeswood landete mit 17,10 Metern auf Rang fünf. Die gebürtige Britin hatte zuvor bereits Silber mit der Kugel und Bronze mit dem Diskus gewonnen.

Jeder der sechs Würfe von Willing flog über die 20-Meter-Marke und war weiter als die Versuche der Konkurrentinnen. „Ich habe mit Gold geliebäugelt, doch bei einer Weltmeisterschaft kann man nie davon ausgehen, dass der Wunsch auch in Erfüllung geht“, sagte Willing und ergänzte: „Ich denke, dass ich mir den Titel aufgrund meiner harten und guten Arbeit auch verdient habe und freue mich umso mehr. “

Willing, die mit 21 Jahren vollständig erblindete, stürzte bei den Winter-Paralympics 1994 in Lillehammer im Skilanglauf. Bei der anschließenden Knie-Operation führte eine durch die Betäubungsspritze ausgelöste Blutung im Rückenmark zu einer Querschnittslähmung.

Streng verpasst knapp Bronze

Neben Willing holten in Doha bereits Marianne Buggenhagen (Kugel und Diskus), Markus Rehm und Vanessa Low jeweils mit Weltrekord im Weitsprung, David Behre über 400 Meter und Sebastian Dietz mit der Kugel Gold.

Frances Herrmann vom LC Cottbus konnte sich im Speerwerfen über Bronze und die Saisonbestleistung von 16,82 Metern freuen. WM-Debütant Felix Streng verpasste über die 100 Meter Bronze hingegen in 11,16 Sekunden um 14 Hundertstelsekunden. Weltmeister mit neuem Weltrekord von 10,61 Sekunden wurde der US-Amerikaner Richard Browne vor dem Südafrikaner Arnu Fourie (10,93) und dem Brasilianer Alan Fonteles Oliveira (11,02). David Behre scheiterte dagegen zwei Tage nach seinem Triumph-Lauf über 400 Meter bereits im Vorlauf. Der 29-jährige Leverkusener verpasste über die ungeliebte Sprintdistanz den Finaleinzug als Vorlauf-Neunter knapp.

Juliane Mogge verpasste im Kugelstoßen als Vierte mit 8,26 Metern Rang drei um 36 Zentimeter. Mathias Schulze aus Leipzig wurde im Kugelstoßen Sechster (14,04 Meter). Katrin Müller-Rottgardt schaffte als Fünfte im Weitsprung mit 5,02 Metern Saisonbestleistung. Thomas Ulbricht lief über die 200 Meter (22,83) auf Rang vier und Isabelle Förder auf Position sieben (31,51 Sekunden).

(dpa )

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