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Mask-Bot: Roboter bekommt menschliches Antlitz

Münchner Roboterforscher haben mit ihren japanischen Kollegen einem Roboter einen humanen Anstrich gegeben. Mit einem Beamer projizieren sie das dreidimensionale Bild eines Gesichts von hinten in eine Kunststoffmaske. „Mask-Bot wird die Art und Weise prägen, wie wir Menschen in Zukunft mit Robotern kommunizieren“, sagt Gordon Cheng.

München (pte) – Gordon Cheng ist der Leiter des Teams vom Institut für Kognitive Systeme der TU München, das an dieser Entwicklung arbeitet.

Sprache und Mimik werden von einem Computer gesteuert. „Mask-Bot“ heißt der Kunststoffkopf. Nach der Vision der Forscher könnte dieser Roboter als Ersatz für Gesprächspartner bei einer Videokonferenz fungieren. „Das langfristige Ziel ist es, Serviceroboter zu entwickeln“, sagt Institutssprecherin Wibke Borngesser. Die heutigen Roboter seien aber noch weit entfernt von dem, was uns die Science-Fiction-Filme weis machen wollten.

Den Experten nach werden noch Jahrzehnte vergehen, bis Roboter so fingerfertig wie in den Filmen sind. Vergleichbare Systeme projizierten Gesichter bislang wie im Kino von vorne. Mit Mask-Bot ist es möglich, alle Komponenten für das Gesicht in einem Roboter-Kopf von außen unsichtbar unterzubringen. Ein starker, kleiner Beamer sowie eine Leuchtschicht-Imprägnierung auf der Innenseite der Kunststoffmaske verhelfen Mask-Bot obendrein zu Leuchtkraft. So ist die Kommunikation mit der Mensch-Maschine auch bei Tageslicht möglich.

Roboter kann nicht antworten

„Mask-Bot kann das bislang übliche Monitorbild einer Person durch eine echte Nachbildung ersetzen, die mit am Tisch sitzt und genauso aussieht und spricht“, sagt der Forscher Takaaki Kuratate. Ein neues Programm sorgt dafür, dass dem Computer ein zweidimensionales Foto ausreicht, um es richtig proportioniert in eine Projektion für eine dreidimensionale Maske umzuwandeln. Für das Mienenspiel hat Kuratate die „Talking Head Animation Engine“ entwickelt.

Zunächst sammelt ein spezielles Kamerasystem zahlreiche Informationen über das Mienenspiel menschlicher Probanden. Daraus filtert und abstrahiert ein Computer jene Gesichtsausdrücke, die zu einem bestimmten Laut passen, wenn er gesprochen wird. Der Roboter kann bereits realistisch nachsprechen, was ihm über eine Tastatur eingetippt wird. Englisch, Japanisch und bald auch Deutsch – nur kann Mask-Bot nur auf fest programmierten Bahnen antworten.

Foto (tum.de): Mask-Bot im Test: Prejektion wirkt äußerst realitätsnah

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