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MDR mit deutlich mehr barrierefreien Fernsehsendungen

Intendantin Karola Wille zieht eine positive Bilanz des bisher Erreichten.

MDR-Intendantin Karola Wille (Foto: Michael Reichel dpa/lth)

MDR-Intendantin Karola Wille (Foto: Michael Reichel dpa/lth)

Es muss ja kein Rollifahrer an der Spitze stehen, damit es mit der Barrierefreiheit vorangeht: Der Mitteldeutsche Rundfunk ist dem Ziel, seine Angebote weitestgehend barrierefrei für Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen anzubieten, eigenen Angaben zufolge im Jahr 2013 deutlich schneller näher gekommen als ursprünglich geplant. In der Sitzung des MDR-Rundfunkrates am Montag, 9. Dezember 2013, in Leipzig zog Intendantin Karola Wille – seit Oktober 2011 die Nachfolgerin von Rollstuhlfahrer Udo Reiter – eine Bilanz des bisher Erreichten.

Im zu Ende gehenden Jahr konnte laut einer Mitteilung des MDR durch den Aufbau eigener Untertitelkapazitäten das Ziel, einen Untertitelungsgrad von 40 Prozent aller Fernsehsendungen zu erreichen, mit zur Zeit 55 Prozent bereits übertroffen werden. Auch mit dem Beginn der Programmverbreitung in hochauflösender HD-Technik soll die Umstellung auf weitgehende Untertitelung nahtlos vorangetrieben werden. Die Sendung MDR UM ELF wird im Livestream im Internet für Hörbehinderte von Gebärdendolmetschern übersetzt. Auch das Ziel, neue Fernsehproduktionen für Sehbehinderte zunehmend mit einer beschreibenden Tonspur zu versehen (Audiodeskription), sei erreicht worden. Die Anzahl solcher Angebote sei im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt worden.

„Weitestgehende Barrierefreiheit gehört zur Angebotsstrategie des Senders“, erklärt der Sender. Bis 2017 werde der MDR stufenweise über 80 Prozent seines Fernsehprogramms mit Untertiteln ausstrahlen, der Anteil der Sendungen mit Audiodeskription werde weiter erhöht. Die Internet-Angebote des MDR werden regelmäßig auf die Erfüllung der Anforderungen der „Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung“ (BITV) der Bundesregierung überprüft.

Neue E-Mail-Adresse

Der MDR hat regelmäßige Treffen mit den Behindertenverbänden aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eingerichtet, um die Betroffenen beim weiteren barrierefreien Ausbau seiner Angebote einzubeziehen und weiterführende Anregungen der Betroffenen aufzunehmen. Zu den Anregungen aus diesen Treffen gehört auch die Einrichtung einer zentralen E-Mail-Adresse [email protected], an die Zuschauer schreiben können.

Die Seite Barrierefreiheit auf www.mdr.de wurde überarbeitet und bietet nun übersichtlich Informationen zu den Angeboten und Services des MDR an. Dazu gehört die Darstellung der Produktion von Untertiteln, Audiodeskription und Gebärde ebenso wie Hinweise auf Filme und Sendungen, die mit diesen Zusatzangeboten ausgestrahlt werden. In Planung ist darüber hinaus die Erstellung einer MDR-Informationsbroschüre über seine barrierefreien Angebote.

(PM)

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