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Medienpreis Bobby 2013 geht an Tatort Münster und ChrisTine Urspruch

Als kleinwüchsige Gerichtsmedizinerin Silke Haller plappert sie mit ihrem Chef Boerne/Liefers politisch unkorrekt, aber mit Humor. Gut so.

Zehn Jahre „Tatort Münster“: Christine Urspruch als Gerichtsmedizinerin Silke Haller (Spitzname: Alberich) und Josef Liefers als ihr Chef Karl-Friedrich Boerne in der Jubiläumssendung „Das Wunder von Wolbeck“, ausgestrahlt im November 2012 (Foto: SWR)

Zehn Jahre „Tatort Münster“: Christine Urspruch als Gerichtsmedizinerin Silke Haller (Spitzname: Alberich) und Josef Liefers als ihr Chef Karl-Friedrich Boerne in der Jubiläumssendung „Das Wunder von Wolbeck“, ausgestrahlt im November 2012 (Foto: SWR)

Den Medienpreis „Bobby“ der Bundesvereinigung Lebenshilfe erhält in diesem Jahr das Team des „Tatort Münster“ mit der 1,32 Meter großen Schauspielerin ChrisTine Urspruch (42, verheiratet mit dem Theaterschauspieler Tobias Materna, eine Tochter). Ausgezeichnet wird der humorvolle Umgang des Krimi-Formats mit einem vermeintlichen Defizit.

In der Begründung heißt es: „Nicht zuletzt die pointierten und politisch unkorrekten Wortwechsel zwischen der kleinwüchsigen Gerichtsmedizinerin Silke Haller und ihrem Chef, Professor Karl-Friedrich Boerne (gespielt von Jan Josef Liefers), tragen zum Erfolg der Krimi-Reihe bei, die seit 2002 vom WDR produziert wird. Behinderung und das Abweichen von der DIN-Norm werden nicht als ,Leidensthema‘ wahrgenommen, sondern als Besonderheit, die Positives und Humor bergen kann.“

Eigenwilliges Hauptfigurentrio

Das zeige insbesondere das eigenwillige Hauptfigurentrio mit den Schauspielern ChrisTine Urspruch, Jan Josef Liefers und Axel Prahl (als Kommissar Frank Thiel) seit mehr als 20 Tatort-Münster-Folgen.

O-Ton ChrisTine Urspruch, die als Zeichen ihres spielerischen Umgangs mit dem Thema „Groß und Klein“ das T in ihrem Vornamen immer groß schreibt: „Es kommt nicht darauf an, wie groß jemand ist. Ob jemand der allgemeinen Norm entspricht oder einen Grad der Behinderung erfüllt. Es kommt darauf an, was man daraus macht. Ob man bereit für Purzelbäume ist.“

„Das ist im besten Sinne auch die Haltung der Lebenshilfe“, sagt die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt. „Wie Silke Haller dem überspitzten Dünkel und der politischen Unkorrektheit ihres Chefs, Prof. Boerne, entspannt und mit Witz begegnet, steht für etwas, das sich in der Gesellschaft endlich positiv verändert: Menschen, die ,anders‘ sind, wollen nicht das Ziel von Mitleid oder Fürsorge sein, sondern sind selbstbewusst und in vielen Bereichen leistungsfähig“.

Das goutieren auch die Zuschauer – so schrieb der „stern“ über Urspruch & Liefers: „Das beliebteste Fernsehduo Deutschlands.“

Zum 14. Mal verliehen

Mit dem BOBBY, benannt nach Bobby Brederlow, einem Schauspieler mit Down-Syndrom, würdigt die Lebenshilfe seit 1999 vorbildliches Engagement für Menschen mit Behinderung, das geeignet ist, aufzuklären und Vorurteile abzubauen.

Der Lebenshilfe-Preis wird zum 14. Mal verliehen; er ist nicht mit einem Preisgeld verbunden. Bisher wurden mit der Bobby Brederlow nachempfundenen Bronze-Skulptur unter anderen Günther Jauch, Alfred Biolek, Guildo Horn und Willi Lemke ausgezeichnet. Unterstützt wird der Medienpreis der Lebenshilfe auch in diesem Jahr von der Versicherung im Raum der Kirchen: Bruderhilfe-Pax-Familienfürsorge.

Der diesjährige Preis wird im November in Köln verliehen.

(PM)

Kultur & Medien
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1 Kommentar

  • Andrea

    Herzlichen Glückwunsch. Das hat sich das Team wirklich verdient mit dieser selbstverständlichen und humorvollen Art mit einer Behinderung umzugehen, die einem gerade deshalb gar nicht als solche erscheint. Ich freue mich schon auf den nächsten Münsteraner Tatort. 😉

    1. Juni 2013 at 15:03

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