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Mediziner fordern für Rheuma-Kinder schnellere Hilfe durch Medikamente

Jungen Menschen kann heute viel besser geholfen werden als früher. Aber der Einsatz der neuen Mittel ist für Ärzte problematisch.

Viele Rheumamittel sind für Kinder nicht zugelassen (Symbolfoto: Melling liudmila/pixelio.de)

Viele Rheumamittel sind für Kinder nicht zugelassen (Symbolfoto: Melling liudmila/pixelio.de)

Viele Kinder mit Rheuma benötigen nach Ansicht von Experten dringend Medikamente, die für ihre spezielle Erkrankung gar nicht zugelassen sind.

Dieser sogenannte Off-Label-Gebrauch sei aber oft sehr schwierig umzusetzen, denn die Krankenkassen könnten von den Ärzten dann eine Rückzahlung einfordern, betonten Experten. Etwa die Hälfte der Rheuma-Mittel sei für Kinder nicht zugelassen, schätzt Hanns-Jochen Lorenz von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

Forderung an die Kassen

„Besonders eklatant ist die Situation von Kindern und Jugendlichen mit rheumatischen Augenerkrankungen“, sagte der Professor. Den Kindern drohe die Erblindung, aber es sei für sie kein einziges immunsuppressives Medikament zugelassen.

Kassen sollten den Off-Label-Einsatz deshalb großzügiger handhaben. Derzeit werde beispielsweise ein zugelassenes, teures Antikörper-Medikament verschrieben. „Aber seine Wirkung schwächt sich ab, wenn es nicht mit einem Off-Label-Medikament kombiniert wird.“

Sport kein Tabu

Als Erfolg der modernen, vom Schmerz befreienden Therapien bewerten die Experten, dass Sport für Kinder mit Rheuma kein Tabu mehr sein muss. Etwa 20.000 Kinder in Deutschland leben mit Juveniler Idiopathischer Arthritis (JIA).

„Um bleibende Gelenkschäden zu verhindern, haben Ärzte ihnen früher meist davon abgeraten, sich sportlich zu betätigen“, sagte Kongresspräsident Jürgen Grulich-Henn. Neuen Daten zufolge könne Sport die Krankheitsaktivität jedoch sogar reduzieren – und auch die Lebensqualität der Kinder werde besser.

(dpa)

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1 Kommentar

  • Jutta Scheiderbauer

    Zur Situation von Kindern mit Rheumatoider Arthritis bzw. etwaigen Schwierigkeiten mit der Kostenerstattung im Off-Label-Gebrauch von Medikamenten kann ich nichts sagen, aber zumindest in der Pädiatrischen Onkologie ist es mir nicht bekannt, dass die notwendigen Medikamente nicht erstattet würden, wenn der Hersteller die Zulassung für Kinder nciht beantragt hat. Auch die Kostenerstattung bei MS-Medikamenten für Kinder funktioniert, soweit ich weiß. Kennen Sie denn ein Beispiel, wo es Schwierigkeiten gibt, hat der zitierte Professor denn Beispielle genannt, oider geht man hier der Pharmalobby auf den Leim?

    7. Oktober 2013 at 14:24

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