Medizinischer Durchbruch: Fernsteuerung durch Gedanken

Kappe mit Elektroden

Ein gelähmter Rollstuhlfahrer steuert einen speziell entwickelten Rollstuhl – nur mit der Kraft seiner Gedanken. Experten nennen die Technologie Neuroprothesen.

Schweizer Forschern ist ein medizinischer Durchbruch gelungen: Ein gelähmter Mensch sitzt in Sitten im Wallis, auf dem Kopf eine Kappe mit Elektroden, und steuert einen Apparat auf Rädern im 133 Kilometer entfernten Lausanne durch mehrere Räume – nur mit der Kraft seiner Gedanken (siehe Video unten).

„Es ermüdet einen“

An der Eidgenössischen Technischen Hochschule von Lausanne (École polytechnique fédérale de Lausanne, EPFL) hat man damit bewiesen, dass eine solche Steuerung auch über große Entfernungen hinweg möglich ist. „Es ermüdet einen“, sagt Jean-Marc Duc, die Versuchsperson: „Man muss sich konzentrieren, man muss den Kopf freibekommen.“

Bei vorangegangen Versuchen wurde zum Beispiel ein virtueller Gegenstand bewegt, wenn man mit den Füßen trommelte. Danach ging es genauso gut, wenn man sich das Füßetrommeln nur vorstellte.

Ähnlich wie der jetzige Versuch funktioniert ein hier entwickelter Rollstuhl: Auch ihn kann man über elektrische Impulse durch das Gehirn steuern.

Alle diese so genannten Neuroprothesen stecken aber noch in der Entwicklung. Die Forscher in Lausanne um José Millan warnen vor übereilten Hoffnungen; marktreif ist all das noch lange nicht.

Größtes Forschungszentrum der Schweiz

Die Technische Hochschule befindet sich außerhalb des Stadtzentrums am Genfersee und schließt direkt an den Campus der Universität Lausanne an. Gemeinsam bildet man das größte Bildungs- und Forschungszentrum der Schweiz. An der EPFL sind 240 Professoren und mehr als 1.600 Doktoranden tätig.

Video

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