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Mehr als vier Millionen hören den Abschiedsbrief von Udo Reiter

Heftige Debatte auf der Facebookseite von ARD.

Noch vor einigen Monaten saß Udo Reiter (r.) neben  Günther Jauch (l.) in der  Talkshow. "Mein Tod gehört mir! Gibt es ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben?" hieß die TV-Diskussion  am 19. Januar 2014 (Foto: Karlheinz Schindler/dpa)

Noch vor einigen Monaten saß Udo Reiter (r.) neben Günther Jauch (l.) in der Talkshow. „Mein Tod gehört mir! Gibt es ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben?“ hieß die TV-Diskussion am 19. Januar 2014 (Foto: Karlheinz Schindler/dpa)

Moderator Günther Jauch (58) hat mit dem Verlesen des Abschiedsbriefes von Ex-MDR-Intendant Udo Reiter eine heftige Debatte im Fernsehpublikum ausgelöst. 4,34 Millionen sahen am Sonntagabend ab 21.45 Uhr die Ausgabe der ARD-Talkshow „Günther Jauch“ zum Thema selbstbestimmter Tod und Sterbehilfe. In den Stunden nach der Sendung gingen auf der Facebook-Seite des Senders zahlreiche Kommentare ein.

Udo Reiter hatte sich am 9. Oktober mit 70 Jahren selbst getötet. „Nach fast 50 Jahren im Rollstuhl haben meine körperlichen Kräfte in den letzten Monaten so rapide abgenommen, dass ich demnächst mit dem völligen Verlust meiner bisherigen Selbstständigkeit rechnen muss“, heißt es im Abschiedsbrief. Zudem habe er ein Nachlassen geistiger Fähigkeiten beobachtet und befürchtet, ihm drohe eine Demenz.

„Man musste damit rechnen“

Thomas Gottschalk gestern in der ARD-Talkreihe Günther Jauch. Das Thema der Sendung lautete dieses Mal: "Udo Reiters letzter Wille _ dürfen wir selbstbestimmt sterben?" (Foto: Paul Zinken/dpa)

Thomas Gottschalk gestern in der ARD-Talkreihe Günther Jauch. Das Thema der Sendung lautete dieses Mal: „Udo Reiters letzter Wille _ dürfen wir selbstbestimmt sterben?“ (Foto: Paul Zinken/dpa)

Reiters guter Freund Thomas Gottschalk (64), der sonst für schrille Mode bekannt ist, war im schlichten schwarzen Nadelstreifenanzug erschienen. „Man musste damit rechnen, dass er es wahr machen würde“, sagte der Entertainer. „Man wusste nur nicht wann. Und ich bin natürlich entsetzt, dass er es so früh getan hat.“ Nach der Verlesung wirkte Gottschalk sehr berührt.

Auf der Facebook-Seite der ARD entwickelte sich eine heftige Debatte. „Herr Reiter hat absolut egoistisch gehandelt“, meinte ein Nutzer. Eine Userin betonte dagegen: „Jeder sollte, jederzeit, über sein Leben und auch über seinen Tod entscheiden.“

Am 10. Oktober 2014 hielt MDR-Intendatin Karola Wille in der Neuen Messe Leipzig (Sachsen) bei der Verleihung des Medienpreises "Goldene Henne" den Nachruf auf Udo Reiter. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Am 10. Oktober 2014 hielt MDR-Intendatin Karola Wille in der Neuen Messe Leipzig (Sachsen) bei der Verleihung des Medienpreises „Goldene Henne“ den Nachruf auf Udo Reiter. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

(dpa)

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