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Mehr barrierefreie und bezahlbare Wohnungen für Senioren gefordert

Ein riesiges Problem kommt auf uns zu (beziehungsweise ist schon da). Bundesweit leben im Schnitt nur etwa fünf Prozent der über 65-Jährigen in einer barrierefreien Wohnung. Darauf angewiesen wären aber 22 Prozent.

Es gibt nicht genügend barrierefreie und bezahlbare Neubau-Wohnungen (Foto: Rainer-Sturm/pixelio.de)

Mehr Wohnungen als bisher sollen künftig den Bedürfnissen älterer oder in ihrer Mobilität eingeschränkter Mieter angepasst werden. Das sei bei Neubauten besser möglich und unter Umständen auch preiswerter, als bei der Sanierung des Wohnungsbestandes, sagte der Vorsitzende des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen, Joachim Wege, am Montag am Rande der Jahresmitgliederversammlung des Verbands.

Bundesweit lebten im Schnitt derzeit nur etwa fünf Prozent der über 65-Jährigen in einer barrierefreien Wohnung. Darauf angewiesen wären aber 22 Prozent. „Wir müssten die Zahl also vervier- oder sogar verfünffachen, um den Bedarf zu decken“, sagte Wege.

Der Nordverband vertritt mehr als 300 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften mit 1,4 Millionen Mietern in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg. 97 Prozent der Wohnungen seien bereits teil- oder vollmodernisiert. Für die altersgerechte Herrichtung gebe es aktuell keine Förderprogramme, dabei sei die Nachfrage groß, kritisierte Wege.

Barrierefrei und bezahlbar

Angesichts des demografischen Wandels sei aber nicht nur barrierefreier Wohnraum wichtig, er müsse auch bezahlbar bleiben. Das niedrige Einkommen vieler Rentner sei ein Problem, wenn steigende Energiekosten und Steuern die Miete unangemessen in die Höhe treiben. „Die meisten älteren Menschen möchten in ihren Wohnungen bleiben, das hat psychologische, aber auch finanzielle Gründe“, sagte Wege.

Hohe und oft nicht nachzuvollziehende Kosten für Fernwärme aber beispielsweise hätten nichts mit Sozialverträglichkeit zu tun. Auch die Verschärfung der Trinkwasserverordnung erzeuge Kosten, die letztlich auf den Mieter umgelegt würden. Das sei sozialer Sprengstoff, sagte Wege.

Energiekosten in den vergangenen Jahren verdoppelt

Allein die Energiekosten haben sich für die Mieter laut Mitgliedsunternehmen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Die Nettokaltmiete erhöhte sich seit 2000 um 22 Prozent, die Inflationsrate dagegen nur um 19 Prozent. Dabei ist der Energieverbrauch der Mieter in den drei Nordländern stetig gesunken. Im Schnitt lag er bei 142,5 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, der Bundesdurchschnitt liegt bei 181 Kilowattstunden. Mieter in Mecklenburg-Vorpommern sind mit einem Verbrauch von nur 104 Kilowattstunden bei Heizung und Warmwasser sogar bundesweiter Sparmeister, allein auf den Geldbeutel wirkte sich das nicht aus.

(dapd-nrd)

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