Menschen bauen Hürden ab – 5 Mutmacher-Beispiele

Wie Städte dafür sorgen können, dass alle mit weniger Barrieren gut leben können.

Der Bürgerbus in Brieselang/Havelland (Foto: VBB)

Der Bürgerbus in Brieselang/Havelland (Foto: VBB)

Nicht nur die hohen Bürgersteige allein sind in der alternden und vielschichtigen Gesellschaft ein Hindernis. Neben diesen klassischen Barrieren gebe es auch soziale, kulturelle, sprachliche und technische Hindernisse, stellte die Konrad-Adenauer-Stiftung am Donnerstag fest. Für die Städte sei es eine Herausforderung, den Generationen auf diesen Ebenen gerecht zu werden und Barrieren abzubauen. Beim Kommunalkongress der Stiftung zeigten gestern fünf Initiativen, wie Menschen Hürden abbauen.

„Rheinsinne“

Bonn: Zwei junge Frauen haben eine spezielle Schifffahrt auf dem Rhein für Blinde und Sehbehinderte entwickelt. Ein Gästeführer beschreibt Sehenswürdigkeiten des Siebengebirges, die Gäste ertasten typische Gesteinsproben der Region und kosten regionale Weine.

Die Idee entstand am Alfred-Müller-Armack-Berufskolleg in Köln, an dem Auszubildende zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit im dritten Lehrjahr ein Marketingprojekt in der Tourismusbranche konzipieren, durchführen und auswerten müssen.

Schnupperstudium für Flüchtlinge

Hildesheim: Junge Menschen können nach ihrer Flucht an der Universität Hildesheim ein Schnupperstudium aufnehmen. Lehrende und Studenten bilden Tandems mit ihnen und unterstützen sie dabei, im Uni-Alltag zurecht zu kommen und weitere Bildungsperspektiven zu entwickeln.

Taschengeldbörse

Siegen: Schüler können sich durch kleine Jobs das Taschengeld aufbessern. Berufstätige, Familien und Senioren wünschen sich oft Hilfe bei Gartenarbeit, Einkaufen oder Babysitting. Schüler im Alter von mindestens 14 Jahre dürfen während der Schulzeit täglich zwei Stunden arbeiten und sollen pro Stunde fünf Euro bekommen. Der Verein AlterAktiv Siegen-Wittgenstein koordiniert Angebot und Nachfrage.

Mobil bis ins hohe Alter

Großregion Nürnberg: Wissenschaftler haben ältere Menschen in einem Wohnquartier befragt, was sie auf ihren Fußwegen einschränkt. Genannt wurden Treppen, dunkle Wege, fehlende Bänke. Wohngesellschaften gingen darauf ein, brachten Handläufe an, stellten Bänke auf, installierten Beleuchtungen. In dem Projekt wurde auch eine Datenbank entwickelt, darüber kamen ältere Menschen mit hilfsbereiten Ehrenamtlern zusammen.

Bürgerbus

Brieselang/Havelland: Menschen ohne Auto haben in der Gemeinde Brieselang (Brandenburg) oft ein Problem, zum Arzt oder Einkaufen in den Ortskern zu kommen. Engagierte Bürger gründeten 2007 den Bürgerbus (siehe Foto oben). Ehrenamtliche Fahrer ergänzen jetzt den ausgedünnten ÖPNV-Fahrplan mit einem Kleinbus.

(RP/dpa)

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