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Menschen, die kein Schwein haben (dürfen): Behinderte fordern Recht auf Sparen

Am 30. Oktober ist Weltspartag – aber nicht jeder darf mitmachen.

Sparschwein: Das Geld darf aber nicht rein, wemn sein Besitzer schwerbehindert ist und auf Assistenz angewiesen ist (Foto: Viktor Mildenberger/pixelio.de)

Sparschwein: Das Geld darf aber nicht rein, wemn sein Besitzer schwerbehindert ist und auf Assistenz angewiesen ist (Foto: Viktor Mildenberger/pixelio.de)

„Unser Glück dauerte nur einen kurzen Moment, als wir geheiratet hatten. Seitdem haftet mein Mann voll für meine behinderungsbedingten Kosten mit und wurde deshalb mit mir in die Armut getrieben“, schildert Antje Claßen-Fischer aus Berlin ihre Situation.

„Obwohl wir beide einen guten Hochschulabschluss und Berufe mit einem guten Einkommen haben, bleibt uns nur wenig mehr als das Existenzminimum – und das lebenslang. Jeder von uns muss 40 Prozent seines Einkommens abgeben und wir dürfen zusammen gerade 3.200 Euro ‚Vermögen‘ besitzen,“ so Claßen-Fischer, die wegen Muskeldystrophie im Rollstuhl sitzt und seit ihrer Kindheit auf 24-Stunden-Hilfe angewiesen ist.

Antje Claßen-Fischer ist kein Einzelfall. Behinderte Menschen müssen regelmäßig einen Großteil ihres Einkommens und Vermögens an das Sozialamt abgeben, wenn sie Unterstützung brauchen, um selbstbestimmt leben zu können.

Sparschweinübergabe am 28. Oktober 2013

Die Initiative „NETZWERK ARTIKEL 3 – Verein für Menschenrechte und Gleichstellung Behinderter“ ruft deshalb anlässlich des Weltspartags zum Protest auf, um bei den SozialministerInnen der Länder und des Bundes für ein einkommens- und vermögensunabhängiges Bundesteilhabegesetz zu werben und das Recht auf Sparen einzufordern.

Zum Auftakt findet am 28. Oktober um 14 Uhr am Haupteingang des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Wilhelmstraße 49, in Berlin eine Sparschweinübergabe von behinderten Menschen statt.

(PM)

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