Menschen mit Behinderung begeistern sich für Kunst & Kultur – man muss ihnen nur den Zugang ermöglichen

Großer Erfolg: Das Historische Museum macht es mit seiner Ausstellung „Alltag Einheit“ vor.

Wohnkultur Ostdeutschland – Schlafzimmer, 1992 (Foto: Holger Herschel, Berlin)

Wohnkultur Ostdeutschland – Schlafzimmer, 1992 (Foto: Holger Herschel, Berlin)

Das Deutsche Historische Museum in Berlin verlängert seine Ausstellung „Alltag Einheit – Porträt einer Übergangsgesellschaft“ bis Ende Februar. Ursprünglich sollte die Schau am 3. Januar enden. Bisher haben rund 50.000 Menschen die Ausstellung besucht, wie eine Sprecherin des Museums sagte.

Beleuchtet werden darin Umbrüche und Erfahrungen nach dem Ende der DDR. Die Nachfrage sei vor allem bei Menschen mit Behinderung groß, sagte die Sprecherin. Dafür sorgt das bewusst inklusiv gestaltete Konzept:

So geht’s

Kernstück des inklusiven Konzepts ist eine sechseckige, drehbare „Trommel“, die speziell für das Projekt entworfen wurde und die auf jeder Seite eine Informationsebene bedient: Ob deutsche oder englische Texte, Texte in Leichter Sprache und Brailleschrift, Videos mit Deutscher Gebärdensprache sowie Audiodeskriptionen, die Ausstellung wird über diese sechs gleichberechtigten Vermittlungsebenen vielen Menschen zugänglich gemacht.

Alle Kommunikations-Stationen sind an ein taktiles Bodenleitsystem angebunden, das bereits am Eingang der Ausstellungshalle beginnt und zur Kasse, zur Ausgabe der Audiogeräte und zur Ausstellung leitet: Blinden und sehbehinderten Menschen soll ein eigenständiger Ausstellungsrundgang ermöglicht werden. Im Eingangsbereich der Ausstellung bietet ein taktiler Grundriss Orientierungshilfe im Raum. Zudem sind alle Stationen unterfahrbar und verfügen über spezielle Halterungen für Geh- und Langstöcke.

Zudem sind spezielle Führungen für Blinde und Sehbehinderte sowie in Gebärdensprache (DGS) und in Einfacher Sprache buchbar (mit Voranmeldung: Telefon: 03020304-750).

Die sechseckige Trommel der Inklusiven Kommunikations-Stationen enthält Informationen in Leichter Sprache, Brailleschrift, Gebärdensprachevideos sowie in deutsch und englisch. (Foto: DHM/Thomas Bruns)

Die sechseckige Trommel der Inklusiven Kommunikations-Stationen enthält Informationen in Leichter Sprache, Brailleschrift, Gebärdensprachevideos sowie in deutsch und englisch. (Foto: DHM/Thomas Bruns)

Blinde und Sehbehinderte können sich über einen taktilen Grundrissplan einen ersten Überblick in die Ausstellungsarchitektur "Alltag Einheit" verschaffen. (Foto: DHM/Thomas Bruns)

Blinde und Sehbehinderte können sich über einen taktilen Grundrissplan einen ersten Überblick in die Ausstellungsarchitektur „Alltag Einheit“ verschaffen.
(Foto: DHM/Thomas Bruns)

Die Ausstellung verfügt über ein taktiles Bodenleitsystem. (Foto: DHM/Thomas Bruns)

Die Ausstellung verfügt über ein taktiles Bodenleitsystem.
(Foto: DHM/Thomas Bruns)

DHM_AlltagEinheit

Deutsches Historisches Museum

Adresse: Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Telefon: 030/203040
Ausstellung: 27. Mai 2015 – 27. Feb. 2016
Öffnungszeiten: täglich 10-18 Uhr
Eintritt: bis 18 Jahre frei, Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 4 Euro
Webseite: http://www.dhm.de

(RP/mit Materialien von dpa)

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