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Menschen mit Behinderung – „Wir sind viele“

In Gedenken an die „Euthanasie“-Morde: Bundestagsvizepräsidentin Schmidt eröffnet Ausstellung von Starfotograf Jim Rakete.

(Foto: Jim Rakete)

(Foto: Jim Rakete)

„Wir sind viele“ heißt eine Ausstellung im Bundestag mit Fotografien von Jim Rakete. Im Fokus stehen Menschen mit Behinderung, mit Epilepsie, mit psychischen Beeinträchtigungen, mit Gewalt- und Suchterfahrungen und mit unheilbaren Krankheiten.

Die von den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel angestoßene und vom Bundestag ermöglichte Ausstellung zeigt 50 Porträts – 50 Menschen – 50 Leben. Sie soll zeigen: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Bilder entstanden innerhalb von acht Tagen, „ein echter Kraftkraft“, wie die Beteiligten berichten.

Die Ausstellung wurde gestern vor 200 Gästen von der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Ulla Schmidt, eröffnet. Anschließend sprach Jim Rakete, der Fotograf dieser Porträtreihe, mit Angelika Schneider, einer Porträtierten.

„Wir sind viele“ wird bis zum 10. Februar 2017 gezeigt und gehört zum parlamentarischen Gedenken an die „Euthanasie“-Morde. Unter der Chiffre „T4“ hatten die Nationalsozialisten mehr als 70.000 Menschen mit Behinderung als „unwertes Leben“ eingestuft und systematisch vernichtet. „Jetzt betreten behinderte Menschen zum ersten Mal den Bundestag“, sagt Jim Rakete, der sich schon seit langem für Inklusion einsetzt.

Der Fotograf: Jim Rakete (Screenshot: Bundestag-Video)

Der Fotograf: Jim Rakete (Screenshot: Bundestag-Video)

Rakete gebe mit seinen Bildern jenen eine Stimme, „die bis heute um Wahrnehmung kämpfen müssen“, lobte Gastgeberin Schmidt. „Im Vordergrund der Arbeiten stehen die Menschen, nicht die Behinderung.“ Die 7,6 Millionen Menschen mit Handicap in Deutschland seien „nicht nur viele“, sagt Schmidt: „Ihr seid ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft.“ Hier gibt es ein Video zur Ausstellung.

Die Ausstellung im Paul-Löbe-Haus, Halle, Ausstellungsgraben West, kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden (Tel. 030/22738883 oder [email protected]). Infos: Bundestag

(RP/PM)

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4 Kommentare

  • Barbara Maus

    Sind auch Menschen fotografiert worden, denen man die Behinderung nicht im Gesicht ansieht? Ich finde alle Aktionen gut, die sich „für uns“ einsetzen, aber mich stört, dass immer allgemein von Behinderung gesprochen wird, ohne z.B. zwischen körperlicher und geistiger Beeinträchtigung zu unterscheiden. Viele denken immer noch, wer behindert ist, muss auch irgendwie so aussehen wie auf den Beispielfotos. Meine persönliche Meinung!

    18. Januar 2017 at 18:20
  • Claudia Morris

    Ich sitze auch im Rolli und habe oft das Gefühl das viele Menschen denken das jeder Rollifahrer auch eine geistige Behinderung hat.Geb dir da vollkommen recht Barbara Maus

    18. Januar 2017 at 19:20
  • Nadine Jasmin Farr

    Oh ja Claudia… wenn dann teilweise Leute neben dir stehen und sich mit dem Ehemann über dich unterhalten und auch Fragen stellen wo du selbst beantworten kannst da es ja um dich geht… bahhh ich könnte da durchdrehen… selbst als ich zu meiner Mutter neben mir sagte dass man mich selbst auch fragen könnte und ich durchaus antworten würde hat die Frau es immer noch nicht geblickt

    18. Januar 2017 at 19:27
  • Claudia Morris

    Oder wenn se einem über den Kopf streicheln mit den Worten „du armes Ding“

    18. Januar 2017 at 19:34

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