„menschlich.Bethel“ will für Diakonie-Arbeit sensibilisieren

Mit einer am Sonntag in Bielefeld gestarteten Wanderausstellung geben die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel Einblick in ihre sozialen Arbeitsbereiche.

Großplakat in Hamm (Foto: Bethel)

Unter dem Titel „menschlich.Bethel“ werden großformatige Fotoserien aus der Alten- und der Jugendhilfe sowie aus Angeboten für Menschen mit Behinderungen gezeigt. Thematisch ist die Sonderschau nach therapeutischen Schwerpunkten unterteilt von Musik, Sport über „Natur und Tiere“ bis zu „Arbeit und Beschäftigung“ und „Kunst und Theater“. Auch wird ein Überblick über die Geschichte Bethels gegeben und über den Namensgeber Pastor Friedrich von Bodelschwingh informiert.

Die Geschichte Bethels sei eine Geschichte des Aufbruchs, hin zu den Menschen, die Unterstützung benötigen, erklärte Bethel-Chef Ulrich Pohl im Eröffnungsgottesdienst in der Bielefelder Süsterkirche. Die Ausstellung solle das Engagement der Bethel-Mitarbeitenden und vielen Ehrenamtlichen würdigen. In den Porträts und Interviews würde aber auch auf die Nöte von Menschen mit Behinderungen oder sozialen Problem hingewiesen, die vielerorts immer noch vor verschlossenen Türen ständen. Bettler würden von Bahnhöfen vertrieben, die baulichen Hürden im öffentlichen Raum stellten oft unüberwindbare Hindernisse dar, und Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf bliebe der Weg zur Regelschule verwehrt.

Gegen Down-Syndrom-Test

Die bundesweite Einführung des Bluttests zur Diagnose des Down-Syndrom ist nach Ansicht von Pohl ein weiterer Schritt zur Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung. Es brauche „gesetzliche Grenzen, die auch ethische Normen prägen“, mahnte er. Die Bethel-Ausstellung solle dazu beitragen, im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention für die Betroffenen Türen zu öffnen.

Die Wanderausstellung ist bis 4. September in Bielefeld zu sehen. Danach steuert sie bundesweit bis zu zehn Standorte an. Präsentiert wird die Sonderschau nach Bethel-Angaben überwiegend in touristisch interessanten Kirchen sowie in öffentlichen Gebäuden oder Kulturzentren.

Mit rund 20.000 Plätzen für behinderte, kranke, alte und sozial schwache Menschen gelten die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel als größtes diakonisches Werk Europas. Die Stiftungen sind an 250 Standorten in sechs Bundesländern vertreten.

(epd)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN