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Merkel: Pflegekräfte müssen besser bezahlt werden

Ob das Berufsbild eigenständig bleibt, soll im Bundestag diskutiert werden. Und um welche Gehälter geht es eigentlich?

Pflegekräfte in Deutschland werden nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht ausreichend bezahlt. Merkel sagte in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Video-Botschaft: „Die Bezahlung ist immer noch so, dass viele sagen: Das ist nicht ausreichend – und das kann ich auch verstehen.“ Sie zollte Menschen, die sich für diesen Beruf entscheiden, „große Anerkennung“. Das sei eine anstrengende Tätigkeit mit großer Verantwortung.

Pflegekräfte bräuchten eine qualifizierte Ausbildung, sagt Merkel im Gespräch mit der Altenpflegerin Bonnie-Bianca Karge aus Berlin. Die Kanzlerin unterstrich: „Wir geben jetzt sowohl für die ambulante Pflege als auch für die stationäre Pflege deutlich mehr Geld aus, und wir wollen auch den Personalschlüssel verbessern.“ Wie weit das
Berufsbild eigenständig bleiben solle, müsse noch weiter im parlamentarischen Verfahren diskutiert werden, sagte Merkel offensichtlich mit Blick auf Pläne über eine Zusammenlegung der Ausbildung von Kinderkranken-, Kranken- und Altenpflege.

Merkel sieht Verbesserungen durch die drei Pflegestärkungsgesetze. Die Einführung der neuen Pflegegrade tritt am 1. Januar 2017 in Kraft. Damit gehe es künftig um die tatsächlichen Einschränkungen, die jemand habe, unabhängig von der Art der Behinderung. Das sei speziell für Demenzkranke eine Verbesserung.

(dpa)

Was verdienen Pflegekräfte?
Das Bruttodurchschnittseinkommen aller Pflegeberufe beträgt mit Wochenend- und Nachtschichtzulagen 2500 Euro für einen Vollzeitmonat. Examinierte Intensivpflegeschwestern, wie sie meist in Kliniken arbeiten, erhalten oft 3000 Euro. In Seniorenheimen ist der Lohn geringer, examinierte Altenpfleger erhalten meist weniger als 2300 Euro brutto im Monat. Weil der Job besonders schwer ist, arbeiten viele Altenpflegerinnen in 30-Stunden-Wochen, was mitunter bedeutet, dass sie entsprechend weniger Lohn erhalten. Die Gewerkschaften haben in der Branche vielerorts nicht ausreichend Pflegekräfte organisieren können, um ihre Tarife durchzusetzen. Für Pflegehelfer gilt deshalb ein Mindestlohn, den die Arbeitgeber und Verdi ausgehandelt haben. Im Westen Deutschlands liegt der Mindestlohn bei 9,40 Euro brutto pro Stunde, im Osten bei 8,65 Euro. Vielerorts wird inzwischen aber mehr gezahlt, einer Umfrage des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zufolge bis zu 1900 Euro brutto für eine Vollzeitstelle.
Im Schnitt verdienen Schwestern und Pfleger im Westen des Landes mehr als im Osten. Weil in größeren Häusern öfter Betriebsräte und Gewerkschaften aktiv sind, erhalten Beschäftigte dort dem WSI zufolge mehr Lohn. Umfragen zufolge macht jede zweite Altenpflegerin dauerhaft Überstunden.
Quelle: http://www.gesundheitsberater-berlin.de
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1 Kommentar

  • Pflegeperson

    Und was verdienen Pflegepersonen? Die müssen weiterhin um Hartz IV betteln!

    Pflegegeld vs. Pflegesachleistung + Pflegestufen vs. Pflegegrade = Witz des Jahres!

    25. Dezember 2016 at 08:00

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