Middelhoff ist zurück in der Behindertenwerkstatt

Von seinem Gehalt muss der Freigänger 200 Euro Beitrag zu den Haftkosten leisten.

Thomas Middelhoff am Eingang der Behindertenwerkstatt (Archivfoto vom 2. Mai: Guido Kirchner/dpa)

Thomas Middelhoff am Eingang der Behindertenwerkstatt (Archivfoto vom 2. Mai: Guido Kirchner/dpa)

Der frühere Top-Manager Thomas Middelhoff hat am Montag seinen Dienst als Hilfskraft in einer Behindertenwerkstatt der Bodelschwinghschen Stiftung Bethel in Bielefeld wieder aufgenommen. Von seinem Gehalt müsse der 63-Jährige einen Beitrag von 200 Euro zu den Haftkosten leisten, sagte die Leiterin der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne, Kerstin Höltkemeyer-Schwick.

Das übrige Geld gehe an den Insolvenzverwalter. Nachdem Middelhoff Privatinsolvenz anmelden musste, machen seine Gläubiger Millionenforderungen gegen ihn geltend. Nach früheren Angaben verdient der Ex-Manager bei seinem Job als Hilfskraft ein Bruttogehalt 1785 Euro.

Nach Arbeitsende müsse Middelhoff wieder in die Haftanstalt zurückkehren, so die JVA-Leiterin. Aus gesundheitlichen Gründen sei er dort allein in einem Haftraum untergebracht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur leidet der 63-Jährige unter einer Autoimmunerkrankung. Seine Anwälte hatten unter Hinweis auf die Krankheit seine Haftfähigkeit zunächst bestritten.

Keine Fluchtgefahr

Nach Abschluss eines mehrtägigen Aufnahmeverfahrens hatte die Justizvollzugsanstalt entschieden, dass der 63-Jährige seine Haft vorerst im offenen Vollzug verbüßen darf. Es gebe keine Hinweise für Fluchtgefahr oder die Gefahr neuer Straftaten. Mit der Arbeit in einer Sozialeinrichtung erfülle Middelhoff zudem auch die Voraussetzungen für eine Beschäftigung als Freigänger, so die JVA-Leiterin.

Der 63-Jährige ist wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der ehemalige Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor hatte zunächst Anfang Mai die Stelle als Hilfskraft angetreten (ROLLINGPLANET berichtete: Thomas Middelhoff tritt seinen WfbM-Dienst an – lasst ihn doch mal ran). Seit Antritt seiner Haft am 13. Mai durfte er während des Aufnahmeverfahrens die Anstalt aber zunächst nicht verlassen und war deshalb auch nicht bei der Arbeit.

(dpa)

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1 Kommentar

  • Olaf Reuter

    Keine gute Idee. Er profiliert sich auf Kosten anderer. Er sollte wie jeder andere Gefangene nen normalen Job antreten. Den als Aushängeschild nehmen ist nur peinlich. Sorry kein Rollifahrer hat das nötig oder verdient.

    23. Mai 2016 at 14:32

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