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Ministerien versäumen Frist bei Internetangeboten für Menschen mit Behinderung

Verkehrsminister Alexander Dobrindt boykottiert Leichte Sprache.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (Pressefoto)

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (Pressefoto)

Drei Bundesministerien und das Bundespräsidialamt haben ihre Internetseiten nicht fristgerecht für Menschen mit Behinderung aufbereitet. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe.

Die Verordnung, die alle Ministerien und Bundesbehörden dazu auffordert, Grundinformationen in der sogenannten Leichten Sprache (Verzicht auf Fremdwörter, Abkürzungen und Schachtelsätze) auf ihrer Homepage zu präsentieren, trat bereits 2011 in Kraft. Die Frist zur Umsetzung lief im März dieses Jahres ab.

7,5 Millionen Menschen sind betroffen

Während Innen- und Justizressort dem „Spiegel“ zufolge erklärten, man brauche noch etwas Zeit, will Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Vorschrift schlicht ignorieren: Man bemühe sich generell „um eine allgemein verständliche Sprache“. Das Bundespräsidialamt richtet aus, die Übertragung sei „in Arbeit“. Einen Auftrag hatte es allerdings noch nicht erteilt.

Behindertenverbände könnten nun eine Feststellungsklage gegen die deutschen Bundesbehörden einreichen. In Deutschland sind 7,5 Millionen Menschen „funktionale Analphabeten“. Sie können zwar einzelne Wörter oder kurze Sätze lesen oder schreiben, verstehen zusammenhängende Texte jedoch nicht.

(RP/ag)

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3 Kommentare

  • Ottmar Amm

    Der Dobrindt hat mal wieder den Schuß nicht gehört!

    4. Mai 2014 at 16:15
  • Elke Midi

    „Leichte Sprache“ ist kein Königsweg zu INKLUSION, sondern eher der EXklusion… !!
    Eine von vorne herein klar verständliche, aber normal übliche Sprache wäre INklusiv…!!

    5. Mai 2014 at 01:10
  • Ulrike Czerny

    liebe Elke: ich glaube, genau das ist damit gemeint: eine klar verständliche Sprache 😉 …

    5. Mai 2014 at 07:45

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