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Ministerin Zypries will Notruf für hör- und sprachbehinderte Menschen verbessern

Damit auch nachts Hilfe gewährleistet ist: Gesetzliche Verpflichtung für Telefonanbieter angekündigt.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat aus Anlass des heutigen Europäischen Tags des Notrufs 112 angekündigt, dass Telefonanbieter zu Notrufdiensten für hör- und sprachbehinderte Menschen rund um die Uhr verpflichtet werden sollen. Für Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen gibt es einen Vermittlungsdienst mit Videoverbindung und Gebärdensprachdolmetscher. Dieser Service ist bisher nur von 8 bis 23 Uhr erreichbar. „Diesen Dienst müssen wir auf eine 24-stündige Verfügbarkeit ausdehnen“, erklärte Ministerin Zypries laut Mitteilung. „Eine entsprechende Verpflichtung für die Telefonanbieter werden wir nun gesetzlich verankern.“ Sie will dazu das Telekommunikationsgesetz ändern.

Der Vermittlungsdienst hilft Hör- oder Sprachbehinderten laut Ministerium nicht nur bei Notrufen, sondern auch bei allen anderen Gesprächen mit hörenden Gesprächspartnern. Über Videotelefonie per Computer, Smartphone oder Tablet übersetzt dabei ein Gebärdensprachdolmetscher für beide Telefonteilnehmer gleichzeitig. Auch Hörende können anrufen. Dies soll Zypries zufolge künftig jederzeit
möglich sein.

(RP/dpa)

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2 Kommentare

  • Joachim Seuling

    Warum fordert Sie nicht, dass die 112 und 110 endlich auch barrierefrei erreichbar sind. Gebärdensprache hilft Gehörlosen, Schwerhörige und Ertaubte können die in der Regel nicht. Die Notruf App wird uns seit Jahren versprochen, gegen Geld gibt es so was schon, nur die staatlichen Stellen bekommen es nicht hin.

    12. Februar 2017 at 09:23

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