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„Missgestalten“: Forscher verteidigt Abtreibung von schwer behinderten Kindern

Und empfiehlt diese auch ohne Einwilligung der Eltern.

Professor Miroslav Mitlöhner

Professor Miroslav Mitlöhner

Ein wissenschaftlicher Beitrag über die Abtreibung von behinderten Kindern hat in Tschechien große Empörung ausgelöst. Der Jurist und Professor Miroslav Mitlöhner hatte geschrieben, dass das Gesetz Ärzten die Abtreibung von sehr schwer behinderten Kindern erlauben sollte – und das „notfalls“ auch ohne Einwilligung der Eltern. Der Behindertenverband des EU-Staats zeigte sich empört.

Der Verbandsvorsitzende Vaclav Krasa verurteilte Mitlöhners Überlegungen als „nazistisches Gedankengut“, wie die Zeitung „Pravo“ am Samstag berichtete. Besonderen Anstoß nahm er an der Verwendung des Begriffs „Missgestalten“ für behinderte Föten. Mitlöhner entgegnete, es handele sich dabei um ein Zitat. Er habe eine Diskussion anstoßen wollen.

Zudem wurde bekannt, dass der Artikel in der Prager Zeitschrift für Medizinrecht und Bioethik nicht neu war, sondern bereits einmal publiziert worden war. Sozialministerin Michaela Marksova kündigte an, Mitlöhner aus dem wissenschaftlichen Beirat ihres Ministeriums ausschließen. Seine Stelle als Leiter des Instituts für Sozialarbeit an der Universität Hradec Kralove (Königgrätz) hat der 78-Jährige bereits niedergelegt. Er weist die Vorwürfe zurück und will weiter an der Hochschule lehren.

(dpa)

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8 Kommentare

  • Man N. Fred

    Ich bin für die Spätabtreibung von Miroslav Mitlöhner. 🙂

    21. Juni 2014 at 17:01
  • MIssgestalt

    Ich bin bestürzt und wütend. Ich möchte ausdrücken, wie unglaublich menschenverachtend und widerwärtig ich es finde, Menschen aufgrund ihrer Behinderung zu benachteiligen und sogar zu ermorden. Sogar gegen den Willen der Eltern. Leider treffe ich selber immer wieder auf Menschen, die mir solche Sachen direkt ins Gesicht sagen und mich damit meinen… Gerade vor Kurzem traf ich auf eine Analyse, es werden mit der „Krise“, dem strategischen Provozieren gesellschaftlicher Extreme, nun zunehmend nicht mehr als „Eugenik“ getarnte ökonomische Erwägugen wieder in unser Sozialleben rüberschwappen, wie im Faschismus.

    21. Juni 2014 at 17:03
  • Ivy Red Jacket

    egal wie ot das vorher shcon publiziert war, der hat doch den A… offen

    22. Juni 2014 at 09:18
  • Ulrike Czerny

    …unglaublich …

    23. Juni 2014 at 00:05
  • Barbara Maus

    Wie unterscheidet man Menschen mit einer angeborenen Behinderung von denen, die ihre Behinderung später durch Krankheit oder Unfall bekommen haben? Die einen werden abgetrieben = ermordet, die anderen bekommen Aufmerksamkeit, Glückwünsche und teure Rehas. Ist das nicht ungerecht? Der Mann gehört mit Hitler in eine Reihe gestellt! Allein schon die Bezeichnung „Missgestalt“, beleidigender geht es nicht.

    23. Juni 2014 at 00:06
  • Chris Stern

    Der arme alte Mann ist nicht nur ausgedörrt und missgestaltet, sondern ganz offensichtlich auch dement.
    Man sollte ihn nicht der Öffentlichkeit aussetzen, sondern schön wegschließen, wie sich das gehört.

    23. Juni 2014 at 16:34
  • Aneta Vidurová

    Ihr habt falsches Bild veroffentlicht.. auf ihrem Bild ist der Kampfer fur Rechte den Behinderten Vaclav Krasa. Er hat den ehemaligen Proff scharf kritisiert und wurde bestimmit nicht gern sein sein Gesicht so zu benutzen. Bitte, wachselt die Bilder. Prf. Mitlöhner sieht so aus: http://www.ceskatelevize.cz/ct24/regiony/277571-hlasatel-povinnych-potratu-postizenych-deti-skoncil/

    11. Juli 2014 at 10:30
  • ROLLINGPLANET
    Rollingplanet

    Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben das Bild ausgetauscht.

    11. Juli 2014 at 10:40

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