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Mit Multipler Sklerose und Fallschirm auf den Mount Everest

Kein Comic, sondern das Leben: Der Franzose Marc Kopp ist der erste Mensch mit Behinderung, der auf den höchsten Berg der Welt schwebte.

Marc Kopp hat Multiple Sklerose (Foto: iwdn)

Marc Kopp hat Multiple Sklerose (Foto: iwdn)

Kopp (r.) sprang gemeinsam mit dem befreundeten Fallschirmprofi Mario Gervasi (l.) (Foto: iwdn)

Kopp (r.) sprang gemeinsam mit dem befreundeten Fallschirmprofi Mario Gervasi (l.) (Foto: iwdn)

Marc Kopp (55) geht in die Rekordbücher ein als erster Mensch mit Behinderung, der mit einem Fallschirm über dem Mount Everest abgesprungen ist. Vor zehn Jahren wurde beim Franzosen Multiple Sklerose diagnostiziert. Drei Jahre zuvor klagte er bereits über Sehprobleme, fehlinterpretierte diese aber als Folge von Arbeitsstress.

Am Sonntag ließ sich Kopp, dessen rechte Seite am meisten von Lähmungserscheinungen betroffen ist, über dem höchsten Berg der Erde in 10.000 Meter Höhe – gemeinsam im Tandem mit dem befreundeten Fallschirmprofi Mario Gervasi – aus einem Hubschrauber fallen und landete sicher.

„Ich bin sehr glücklich, erschöpft, aber sehr glücklich“, sagte Kopp anschließend in Kathmandu. „Ich hoffe meine Aktion inspiriert andere Menschen, die mit dieser Krankheit leben müssen“. Er selbst habe nach seiner Diagnose lernen müssen, sich nicht als Opfer zu sehen, sondern wieder Lebensmut zu schöpfen.

Der Mount Everest


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ist mit 8848 Metern Höhe über dem Meeresspiegel der höchste Berg der Erde (auf unserem Bild als Gipfel links direkt unter der Wolke zu sehen). Er ist einer von 14 Achttausendern. Benannt ist er nach dem britischen Landvermesser George Everest.
Auf Nepali heißt der Berg „Sagarmatha“, auf Tibetisch „Qomolangma“ (deutsche Aussprache „Tschomolangma“; englische Umschrift „Chomolungma“).
Der Mount Everest befindet sich im Mahalangur Himal in der Region Khumbu in Nepal an der Grenze zu China.
Edmund Hillary und Tenzing Norgay gelang am 29. Mai 1953 die Erstbesteigung. Am 8. Mai 1978 erklommen Reinhold Messner und Peter Habeler den Gipfel erstmals ohne zusätzlichen Sauerstoff.
Die klimatischen Bedingungen am Mount Everest sind extrem. Im Januar, dem kältesten Monat, beträgt die Durchschnittstemperatur auf dem Gipfel −36 °C und kann auf Werte bis zu −60 °C fallen. Auch im wärmsten Monat, dem Juli, steigen die Temperaturen nicht über die Frostgrenze, die Durchschnittstemperatur auf dem Gipfel beträgt dann −19 °C.[9] Wie in allen Hochgebirgsregionen kann es zu raschen Wetterumschwüngen kommen. Dies gilt auch für die beiden Besteigungssaisonen im Mai und Oktober. Plötzlich einsetzende Temperaturstürze, Stürme und Schneefälle von bis zu drei Meter pro Tag sind nicht außergewöhnlich.

Wie einst Tintin

Um den Helikopter-Startplatz nahe des Berges im Himalaja-Gebirge zu erreichen, war der bei längeren Strecken auf einen Rollstuhl angewiesene Kopp trotz großer Schmerzen tagelang mit dem Pferd in Nepal unterwegs. „Es gab zuletzt viele Tage, an denen ich nicht mehr geglaubt habe, dass ich mir diesen Traum erfüllen kann“, sagte Kopp, der in der Nähe von Paris lebt. Freunde und Spender hatten 26.000 Euro gesammelt, um dem Franzosen die Aktion zu ermöglichen.

Tintin„Ich wollte schon immer ein Abenteuer in meinem Leben meistern wie Tintin, der Held aus meiner Kindheit,“ erzählte Kopp.

Auch die belgische Comicfigur war in „Tintin im Tibet“ zum Himalaya gereist. Aber das wahre Leben, beweist auch Kopp, erzählt dann doch oft die besten Geschichten. Noch eine Plattitüde gefällig? Bittesehr: Für Behinderte ist kein Gipfel zu hoch.

(RP; Quelle Mount Everest: Wikipedia, Foto Mount Everest: Wikipedia/Dnor. GNU Free Documentation License, Version 1.2 or any later version)

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1 Kommentar

  • Illgen Hermann

    Und sind sie auf dem Gipfel gelandet? Wie ging es weiter?

    28. Oktober 2013 at 08:00

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