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Mit Polizei: Deutsche Bahn lässt Paralympics-Kandidaten aus dem Zug werfen

Wegen eines angemeldeten Sportrollstuhls darf ein Rollstuhlfahrer nicht wie geplant und bestätigt reisen.

Rahim Nagibulla: Daumen hoch – aber nicht für die Deutsche Bahn (Foto: Seeger)

Rahim Nagibulla: Daumen hoch – aber nicht für die Deutsche Bahn (Foto: Seeger)

„No Limits – Sport ohne Grenzen“ heißt der inklusive Mitmach- und Erlebnistag, der am Samstag erstmals in Würzburg stattfand – eine prächtige Initiative der internationalen Stars Thomas Lurz (Freiwasserschwimmer, Olympia-Silbermedaillengewinner 2012, zwölffacher Weltmeister) und Dieter Schneider (ehemaliger Säbel-Fechter und Gründer der Buena la Vista AG).

Olympia- und Paralympics-Athleten waren aufgeboten, um Hemmschwellen zwischen nichtbehinderten und behinderten Menschen abzubauen (ROLLINGPLANET berichtete). Mehr als 1000 Zuschauer kamen.

No Limits? No Limits!

No Limits heißt es wohl auch bei der Deutschen Bahn – was die Schikane von behinderten Menschen angeht. Das musste der in Berlin lebende Rennrollstuhlfahrer Rahim Nagibulla erfahren, den Lurz und Schneider eingeladen hatten. Der 26-Jährige will bei den Paralympics 2016 in Rio für Deutschland an den Start gehen.

Nagibulla wurde in Kabul geboren. Als Kind in Afghanistan erkrankte er an Kinderlähmung, danach fiel ihm das Laufen schwer. Mit etwa acht Jahren trat er beim Spielen in eine Mine und verlor sein rechtes Bein. Er arbeitete drei Jahre lang als Dometscher für ein deutsches Bundeswehrkrankenhaus im Krisengebiet – und wird deshalb von den Taliban als Vaterlandsverräter verfolgt. Lässt sich so jemand noch von irgendetwas erschüttern? Wir sagen es lieber gleich: Ja.

Eine Reise mit der Deutschen Bahn

No Limits: Sport ohne Grenzen“

Deutsche Bahn: Schikane ohne Grenzen (Foto: dpa)

Deutsche Bahn: Schikane ohne Grenzen (Foto: dpa)

In der unterfränkischen Stadt kam Nagibulla mit dreistündiger Verspätung und nach einer Horrorfahrt an. Für seine Reise von Berlin aus hatte er möglichst frühzeitig, um Geld zu sparen, ein Hin- und Rückfahrtticket gekauft (146 Euro inklusive Reservierung). Auch sonst war er ziemlich korrekt: Dass er neben seinem Alltagsstuhl eine Begleitperson und einen zweiten (Renn)rollstuhl dabei haben wird und eine Ein- und Ausstieghilfe benötigt, meldete er wochenlang vorher an.

Nach dem Umstieg in Fulda passierte es: Die Schaffnerin weigerte sich, den Rennrollstuhl mitzunehmen. Nagibulla: „Sie hat gesagt, es ist zu wenig Platz und er passt nicht rein. Sie wollte die Verantwortung dafür nicht übernehmen“. Er bestand darauf, mitsamt seines Sportgeräts weiterfahren zu dürfen – und weigerte sich, auszusteigen.

Polizei wird gerufen – und die handelt

Wie die „Main Post“ und der Bayerische Rundfunk berichten, rief die Schaffnerin die Polizei, die den Behindertensportler trotz gültiger Tickets und angemeldeten Gepäcks aufforderte, den Zug zu verlassen. „Sogar die anderen Reisenden haben gesagt, dass es kein Problem wäre, den Rennrollstuhl mitzunehmen“, so Nagibulla.

Was für eine Schweinerei? Als ROLLINGPLANET-Leser/in sind Sie nun gewohnt, sich an dieser Stelle über die Deutsche Bahn aufzuregen. Nicht so voreilig! Wir haben Ihnen ja No Limits versprochen.

Und es kam noch schlimmer

Die Deutsche-Bahn-Folter ging weiter. Am Abend des Sporttages wollte Nagibulla mit Hilfe einer „No Limits“-Mitarbeiterin seine Rückfahrt am Sonntag vom späten Nachmittag auf 7.26 Uhr umbuchen. Der Wunsch wurde zunächst bestätigt. Dann kam ein Anruf der Bahn, mit dem die Umbuchung – offenbar wieder wegen des Rennrollstuhls – rückgängig gemacht wurde.

Nagibulla durfte deshalb am Sonntagmorgen am Würzburger Hauptbahnhof nicht in den ICE einsteigen. Nach einer gut achtstündigen Fahrt mit der Regionalbahn – dreimal musste er dabei umsteigen – kam er am Sonntag gegen 16 Uhr wieder in Berlin an.

Die Organisatoren von „No Limits“ waren entsetzt. ROLLINGPLANET ist es auch. Und Sie dürfen es jetzt auch endlich sein.

(RP)

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47 Kommentare

  • Stefan

    mal ehrlich… wenn der zug voll ist ist er voll, die bahn kann da nicht wirklich viel planen, stellt euch mal vor sie hätte ihn noch reingequetscht und es wäre etwas passiert, dann würde hier ebenfalls ein reiserischer artikel stehen……. erst denkne…..

    23. September 2013 at 10:47
  • T.Koch

    Mal ehrlich Stefan… das geht gar nicht…. Der Rennrollstuhl war offensichtlich angemeldet, dann muss der mitgenommen werden. Ich erlebe solche und ähnliche Fälle auch oft und mich ärgert es immer wieder wenn sich Personal hinter Sicherheitsargumenten versteckt.

    23. September 2013 at 11:05
  • carolastoehr

    „mal ehrlich… wenn der zug voll ist ist er voll, die bahn kann da nicht wirklich viel planen, stellt euch mal vor sie hätte ihn noch reingequetscht und es wäre etwas passiert, dann würde hier ebenfalls ein reiserischer artikel stehen……. erst denkne“

    interessanter ansatz .

    schon mal als rollifahrer bahn gefahren ?

    ich vermute , der sicherheitsapekt wäre sinnvoller bei koffern /taschen ..fahrrädern die „mitten in der mitte „liegen /stehen auszuleben , als an den „(ersatz)beinen „eines menschen , der auf einen rollstuhl angewiesen ist .

    man muss seine „beine „anmelden ..schon alleine das finde ich nich grade toll (wer muss im zug übergepäck anmelden in form von koffern und taschen ?)..gut , zur not sieht mans noch ein , aber, wenn der rolli schon angemeldet ist ..wo liegt nun das problem , mal ne plattform frei zu halten , das der rolli problemlos mitgenommen werden kann ?

    ich vermute, diese (besagten)rollis sind leicht /recht schmal /wendig …nicht solche „klopper „mit relativ grossem wendekreis, wie vielleicht ein e-rolli , so wie ich ihn habe ..

    die „bahn „ist weder kinder,-noch behindertenfreundlich , man hat immer das gefühl, das diese fahrgastgruppe eher unerwünscht ist …velleicht sollen wir die „buisnessreisenden „nicht verschrecken ?????

    denn , wo ein rolli steht , können sich 3 „fussläufige“drängeln .:(

    23. September 2013 at 12:29
  • Georg Classen

    Geht es wirklich um die Deutsche Bahn oder nur um Werbung für ein Sanitätshaus?

    Ohne Schleichwerbung wäre Ihr Beitrag überzeugender!

    23. September 2013 at 12:42
    • Rollingplanet

      Hallo Herr Classen, hier geht es um die Deutsche Bahn. Es ist nicht immer einfach, copyrightfreies Bildmaterial zu erhalten – und in diesem Fall gab es für uns nur dieses eine Motiv, das uns von einem Sanitätshaus zur Verfügung gestellt worden ist. Wir haben es genommen, auch wenn darüber jemand verärgert sein wird: Unser Hauptsponsor ist ein anderes Sanitätshaus. Von gewollter Schleichwerbung kann hier also mit Sicherheit keine Rede sein.

      23. September 2013 at 12:47
  • Rollingplanet

    Wir haben die Bildunterschrift geändert, um den Eindruck von Schleichwerbung zu vermeiden. Das Foto retuschieren wollten wir übrigens nicht – so wie es beispielsweise die taz bei Sportfotos macht, bei denen im Hintergrund Bandenwerbung zu sehen ist.

    23. September 2013 at 12:49
  • Hans

    Genau wegen solcher Vorfälle reise ich seit Jahren nicht mehr mit der bahn

    23. September 2013 at 13:10
  • Rollingplanet

    @Georg Classen: So ein Vorwurf „Schleichwerbung“ trifft uns schon. Wir haben deshalb jetzt einen Balken ins Foto gemacht.

    23. September 2013 at 13:24
    • Michael

      @ Rollingplanet: Ich würde solche Aussagen wie von Hr. Georg Classen nicht allzu ernst nehmen, denn man liest überall eindeutig, dass es um die Deutsche Bahn geht, zudem auch andere Medien darüber berichtet haben.
      Zudem ihr viele Artikel verfasst. Muss man nicht wirklich nun kleinlich sein, denn ich hab noch nie ein Cola gekauft, weil in einem Foto vielleicht einer gerade eine Cola trinkt, oder auf normalen Fotos einer raucht mir gleich eine angezündet…

      Ich finde es auch traurig, wie die deutsche Bahn hier reagiert hat, inkl. der Polizei – denn alles war rechtmäßg angemeldet.

      Ich fahre bald zum 1. Mal seit ich im Rolli sitze mit der Bahn von Wien nach Fulda, mal sehen wie die ÖBB da ist 😉

      Freundliche Grüße Michael

      23. September 2013 at 15:40
  • Sigrid Behm Unterer Todtsberg 15 97437 Hassfurt

    Lieber Rahim Nagibulla
    Du hast so eine tolle ehrliche Ausstrahlung falls du wieder
    einmal in Unterfranken bist oder in Fulda am Bahnhof hängen bleibst ruf mich doch einfach an.
    Ich fahr dich gerne dorthin wo du hin mußt.
    Es wäre für mich eine Ehre.
    Handy Nr 01587458231
    TEL: 09521/9577330

    Und mal ganz ehrlich für die Polizei wärs doch ein Klacks gewesen dir echte Hilfe anzubieten;UND DICH VON FULDA NACH WÜRZBURG ZU FAHREN:
    Du tust mir Leid und es ist eine pure Schande wie man dich
    schikaniert hat.
    Mit ganz lieben Grüßen
    Sigrid Behm

    23. September 2013 at 13:46
  • Dr. Stephan Brunner

    Mit dem Wort „Skandal“ sollte man vorsichtig sein. Die Deutsche Bahn IST aber ein Skandalunternehmen. Dies hier ist wieder ein eindrucksvolles Beispiel.

    23. September 2013 at 13:58
  • carolastoehr

    prinzipiell ist ja die „bahn „nun nicht gerade als „kundenfreundlich „bekannt …allerdings ist zu vermuten , das sich „normale „kunden nicht so einfach vor die (zug )tür etzen lassen .
    wogegen ein behinderter …im bösesten falle schnappt man den rolli und trägt ihn vor die (zug)tür ..

    das sich die polizei nicht unbedingt mit „ruhm „bekleckert „hat , könnte nahe liegen , allerdings geht aus der berichterstattung eher nicht hervor , in welcher form , denn die polizei vollstreckt ja nur das „hausrecht „der zugbegleiter in vertretung der „bahn „.

    sicher …man hätte dem behinderten seitens der polizei hilfe anbieten können , allerdings muss auch gesagt werden , ein polizeiauto ist kein taxi …ausserdem , hat der rollifahrer ein gültiges ticket gehabt ,,also, wird er seine ansprüche wohl auf dem zivilrechtlichen wege bei der „bahn „anmelden „müssen .

    dieses lied der „wise guys „ist eher kein „hohn,-und spottlied, sondern die blanke wahrheit !

    http://www.youtube.com/watch?v=wXjhszy2f9w

    23. September 2013 at 14:51
  • Matss

    Er muss „froh“ sein, nicht gleich von einem Schaffner verprügelt worden zu sein:

    http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/deutsche-bahn/schaffner-pruegelt-sich-mit-fahrgast-32485196.bild.html

    23. September 2013 at 15:30
  • Conny

    Egal ob es vorschriften gibt oder nicht, das ist doch eine absolute Sauerei!!!

    23. September 2013 at 15:48
  • Sigrid Behm Unterer Todtsberg 15 97437 Hassfurt

    LIEBE ROLLSTUHLFAHRER – SCHWEIGT NIE ZUM UNRECHT DAS EUCH ANGETAN WIRD – TRAGT ES IN DIE ÖFFENTLICHKEIT – DAMIT WIR – DIE WIR LAUFEN KÖNNEN DIE LIEBEVOLLE RESPEKTVOLLE RÜCKSICHT UND UMGANGSWEISE EUCH ENTGEGENBRINGEN KÖNNEN – ICH BIN ÜBERZEUGT WIR HABEN NOCH SEHR VIEL ZU LERNEN.

    Sicher ist die Polizei kein Taxi,
    ABER !! es heißt doch immer
    DIE POLIZEI DEIN FREUND UND HELFER
    Ein paar mir bekannte Jungs waren in Island und haben sich nicht so
    gut ausgekannt,da hat sie die Polizei kurzerhand zu einer
    Rundreise eingeladen und ihnen die schönsten Plätzchen der Gegend gezeigt.
    Auch das gibts.
    Also Rahim Nagibulla mein Angebot gilt,
    Das Handy ist am Aufladegerät,und eine Rollstuhlfahrerin hat sich schon gemeldet,diese hat sich gefreut dass ich Dir Hilfe angeboten habe.
    DANKE Lieber Rahim Nagibulla für deine Information über Deine Schikanebahnerlebnisse!!
    !! ROLLSTUHFLFAHRER DÜRFEN NICHT
    SCHWEIGEN WENN IHNEN UNRECHT ANGETAN WIRD !!
    Wie gut dass es Dich gibt und dass du das Unrecht das dir angetan wurde in die Öffentlichkeit trägst.
    Wir ALLE müssen sensibel werden für die Problematik der Menschen die auf den Rollstuhl angewiesen sind,
    WIR ALLE,und jeder kann mithelfen das sich so eine
    furchtbare BAHNALBTRAUMREISE nie mehr wiederholt.
    Mit ganz lieben Grüßen
    an ALLE Rollstuhlfahrer die diese Zeilen lesen
    Sigrid Behm.

    23. September 2013 at 16:15
  • Ottmar Amm

    Nach dem Lesen dieses Artikels fehlen einem nun doch wirklich die Worte! Mir (ich bin selbst Rollstuhlfahrer und Nutzer der Bahn) sind ja schon viele Beschwerden über die DB zur Kenntnis gekommen, aber das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus! Da ist ein Bahnhof mal endlich barrierefrei erreichbar und dann beweist das Personal sein Fingerspitzengefühl, und das höchstwahrscheinlich auch noch getreu der Beförderungsbestimmungen. Die Bahn brüstet sich ja gern damit 72% (3.870) ihrer insgesamt 5.369 Bahnhöfe seien barrierefrei. Aus ihrer Sicht bedeutet dies aber lediglich ohne Stufen und das hat mit Barrierefreiheit im Sinne von Zugänglichkeit der Bahnsteige ungefähr so viel zu tun wie ein Kuhfladen mit einer Pizza.
    Ein Beispiel aus Hessen: Auf der Strecke der Main-Weser-Bahn zwischen Kassel und Frankfurt am Main gibt es lediglich drei Bahnhöfe, an denen man als Rollstuhlfahrer nach dem Aussteigen aus dem Zug auch den Bahnsteig und damit den Bahnhof verlassen kann: Stadtallendorf, Marburg und Gießen. Das sind alle Stationen, die ich als barrierefrei ansehe! Vielleicht versteht man jetzt, warum Hessen auf der Rangliste der Bundesländer den 15. und damit vorletzten Platz einnimmt: Lediglich 59% (254) der 430 Bahnhöfe gelten selbst nach den Bahnmaßstäben als barrierefrei.
    Noch ein kleines Beispiel über die Auswirkungen dieses Zustands: Ein Rollstuhlfahrer, der von Marburg nach Treysa möchte, muss einen Umweg über Kassel in Kauf nehmen, da er in Treysa zwar aussteigen könnte, aber den Bahnsteig nicht verlassen kann! Auf der Rückfahrt aus Kassel hält dann der Regionalexpress (aber nur der!) auf Gleis 1 und das Verlassen des Bahnhofs ist von dort kein Problem. Zusätzliche Fahrtzeit ca. 1 Stunde (Kassel und zurück) plus zusätzlich ca. 50 Minuten Aufenthalt am Hauptbahnhof Kassel oder wahlweise am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, macht also mindestens 2 Stunden zusätzlich für eine normale Fahrtzeit von ca. 30 Minuten, aber Menschen mit Behinderung haben ja jede Menge Zeit! Die Bahn hält dies nach eigenen Angaben für zumutbar oder empfiehlt auf den Bahnhof Stadtallendorf in etwa 25 km Entfernung auszuweichen und von dort einen Pkw zu benutzen.

    23. September 2013 at 17:21
  • Casi

    Schwierig. Denn im Statement der Deutschen Bahn liest sich das etwas anders: http://www.bahn.de/dbbahn/view/service-notizen/2012-september/befoerderung-mit-rennrollstuhl.shtml

    23. September 2013 at 18:04
  • Conny

    @Casi Eigentlich steht da nichts drin beim Statement der Deutschen Bahn, was nicht auch in dem Bericht hier drin steht bzw. es wird auch nicht geleugnet z.B. dass die Polizei gerufen wurde. Was ist denn das für eine Kundenpolitik? Wie oft bin ich schon im Zug von Riesenkoffern fast erschlagen worden, ohne dass sich irgendein Schaffner über die Sicherheitsfragen aufgeregt hätte!

    23. September 2013 at 18:19
  • Toni Reichert

    Casi, nein, das ist gar nicht schwierig! Wegen 60 Zentimetern, die der Rennrollstuhl die erlaubte Länge überschreitet, macht die Schaffnerin so einen Zirkus und die Polizei wird gerufen? Also bitte sehr! In was für einem Land leben wir denn??? Und die Deutsche Bahn widerspricht nicht in ihrer Mitteilung dass der Rennrollstuhl angemeldet war. Oder habe ich da etwas falsch gelesen???

    23. September 2013 at 18:22
  • Denkt doch mal drüber nach!

    Das Problem ist hier nicht nur speziell die Bahn, sondern die Menschen, die sich verwandeln, wenn sie sich stark fühlen wie die Henker, sobald sie eine Uniform tragen dürfen. Gerade in Deutschland sollte man eigentlich wissen, wohin das geführt hat. Mehr will ich dazu gar nicht sagen.

    23. September 2013 at 18:27
  • Sigrid Behm Unterer Todtsberg 15 97437 Hassfurt

    WER MACHT MIT ???
    GRATISTRANSFER FÜR BARRIEREFREIHEIT UND ZEITERSPARNIS !!
    Die gegebenen Umstände für Rollstuhlfahrer sind einfach kathastrophal,und so nicht länger hinnehmbar,das leuchtet jedem ein der sich mit der Problematik befasst.
    Unser Land sollte GRATISAUTOS zur Verfügung stellen.
    Da könnten sich doch unsere Autoproduzenten einmal
    Positiv für die ROLLSTUHLFAHRER stark machen.
    Als Auszeichnung gibts dann die GOLDENE 6 STERNE-BEWERTUNGSZAHL.
    Diese Gratisfirmenautos wären dann wirklich eine lobende und eine gewinnbringende
    Werbung,im Sinne des Guten Willens für den ALLERNOTWENDIGSTEN ZWECK,nämlich als Rollstuhlfahrer,ohne Zeitverlust und Schikanen und nicht an die Uhr gebunden,von A nach B zu kommen.
    Ich könnte mir sogar noch vorstellen dass sich Fahrer finden die bereit sind sich positiv mit einzubringen.
    Vielleicht sposerd ja auch noch der eine oder andere
    etwas für Benzin oder übernimmt Väterchen Staat die Steuern und der ADAC die Versicherungs und Reisekosten.
    Das sind jetzt nur einmal Ideen aber vielleicht könnten diese ein Anstoß sein für tolle barrierearme Rollstuhlfahrten.
    Wer macht mit??
    .Wenns klappt wäre das doch einfach SUPER!

    23. September 2013 at 18:37
  • Ernst Schröder

    Sobald meine Vorschrift aufstellt, lässt sich jeder Rauswurf rechtfertigen, sogar mit Polizei. Verehrte Damen und Herren von der DB, dann sind Ihre Vorschriften falsch! So einfach ist das!

    23. September 2013 at 18:44
  • carolastoehr

    “ und erneut auf Alternativen verwiesen.“

    Die frage ist ..WELCHE alternativen ? auf wessen kosten ?

    ich kann den unterschied zwischen gepäckstücken , die in gängen /auf plattformen stehen, wenn die ICE voll /überfüllt sind und den weg versperren und eben diesem rolli nicht erkennen .

    beides kann im bösesten falle zu einer „falle „werden und es kommt auch keiner von der bahn auf die idee, die mitznehmenden gepäckstücke pro reisenden zu begrenzen , oder menschen ,die (als beispiel )3 gepäckstücke dabei haben , aus dem zug zu werfen .

    das statement der bahn klingt zwar nicht unlogisch …allerdings dürfte es in der heutigen zeit doch kein problem sein , für einen transport eines rollis (samt fahrer )zu sorgen , wenn dieser ANGEMELDET ist , das die „bahn „nicht über das nötige personal verfügt und /oder das technische eqiupment , kann ja nun nicht auf kosten der (behinderten )kunden gehen , so das dieser gezwungen ist , über rom nach berlin 🙂 zu fahren .

    naja, die bahn hat ja prinzipiell personalprobleme , die gleich mal ne ganze stadt „bahntechnisch „von der aussenwelt abschneiden

    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_64938002/deutsche-bahn-sorgt-mit-chaos-in-mainz-fuer-internationale-blamage-.html

    hinzu dürfte noch kommen , das die mitarbeiter der bahn , in dem falle der /die zugbegleier(in )eher ungeschult und nicht gerade empatisch war , die /der wird sich gedacht haben „der muss ja nicht laufen „..auch ein denkem , was bei vielen „normalen „anzutreffen ist ..

    ich denke , man sollte den vorfall NICHT auf sich beruhen lassen …denn man zahlt mit einem ticket immerhin eine beförderung ..zu einer zeit , die dem reisenden passt ..einer strecke ,die den wenigsten aufwand an zeit /muskelkraft erfordert ..man fragt sich , warum das nun bei behinderten nicht so sein soll ?

    was man für ne lehre draus ziehen kann /sollte ist , das sich weder die hersteller von bahnwagen , noch rollstühlen einen „kopf „machen , wie man der zu erwartenden veränderung in der bevölkerung , schon auf grund der demografie (die menschen werden älter ..da sind weder rollstühle /rollatoren dann ne seltenheit )gerecht werden kann /könnte ausser :

    die leute bleiben heim …

    (übrigens …bei bussen/strassenbahnen hat man mitunter das gleiche problem ..stundenlanges warten , bis man mitgenommen wird , ebenfalls mit der begründung der sicherheit )

    23. September 2013 at 18:50
  • Günther K. aus M.

    Das ist nicht unsere DB! Die setzt sich nämlich sehr für Euch ein:

    „Partner des Behindertensportverband

    Deutsche Bahn ist Förderer des Behinderten- und Nachwuchssports

    DB seit über zehn Jahren Partner des Deutschen Behindertensport-verbandes und Förderer des Schulsports in Deutschland für Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung“

    Die haben nur vergessen ins Kleingedruckte zu schreiben:

    So lange Ihr nicht den ICE benützt

    23. September 2013 at 23:45
    • Rolf R.

      Genialer Kommentar, der es auf den Punkt bringt!

      24. September 2013 at 09:54
  • Robby aus Berlin - Spandau

    Ach mann Deutsche Bahn wacht mal auf, Behinderte sind auch Menschen wie du und ich. Aber was ihr da abzieht, das ist der blanke horror. Und Ihr von der Polizei ihr müsst bei der horrorstory noch eins drauf setzen und euch gegen Behinderte stellen.

    ey wenn man für so fahrten auch bezahlen kann, dann solltet ihr eure Beförderungspflicht nachkommen.

    24. September 2013 at 03:47
  • Klaus-Dieter Dingel

    Sofort Strafanzeige gegen die Bahn und die Polizei stellen, wegen Verstoß gegen das Grundgesetz Artikel 3 Abs.3. Niemand darf wegen einer Behinderung benachteiligt werden.
    Die Beförderungsrichtlinien dürften den MA der Bahn bekannt sein, so hätte erst gar keine Fahrkarte heraus gegeben werden dürfen. Denn der Transport war ordnungsgemäß angemeldet worden. Dort hätte man die Schwierigkeiten beim Transport erkennen müssen.

    24. September 2013 at 08:50
  • Casi

    @ Conny und Toni Reichard

    Es gibt schon einen Unterschied. Die Bahn schreibt, dass er bei der Anmeldung auf die Probleme hingewiesen wurde und er trotzdem „auf eigene Verantwortung“ die Reise im ICE angetreten hat.

    Es handelt sich doch hier auch um einen _zweiten_ Rollstuhl und zwar ein Sportgerät, das als Gepäck mitgenommen wurde. Im ICE dürfen nicht mal gewöhnliche Fahrräder mitgenommen werden. Alle Menschen, die mit Sportgeräten dieser Art reisen wollen, müssen die Regionalverbindungen nehmen. Eine andere Variante ist das Aufgeben des Sportgeräts bei der Bahn als Gepäck.

    Kritikwürdig finde ich, dass bei der Bahn nicht der Wille vorhanden ist, jedem ICE ein Multifunktionsabteil anzuhängen. Nicht nur kritikwürdig sondern eine echte Sauerei wäre, wenn die Bahn nicht bereits vor Reiseantritt und damit im Vorfeld auf eben diese Probleme hingewiesen hätte. Dies ist jedoch zumindest nach dem Statement der Bahn nicht der Fall. (dass sich die Zugbegleiter hätten in diesem Fall kulant zeigen können ist unbenommen)

    24. September 2013 at 09:09
  • Rolf R.

    Wie machen es eigentlich andere Handbiker?

    24. September 2013 at 09:55
  • Melanie Fischer

    @ Casi: Dein Kommentar ist auf den ersten Blick einleuchtend. Dennoch gibt es aus meiner Sicht doch Unterschiede. Dem Besitzer eines Fahrrads unterstelle ich, dass er mobil ist und auch für ihn das Ein- und Umsteigen zwar mühsam, aber relativ problemlos machbar ist.
    Für einen Rollstuhlfahrer ist das sehr viel schwieriger. Selbst wenn er eine Begleitperson hat, weil es ja dann immer noch 2 Rollstühle sind, die von einem Ort zum anderen zu bringen sind. Man kann nicht sämtliche Fälle in Regeln bringen, und gerade deshalb verstehe ich, dass da niicht steht: „….Rennrollstuühle sind von dieser Regelung ausgenommen“, aber wenn es wie in diesem Fall hier wie geschrieben auch die Mitreisenden nicht stört, warum soll dann nicht auch mal eine Ausnahme möglich sein?
    Es wurde ja an anderer Stelle in den Kommentaren schon geschrieben, viel zu oft verstecken sich Leute hinter ihren Vorschriften (ich bin dagegen oft Personal begegnet, das sich hinter „Versicherungstechnischen Gründen“ versteckten).
    Dass es doch möglich ist, einen Rennrollstuhl mitzunehmen, zeigt doch, dass er in Berlin reingelassen wurde damit und erst nach dem Umsteigen „gestoppt“ wurde.
    Ein anderes Beispiel: Unsere Polizei hätte bei vielen Gelegenheiten theoretisch das Recht, zum Beispiuel Hooligans im Fußballstudion, zu erschießen. Aber bei der Polizei weiß man, dass man deeskalieren muss.
    Es gehört schon viel Frechheit und auch Unsicherheit der Schaffnerin dazu, wenn sie sich nicht anders zu „helfen“ weiß, als die Polizei zu rufen. Das ist ganz das Gegenteil von Toleranz in unserer Gesellschaft, das macht mich betroffen.

    24. September 2013 at 10:04
    • Gerhard

      „Versicherungstechnische Gründe“ sind schöne Formulierungen für die Mitarbeiter der Bahn, hinter denen sie sich verstecken können um Hilfe abzulehnen.
      Wurde bei Fragen nach der Hilfe beim Aussteigen (ohne den „Bahnlift“) mehrfach genannt.
      Gott sei dank verstecken sich die meisten „normalen“ Fahrgäste nicht hinter ähnlichen „Vorschriften“.

      4. Oktober 2013 at 13:22
  • Klaus-Dieter Dingel

    Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Im Bus darf laut Aushang auch nur ein Rollstuhl befördert werden. Trotzdem gibt es Busfahrer, die schon einmal zwei Rollstühle transportieren. Sie müssen das nicht !!! machen es aber doch. Ich bin mit der Bahn von Kassel nach Düsseldorf gefahren, habe meinen E-Rollstuhl und mich ordnungsgemäß angemeldet und wurde bevorzugt behandelt. Selbst beim Umsteigen war eine Hilfsperson für mich da, die mich in den anderen Zug begleitet hat. Ich kann nur sagen TOP. Ich stand im Drehbereich, da ich mit dem E-Rolli nicht in das Abteil kam, dafür kam alle paar Minuten eine Dienstperson und fragte mich ob es mir gut gehe. Zur Toilette konnte ich zwar nicht, hab es aber überstanden. Oft ist es auch „Wie man in den Wald ruft….)“

    24. September 2013 at 11:05
    • Helge Joachim Blankenstein

      Hallo K-D Dingel,
      Ich denke es sind hier kommunale Linienbusse angesprochen. Dazu ist zu sagen, dass die Aussage (nur ein Rolli pro Bus) nicht stimmt. Es gibt dafür keine rechtliche Grundlage. Grundsätzlich ist die Beförderung, gemäß geltender Vorschriften, so, dass jeder Bus einen geeigneten Platz mit Haltegurt etc. verfügen muss. Dies bedeutet aber nicht, dass nur ein rollstuhlnutzender Passagier befördert werden darf. Lediglich, dass durch Beförderung, mehrerer, zumeist schwerer E-Rollis, das zulässige Gesamtgewicht nicht überschritten werden darf. Die Begrenzung ist, soweit das Gesamtgewicht nicht überschritten wird, nicht Ermessenssache des Fahrers. Dieser würde, sollte er nur einen Rollinutzer befördern, sich strafbar machen.

      Helge Blankenstein
      Institut Impuls

      24. September 2013 at 20:37
      • Gerhard

        Die Verweigerung der Mitnahme eines E-Rollstuhles wurde bei uns von einem kommunalen Linienbusunternehmen damit begründet, dass der schwere Rollstuhl eine Gefahr für die anderen Reisenden darstellt, insbesondere meim Bremsen etc., vor allem weil er wegen dem Gewicht nicht ausreichend gesichert werden kann.

        Wie sieht es da z.B. mit Rollatoren älterer Mitmenschen aus, die im Bus befördert werden sollen?

        4. Oktober 2013 at 13:26
  • Sigrid Behm Unterer Todtsberg 15 97437 Hassfurt

    DER WEIßE KÖNIGSPUDEL
    Ein unvergesslich schönes Fahrerlebnis mit einer
    blinden alten Dame und ihrem weißen Königspudel
    möchte mein Herz gerne erzählen.
    Vor einigen Jahren wartete eine alte blinde Dame,mit ihrem weißen Blindenführhund vor dem Hassfurter Bahnhof,.Ihr Blindenführhund war ein weißer Königspudel,ein einziges Traumbild von Hund. Schon der Anblick des Tieres war einfach einmalig wunderschön.
    Zwischen ihrem vielen Gepäck stand die alte Dame,und das Bild hat mich so angerührt und mich innerlich bewegt dieser blinden Dame und ihrem Hund meine Hilfe anzubieten.
    Ich dachte mir,dieser Dame würde ich so gerne helfen,aber ob ich mich trauen soll sie zu fragen?
    Ich hab mir Mut genommen und sie gefragt .“Wo wollen sie hin, kann ich ihnen irgendwie helfen“?
    Sie wollte in ein Dorf im Steigerwald,ich sagte ihr:“Ich fahre
    sie gerne,ich bin ortskundig“.
    Die blinde Frau war sichtlich froh dass ich gekommen war und ihr meine Hilfe anbot.
    Ich half ihr beim einsteigen und lud ihr Gepäck ins Auto.
    Jetzt kommt das unerwartete Problem.
    Ihr Blindenführhund wollte auch mit den allerfreundlichsten Aufforderungen nicht in mein Auto einsteigen.Stur und selbstbewußt,wie angenagelt stand
    er da,und bewegte sich keinen Millimeter.
    Ich fragte die blinde Frau ob er mich beißt wenn ich ihn hochhebe und ins Auto einlade.
    Sie sagte,:“Er beißt nicht“.
    Also habe ich den weißen Riesenkönigspudel in meine Arme genommen,hochgehoben und ins Auto eingeladen.
    Der war gar nicht so leicht,der Königspudel..
    Die Autofahrt ins Steigerwalddorf war sehr schön und wird
    sicher ein gutes Erlebnis bleiben,unvergessen für uns drei.der blinden Frau,ihrem weißen Königspudel und mir.
    Menschen die Behinderten Hilfe anbieten möchten wissen
    oft nicht wie sies anfangen sollen.Sie trauen sich nicht einfach zu fragen ob Hilfe gebraucht wird.
    Wenn Hilfe gebraucht wird muß jeder helfen das ist doch das MINDESTE.

    24. September 2013 at 15:24
  • Helge Joachim Blankenstein

    Wenn ich das Statement der DB richtig verstehe, hat sind die Verfasser davon ausgegangen, dass

    a) Der Rennrolli mit einem Hublift in den Zug verbracht werde sollte. Eine irre Vorstellung. Warum? Der war doch leer? Wiegt also nur einige Kilo. Diese Ausrede greift natürlich nicht.
    b) Der Rolli mit einer Länge von 1,80 cm Übergröße habesollte? Kann man dieses Teil nicht hochkant lagern? Dann entspräche er den Ausmaßen einer Person.
    Wie auch immer. Ich denke die Bahn macht es sich mal wieder zu einfach. Aber besinnen wir uns doch mal etwas. Ist das Unternehmen des GRUBEnbauers nicht in der Hand der Bundesregierung? Und hat die bestehende Regierung mit Unterstützung der anderen sog. Volkspartei nicht die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet?
    Ist es also nicht der GRUBEnbauer der Schuldige, sondern die Aufsichtsführenden Gremien denen man auf die Zehen treten müsste?
    Was in dem Artikel fehlt, oder ich heb es überlesen, wie hat sich die Polizei verhalten?
    Helge Blankenstein
    Institut Impuls

    24. September 2013 at 20:30
  • Fran Kee (Pirat)

    [Satire]
    Ich empfehle STARK, Beschwerde bzgl. der deutschen Bahn nicht an irgendwelche indisch-irischen-mcpommeranischen Call-Center zu schicken (oder auch noch dank 01805er Abzocke dafür zu bezahlen…), deren arme Prekarier letztlich auch nicht dafür können.

    Sondern sich lieber DIREKT an die Deutsche Bahn zu wenden:
    [email protected], [email protected], [email protected], [email protected], [email protected], [email protected], [email protected], [email protected], [email protected], [email protected], [email protected]

    Folgt man diesem einfachen Namensschema [email protected], kann man mühelos auch gleich den gesamten Vorstand, Aufsichtsrat und Presseheinies auf den CC (oder, lustiger: BCC) setzten… und dringend um Antwort bitten, natürlich.

    Vorstand: Berthold Huber (Vorsitzender), Andreas Busemann, Ulrike Haber-Schilling, Wolfgang Heinrichs, Dr. Manuel Rehkopf
    Vorsitzender des Aufsichtsrates: Ulrich Homburg
    Aufsichtsrat: selber googeln

    Lustig ist es übrigens auch, den Leuten (google) Calendar-Einladungen zu schicken. Die kommen in ihrem (erwartbar corporate-nonsense) System nämlich als Terminanfrage durchaus an, müssen also angenommen oder abgelehnt werden (was passiert, q.e.d.)-

    SHARE THE NEWS 🙂

    26. September 2013 at 11:45
  • Sigrid Behm Unterer Todtsberg 15 97437 Hassfurt

    GÖNNEN WIR DOCH DEN ROLLSTUHLFAHRERN AUCH
    EIN BISCHEN VON UNSERER UNEINGESCHRÄNkTEN
    BEWEGUNGSFREIHEIT,DIE WIR DOCH ALLE NUTZEN !.
    WENN ZUGFAHREN MIT SOLCHEN HEMMUNGSLOSEN SCHIKANEN VERBUNDEN SEIN KANN, WARUM SETZEN
    DIE MENSCHEN DIE MITGEFÜHL MIT DEN ROLLSTUHLFAHRERN HABEN NICHT ALLE HEBEL IN BEWEGUNG DASS AUS DIESEN BAHNERLEBNISSEN ERNSTE KONSEQUENZEN GEZOGEN WERDEN ??
    BEHINDERTENGERECHTE FAHRTEN MÜSSEN RUND UM DIE UHR FÜR DIE MENSCHEN MIT BEHINDERUNG MACHBAR SEIN !!
    DIESE HABEN DAS RECHT AUCH EINMAL KURZENTSCHLOSSEN EINEN AUSFLUG ZU MACHEN ODER EINEN FREUND ZU BESUCHEN ODER EINFACH EINMAL RAUS ZU KOMMEN AUS IHREN 4 WÄNDEN:
    UND DIESES RECHT STEHT JEDEM BEHINDERTEN ABSOLUT MIT SICHERHEIT WIRKLICH ZU:
    DAFÜR SOLLTEN WIR UNS STARK MACHEN:
    BEHINDERTE SIND ECHTE FREUNDE DIE UNSERE HILFE MEHR ALS NUR VERDIENT HABEN ES SIND UNSERE MITMENSCHEN:
    UND VERGESSEN WIR NIE; AUCH WIR KÖNNEN HEUTE ODER MORGEN AUF EINEN ROLLSTHL ANGEWIESEN SEIN ODER ZU DEN BEHINDERTEN GEHÖREN;AUS WELCHEN URSACHEN AUCH IMMER:
    Mit den allerliebsten Grüßen
    aus Unterfranken
    Sigrid Behm

    26. September 2013 at 15:34
  • Gerhard

    Ergänzend zu dem ganzen Vorgang was allgemeines:
    Ist ja auch schon abenteuerlich, dass ein (möglicherweise durchaus mobiler) Rollstuhlfahrer seine Reise mit der Bahn (am besten schon einige Tage oder Wochen?) vorher anmelden muss!!
    Spontane Ausflüge sind also nicht vorgesehen.
    Dass vielleicht ein E-Rollstuhl ohne Hublift nicht in das Abteil kommt, mag ja noch nachvollziehbar sein, wenn auch hier die mangelnde Barrierefreiheit der Bahnhöfe das eigentliche Problem darstellt.
    Aber körperlich mobilen Rollstuhlfahrer die Mitfahrt zu verweigern (oder zumindest zu versuchen), weil sie die Fahrt „nicht angemeldet haben“ (selber bereits erlebt) ist ein weiteres Beispiel für den tollen Service der Bahn.

    Allerdings soll der Wille zur Besserung nicht unerwähnt bleiben. Mit einer Jugendgruppe von 7 Rollis hatten wir auch schon postitive Erlebnisse sammeln können, und wenn nicht gerade der Aufzug am Bahnsteig defekt ist, gibt es inzwischen doch an vielen Bahnhöfen die Möglichkeit auch als Rollstuhlfahrer selbständig zum oder vom Zug zu gelangen.

    4. Oktober 2013 at 13:35
  • Sigrid Behm Unterer Todtsberg 15 97437 Hassfurt

    Trotz aller guten und freudigen Erlebnisse wird VIEL
    VIEL ZU WENIG für die Menschen mit Behinderungen getan.
    Lifte und barrierefreie Wege und Hilfen von A bis Z es mangelt einfach an ALLEM.
    Lieber Rahim ich hoffe nur dass diei DICKE FETTE ENTCHULDIGUNG für die Schikanebahnfahrt mittlerweile
    eingetrudelt ist.
    Die Bahn könnte Dir ja eine Gratisbahnfahrt nach Deiner Wahl mit dem Glacierexpress durch die Schweiz sponsern als sichtbares Zeichen der Widergutmachung,das wär vielleicht einmal eine etwas andere abwechslungsreichere Aussicht als bei einer Bahnfahrt hier in Deutschland.
    Mit freundlichen Grüßen
    an alle Rollstuhlfahrer
    Sigrid Behm

    11. Oktober 2013 at 18:36
  • Karin

    Ich hatte diesen Sommer ein ähnliches Problem mit der Deutschen Bahn.

    Ich wollte mit dem Zug zum Bodensee fahren um von dort zu einer Handbiketour (Fahrradtour) am Rheinradweg zu starten. Ich selber brauchte keine Hilfe beim Ein- und Aussteigen oder dem Bahnsteigwechsel. Alle Züge und Bahnhöfe die ich benutzte waren barrierefrei und mein Gepäck transportierte ich selber auf meinem Schoß. Hilfe brauchte ich nur beim Transport meines Handbike. Das ist zwar sehr lang aber nicht schwer. Als ich mein Handbike (ein über 2m langes Liegerad für Rollstuhlfahrer) bei der Mobilitätszentrale anmeldete, fragte man mich nach Größe und Gewicht des Handbikes. Es sah so aus als wenn ich nicht der erste Hadbiker bin, der vereist. Beim eMail Wechsel mit der Mobilitätszentrale hatte ich das Gefühl das ich alles richtig gemacht habe und alles gut gehen wüde. Tatsächlich war meine Reise eine Katastrophe. Ohne die Hilfe von netten mitreisenden Fahrradfahrern, die ganz spontan mit anpackten obwohl sie selber sehr im Stress waren, wäre ich wohl nie am Bodensee oder Zuhause angekommen. An jedem Bahnhof, ich mußte mehrmals umsteigen, verweigerte man mir die Hilfe. Keiner wollte mein Handbike anfassen. Auch das ich mein Handbike hätte vorrausschicken sollen, sagte man mir nicht nur einmal. Das war aber nicht möglich. Ich war auf dem Weg zu einer Fahrradwanderung. Es gab weder eine feste Zieladresse wo man das Handbike hätte hinschicken können, noch hätte ich am Zielbahnhof auf mein Handbike verzichten können. Ich war fassungslos. Mein Handbike war angemeldet war,ces hatte eine Fahrradkarte und die Mobilitätszentrale wußte genauestens darüber bescheid, daß ich alleine reise und Hilfe beim Handbiketransport brauche. Angeblich dürfen die Helfer vom Mobilitätsservice nur Koffer anfassen, bei Fahrrädern und Handbikes ihrer behinderten Fahrgäste dürfen sie aber nicht helfen. Mehrmals sagte man mir auch, daß es hierzu widersprüchliche Aussagen von der Mobilitätszentrale und den ausführenden Helfern auf den Bahnhöfen gibt. Das bedeutet für den behinderten Fahrgast, egal was die Mobilitätszentrale sagt, die Helfer vor Ort haben ihre eigenen Regeln und helfen häufig nicht.

    Ich habe mich bei der DB durchgesetzt. meine Handbiketour war zwar sehr anstrengend, dafür aber wunderschön. Ich konnte das erste mal meine Behinderung vergessen und das tun, was ich als Fußgänger im Sommer am liebsten tat. An meine Grenzen gehen in der Natur. Doch solange wir Rollstuhlfahrer nicht sicher sein können das die Deutsche Bahn uns auch an unser Ziel bringt, werde ich wohl keine derartige Radwanderung mehr wagen.

    17. Oktober 2013 at 05:04
  • Andrea

    Ich bin auf einen Rolli angewiesen. Letzte Woche musste ich unangemeldet mit einem IC von Osnabrück nach Essen fahren. Ich hatte dort ein paar Tage verbracht und sollte eigendlich mit dem Auto abgeholt werden. Aber auf dem Weg zu mir hatte es eine Panne.
    Als ich am Osnabrücker Hbf zu dem DB Schalter fuhr, rechnete ich schon mit dem Schlimmsten. Es standen zwar mehrere Züge zur Auswahl, aber nur einer bei dem ich die Strecke ohne Umsteigen bewältigen konnte. Aber oh Wunder, niemand wies mich darauf hin, dass ich mich hätte anmelden müssen. Jeder hatte Verständnis für meine Situation. Innerhalb von 45 Minuten wurde abgeklärt ob genug Platz vorhanden war, die Rampen wurden organisiert, Personal bereitgestellt. Es wurde sogar überlegt, wie man mich mitnehmen könnte, wenn die Rolliplätze belegt gewesen wären. Vom Hbf fuhr noch ein Rollifahrer mit. Und man telefonierte auf meine Nachfrage noch mal extra mit dem Essener Hbf, ob die Rampe auch wirklich bereit stand.

    Ich finde, das muss auch mal gesagt werden. Danke, liebes Bahnpersonal für die schnelle und kompetente Hilfe.

    20. Oktober 2013 at 09:23
  • Thomas

    Hallo Andrea,

    „Ich finde, das muss auch mal gesagt werden. Danke, liebes Bahnpersonal für die schnelle und kompetente Hilfe.“
    so schriebst Du.

    Also ich persönlich halte das eher für eine Selbstverständlichkeit und das Verhalten des lieben Bahnpersonals im Rahmen der Beförderungspflicht der DB auch für unabdingbar !

    20. Oktober 2013 at 18:30
  • Heidi

    Ich habe kein Auto und fahre sehr viel mit dem Zug. Ich stimme zu das man bei allem Ärger mit der DB nicht vergessen darf, daß die DB ständig daran arbeitet die Beförderungsbedingungen von Menschen mit Handicap zu verbessern. Doch was bringt einem der ständige Ausbau der Barrierefreiheit, wenn das ausführende Personal vor Ort macht was es will. Wenn Eltern Kinderwagen (auch Zwillings- oder Drillingskinderwagen) im Zug mitnehmen dürfen ohne das das Servicepersonal streikt, dann sollte es auch selbstverständlich sein das Rollstuhlfahrer ihre Sportrollstühle und Handbikes im Zug mitnehmen dürfen, sofern das vorher mit der Mobilitätszentrale abgeklärt wurde. Das gleiche gilt für das vorherige Anmelden und sich helfen lassen müssen. Wenn Bahnhöfe und Züge barrierefrei sind oder ein Rollifahrer sich spontan zum Zugfahren entscheidet, darf der Rollstuhlfahrer nicht dazu gezwungen werden sich auf dem Weg durch einen barrierefreien Bahnhof oder in einen barrierefreien Zug begleiten oder helfen lassen zu müssen. Ich finde die DB ist auf einem guten Weg. Doch viele positive Veränderungen kommen beim Benutzer nicht richtig an, weil das Personal vor Ort nicht funktioniert. Wenn die DB den Umgang mit Behinderten und die Schulung ihres Personals verbessert, würde es auch viel mehr zufriedenere Rollstuhlfahrer geben.

    21. Oktober 2013 at 10:06
  • Sun

    Kinderwägen und riesige Rollkoffer müssen übrigens nicht angemeldet werden und werden selbstverständlich mitgenommen.

    17. März 2014 at 08:48
    • grisu

      Sowas käme bei der ÖBB nicht vor. Vermutlich müsste der Rennrolli im Gepäckwagen mitreisen, was übrigens auch mal einem E-Rollifahrer passierte, aber rausschmeißen würde man ihn sicher nicht. Außer er wird goschert und renitent (der Rollifahrer).

      Dann gibts ja auch noch das „Dienstabteil“ für allfällige Sondertfälle wie erkrankte Passagiere, müde Schaffner, Rollstuhlfahrer ohne Platzkarte und sicher auch lange Rennrollis mit abgesteckten Rädern.

      Ein übles Erlebnis hatte ich allerdings doch. Mit dem Autozug nach Innsbruck und zurück, wollte niemand den Wagen in den Waggon fahren (Versicherungstechnisch etc Blabla.) Ich mußte selbst den Wagen selbst reinfahren, was nicht das Problem war, sondern das Aussteigen und vom Waggon runterklettern – als Querschnittgelähmter!

      Bei der Rückreise haben wenigstens zwei Arbeiter, denen das zusehen dabei dann doch zu viel war, mich runtergehoben und in den Rolli gesetzt. Trotzdem war die Hose und Jacke dreckig vom Waggonboden auf dem ich zur Kante rutschen mußte.

      Aber immerhin hat mich niemand mit Polizeigewalt rausgeschmissen.

      5. Juni 2014 at 19:48

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