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Mit Summerhill wird es wohl nix, aber vielleicht mit der Inklusion

Saar-Regierung einigt sich auf Wahlfreiheit. Bildungsminister hatte mit eigenen Vorstößen zum Thema Inklusion und seinem Vorschlag auf Abschaffung der Noten Widerstand hervorgerufen.

Bildungsminister Ulrich Commerçon (Foto: dpa)

Bildungsminister Ulrich Commerçon (Foto: dpa)

Die große Koalition im Saarland will Inklusion in Grundschulen durch zusätzliche Lehrkräfte ausbauen und gleichzeitig die bestehenden Förderschulen erhalten. Damit gebe es künftig eine echte Wahlfreiheit zwischen beiden Fördermöglichkeiten, sagten die Fraktionschefs Klaus Meiser (CDU) und Stefan Pauluhn (SPD) am Montag in Saarbrücken.

Die von Koalition bereits eingeplanten zusätzlichen 142 Förderlehrer bis zum Jahr 2017 sollen in Grundschulen eingesetzt werden. Ursprünglich war eine Verteilung dieser zusätzlichen Stellen auf Grund- und Förderschulen vorgesehen.

Regierungsfraktionen stimmen Kompromiss zu

Dieser im Koalitionsausschuss erzielte Kompromiss sei von beiden Regierungsfraktionen gebilligt worden, betonten die Fraktionschefs. Ebenso sei ein Kompromiss in den strittigen Fragen von Notengebung und Versetzungen in Grundschulen erzielt worden.

Beim Einstieg in die Grundschule soll demnach künftig eine flexible Verweildauer für das erste und zweite Grundschuljahr von zwischen einem und drei Jahren gelten. Bei der Notengebung soll zwar das bisherige System von Ziffernnoten beibehalten, aber die individuelle Leistungsbeurteilung besonders kenntlich gemacht werden.

Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) hatte mit eigenen Vorstößen zum Thema Inklusion und seinem Vorschlag auf Abschaffung der Noten den Widerstand des Koalitionspartners CDU hervorgerufen. Dieser hatte darauf verwiesen, dass die Vorschläge über die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag hinaus gingen.

Hinweis zu unserer Überschrift: Summerhill ist eine 1921 von dem Reformpädagogen A.S. Neill gegründete und von ihm bis 1973 geleitete „Demokratische Schule“ in Leiston (Suffolk, England), die nicht auf Noten, sondern auf den freiwilligen Unterricht seiner mündigen Schüler setzt. Heute werden dort noch 90 Kinder und Jugendliche unterrichtet.

(dpa/lrs)

Inklusion in Schulen
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