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Mobile Öfen auch auf Weihnachtsmärkten brandgefährlich

Ein defekter Ofen kostete 14 Menschen in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald das Leben. Nun verdeutlicht ein Dekra-Test, dass derartige Gefahren auf jedem Weihnachtsmarkt lauern können.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt (Foto: Makrodepecher/pixelio.de)

Mobile Öfen wie bei der Brandkatastrophe in der Behindertenwerkstatt im Schwarzwald sind laut einem Test der Dekra auch auf Adventsmärkten eine Gefahrenquelle. Demnach können beschädigte Dichtungen, poröse Schläuche oder falsch angebrachte Anschlüsse zu verheerenden Explosionen führen, deren Feuerball ganze Hütten wegsprengt. Das geht aus einem Versuch des Stuttgarter Prüfkonzerns hervor, dessen Ergebnis heute bekannt gegeben wurde.

Die Dekra hatte noch vor dem Unglück in Titisee-Neustadt vom Montag mit 14 Toten mit Blick auf die Weihnachtsmärkte sogenannte Flüssiggasanlagen getestet. Ein solches Gerät mit Propangasflasche, ein Katalytofen, verursachte die Katastrophe in der Werkstatt. Die Gassysteme können diverse Verbraucher befeuern. Neben Öfen wie in der Behindertenwerkstatt gehören dazu auch Grills, Pfannen oder Kocher, so wie es sie in aller Regel auf Weihnachtsmärkten hierzulande gibt.

Bummel kann höchst riskant werden

Die Testexperten schreiben: „Der Bummel über den Weihnachtsmarkt kann buchstäblich brandgefährlich werden, wenn Betreiber von Verkaufsständen schlecht gewartete oder ungeprüfte Flüssiggasanlagen für Grills, Pfannen oder Heizgeräte verwenden.“ Die Marktbeschicker wüssten oft nicht, dass ihre Anlagen regelmäßig zu kontrollieren und zu warten seien, obwohl es eindeutige gesetzliche Vorschriften gebe.

Die Dekra untersuchte mit ihrem Test keinesfalls ein abwegiges Szenario. Im Dezember 2005 wurden bei einem Brand auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt drei Menschen verletzt. Laut Polizei explodierte eine Gasflasche, als die 61 Jahre alte Besitzerin eines Standes ihren gasbetriebenen Ofen einschaltete. Als ein Polizist die Frau aus der zerstörten Bude retten wollte, folgte auch noch eine Verpuffung.

Der Prüfkonzern beschreibt seinen Versuchsaufbau so: „Die Gefahr entsteht typischerweise, wenn der Betreiber die geschlossene Hütte nach einer Pause wieder in Betrieb nimmt. Strömt über längere Zeit Gas aus, kann tatsächlich ein zündfähiges Luft-Gas-Gemisch entstehen, das durch einen Funken – beispielsweise vom Lichtschalter – gezündet wird.“

Drei Szenarien – alle sind gefährlich

Die Dekra testete die Versuchshütten in drei Szenarien: Mit geöffneter Verkaufsklappe – wie im laufenden Geschäft also – und auch während einer Pause mit geschlossener Klappe und Tür. Variante drei war die verriegelte und verrammelte Hütte mit verschraubten Zugängen, so wie die Buden üblicherweise über Nacht zurückgelassen werden.

Selbst bei Variante eins (laufenden Betrieb) war die Konzentration ausreichend für eine heftige Verpuffung, in der die in und neben der Hütte platzierten Plastikpuppen Verbrennungen erlitten. Die anderen Szenarien ergaben Explosionen, die die Menschenattrappen teilweise meterweit durch die Luft katapultierten und Trümmer wegschleuderten.

Hoffentlich werden Vorschriften befolgt

Dekra-Experte Ulrich Droste leitete die Versuche. Sein Fazit: „Die Tests haben gezeigt, dass von flüssiggasbetriebenen Kochern und Grills in Markthütten erhebliche Gefahren ausgehen können, wenn die Gasanlagen nicht den einschlägigen Vorschriften gemäß kontrolliert und gewartet werden.“ Welchen verheerenden Fehler der Ofen in der Behindertenwerkstatt im Schwarzwald genau hatte, ist noch ungeklärt.

(dpa)

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