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Mobilitätseingeschränkte Reisende: Die deutschen Flughäfen finden sich vorbildlich

Täglich fliegen 2.700 Betroffene. Aber auch hier gilt die Vorschrift, sich 48 Stunden vorher anmelden zu müssen. Ein spontanes Ich-bin-dann-mal-weg gibt es für Behinderte weder mit dem Flieger noch mit der Bahn.

Schoppingzeile im Flughafen München (Foto: Dr. Werner Hennies)

Die deutschen Flughäfen sind bei der Unterstützung von Reisenden mit eingeschränkter Mobilität vorbildlich. Dies habe eine aktuelle Umfrage des Flughafenverbandes ADV ergeben. Passagieren mit eingeschränkter Mobilität, so genannten „Passengers with reduced mobility“ (PRM), wird auf Grundlage der Verordnung (EG) Nr. 1107/2006 seit 2008 ein europaweit einheitlicher Service beim Ein-, Aus- und Umsteigen durch die Flughäfen angeboten.

Doppelt so viele Reisende wie bei der Deutschen Bahn

Laut ADV-Umfrage erhielten im vergangenen Jahr an den deutschen Flughäfen mehr als eine Million mobilitätseingeschränkte Reisende Unterstützung. „Derzeit nutzen Tag für Tag ca. 2.700 Passagiere die PRM-Services der deutschen Flughäfen. Damit kümmern wir uns um mehr als doppelt so viele Reisende wie die Deutsche Bahn, die nach eigenen Angaben täglich 1.233 mobilitätseingeschränkte Passagiere zählt. Aufgrund des demografischen Wandels gehen wir davon aus, dass sich die Nachfrage in den kommenden Jahren sogar verdoppeln wird“, erläutert ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel die Ergebnisse.

Austausch mit lokalen Behindertenverbänden

„Die Gäste sind mit den Serviceleistungen der deutschen Flughäfen und der dafür notwendigen Infrastruktur hoch zufrieden. Es gab auf eine Million Passagiere nur eine Hand voll Beschwerden, die im Nachgang fast alle ausgeräumt werden konnten“, so Ralph Beisel weiter. Um dieses hohe Leistungsniveau zu erreichen und mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen, stünden die deutschen Flughäfen im engen Austausch mit den lokalen Behindertenverbänden.

Fluggäste mit eingeschränkter Mobilität müssen spätestens 48 Stunden vor Abflug ihren Bedarf dem befördernden Luftfahrtunternehmen mitteilen (dieses Zeitfenster gilt bekanntlich auch für den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn.) Die lokalen Behindertenverbände scheinen sich daran im Gegensatz zu ROLLINGPLANET nicht zu stören. Die Fluggesellschaft leitet die Information an den Flughafen weiter, damit dieser Personal und Equipment bereitstellt. Die Kosten für die PRM-Dienstleistung werden von den Flughafendienstleistern an die Fluggesellschaften weitergereicht.

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