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Modeltraum mit Handicap: Stephanie aus Hüttenbach

Über mich:

Was den Rollstuhl betrifft, habe ich ihn nicht schon immer. Im Alter von 5 ging’s los, dass ich keine Kerze mehr ausblasen konnte (kann ich aber wieder), die Muskulatur schwächer wurde.

Nach einer 4-jährigen Arzt-Odysse wurde dann eine Muskeldystrophie diagnostiziert. Prognose: mit 15 werde ich im Rollstuhl sitzen. Einziger Vorteil, Herz und Atmung wären nicht betroffen. Mit diesen Aussagen hat man meine Eltern nach Hause geschickt.

Das traf dann erst mal so nicht ein. Natürlich wurde alles nicht besser. Aber irgendwie ging es immer noch. War mit im Skilager, hab noch Tanzkurs gemacht, normal Autofahren gelernt, mein Studium absolviert… halt mit mehr oder weniger großen Einschränkungen.

Mit 32 hab ich mir dann einen komplizierten Oberschenkel-Spiralbruch zugezogen. Nach komplizierter OP dann 12 Wochen Reha, und es war halt trotzdem nicht mehr alles so wie vorher. Wollte dann auch gleich wieder arbeiten und habe mir gleich wieder einen Bruch zugezogen. Diesmal Sprunggelenk und Unterschenkel. Wieder 2 Wochen Krankenhaus und dann noch mal 10 Wochen Reha. Da noch die Kniescheibe angeknackst.

Dann kam nach einer satten Depression die Erkenntnis, dass es doch vernünftiger ist, mich mit dem Rollstuhl anzufreunden.

Mittlerweile habe ich auch die Vorzüge erkannt: In meiner Mobilität, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit bin ich seit dem völlig autark.

Durch meinen ehemaligen Freund bin ich zum Tauchen gekommen. Natürlich bin ich da unten völlig dem Tauchlehrer ausgeliefert, aber es ist einfach gigantisch, und ich möchte es nicht mehr missen. Gerade die Taucherlebnisse auf den Philippinen waren super.

Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der erst mal alles versucht auszuprobieren. Da bin ich auch gern zur Improvisation bereit und treibe mein Umfeld damit zum Wahnsinn 🙂

Ich weiß, dass das nicht das typische Bild eines Behinderten ist. Im Kollegium, im Freundeskreis wird oft der Kopf geschüttelt, meine unkonventionelle Art damit umzugehen bewundert.

Viele Gesunde machen Dinge nicht, die ich mich traue. Es ist für mich Selbstbestätigung, Beweis, dass vieles mit dem nötigen Willen geht. Stärkt mich und gibt mir Selbstbewusstsein. Lässt mich neue Grenzen erkennen, aber auch überwinden 🙂 und macht vor allem das Leben lebenswert.

Außerdem bin ich der Meinung, dass jeder das tun und lassen soll, was er will – egal ob behindert oder nicht 🙂

Dass dazu auch High Heels gehören, ist für mich nur selbstverständlich 🙂

Beruflich bin ich seit über 15 Jahren Lehrerin an einer Hauptschule.


ROLLINGPLANET bietet behinderten Menschen, die Model werden wollen, eine ganz besondere Chance: Sie können sich für ein glamouröses Fashionshooting an der Seite von MISS ANGEL 2012 bewerben, das der Starfotograf Philipp Nemenz inszeniert. Sie haben es dabei einfacher als MISS ANGEL 2012: Sie müssen sich nicht einem Online-Voting stellen, sondern werden im November von der Jury ausgewählt. Bis dahin werden wir auf ROLLINGPLANET in loser Folge interessante Kandidaten vorstellen, falls diese nach Rücksprache damit einverstanden sind.

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