Monica Lierhaus kann sich schon wieder nicht damit abfinden, dass sie eine Behinderung hat

Die Journalistin bezeichnet die Aussicht auf ein Leben im Rollstuhl niederschmetternd und zeigt sich stolz auf ihre Reha-Erfolge.

Moderatorin Monica Lierhaus bei einem Pressetermin in Hamburg Anfang dieses Jahres. (Foto: Christian Charisius/dpa)

Moderatorin Monica Lierhaus bei einem Pressetermin in Hamburg Anfang dieses Jahres. (Foto: Christian Charisius/dpa)

Man kann weder ewig jung noch perfekt sein: Als „Sportschau“-Moderatorin mochten wir sie, inzwischen geht sie uns mit ihrer larmoyanten, öffentlich und mit viel Selbstmitleid betriebenen Suche nach der Person, die sie einst einmal war und die so gerne wieder wäre, auf den Wecker.

Journalistin Monica Lierhaus zeigt sich stolz darauf, dass sie nach jahrelanger Reha nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen ist. „Mir wurde ein Leben im Rollstuhl prognostiziert“ sagte die 46-Jährige dem Magazin „Focus Gesundheit“, „aber niederschmetternde Behauptungen sind für mich ein Ansporn, das Gegenteil zu beweisen“. Die Mitglieder der ROLLINGPLANET-Redaktion, die solch eine niederschmetternde Tatsache teilweise schon seit Jahrzehnten fröhlich überleben (darauf sind wir nicht stolz, wir finden das ganz normal), erinnern sich spontan daran, dass Lierhaus im Juli 2015 ein ziemlich krasses Ding raushaute: „Lieber tot als behindert“, sagte sie damals.

Vor sieben Jahren schwer erkrankt

Bei einer Hirn-OP war es 2009 bei der Hamburgerin zu Komplikationen gekommen, sie musste ins künstliche Koma versetzt werden. Tätigkeiten wie Essen, Trinken, Sprechen und Gehen musste die TV-Moderatorin komplett neu lernen. „Mit medizinischer Rehabilitation ist unglaublich viel möglich, das Gehirn kann neue Verbindungen aufbauen“, sagt Lierhaus jetzt. „Aber das alles dauert und kostet Zeit“. Oft habe sie ihre Fortschritte erst im Nachhinein erkannt.

Über ihre Krankheitsgeschichte hat Lierhaus Anfang des Jahres das Buch „Immer noch ich“ veröffentlicht. Kurze Zeit später wurde sie wegen einer Blinddarmentzündung und einer Infektion der Bauchhöhle in die Notaufnahme einer Hamburger Klinik gebracht und operiert.

So kann man auch mit einer Behinderung umgehen: ROLLINGPLANET empfiehlt Moncia Lierhaus, sich mal bei Kira Grünberg oder Mirko Korder zu erkundigen.

(RP/mit Materialien von dpa)

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23 Kommentare

  • Stefan Weber

    Genau wie dieser „Vorzeigebehinderte“ Koch geht mir die Frau mittlerweile echt auf den Sender mit ihrem Gequatsche.

    29. November 2016 at 10:03
    • Andrea Bröker

      Genau, die haben zwar ein Handicap, aber ganz sicher keine finanziellen Probleme und somit können sich sich ein Leben leisten, von dem die meisten anderen Behinderten nur träumen können.

      29. November 2016 at 16:52
  • Marion Koch

    Mensch lässt doch die Frau in Ruhe

    29. November 2016 at 10:33
  • Haakon Nogge

    Es ist extrem überheblich von euch, sie dafür zu kritisieren, dass sie mit ihrer Situation hadert, nur weil ihr gelernt habt, sie als „normal“ zu empfinden. Man sollte ihr wünschen, dass sie sie akzeptieren lernt, aber ihr vorzuhalten, dass sie es (noch?) nicht tut, geht gar nicht.

    29. November 2016 at 10:39
  • Marion Koch

    Haakon nogge Danke

    29. November 2016 at 10:46
  • Sabine Schaetzle

    Jeder hat das Recht, mit seiner/ihrer Behinderung umzugehen, wie er/sie will. Ich finde es eher authentisch, wenn man zugibt, dass man hadert, dass es eben doch nicht so toll ist, mit Handicaps zu leben, dass man darüber traurig und oft verzweifelt ist. Mich nerven wirklich ganz extrem diese Ausnahmetalente bei den Behinderten. Diese publicityträchtigen Großaktionen wie: ohne Beine durch den Himalaya…oder Blind über den Atlantik segeln, oder der Akademiker mit Down-Syndrom..ect pp. Sicher, es mag solche Ausnahmeerscheinungen geben. Aber, es sind eben nur seltene Einzelfälle und sollten nicht immer dafür hergenommen werden zu zeigen, WAS alles möglich ist mit Behinderung. Mir machen solche Beispiele eher ein schlechtes Gewissen, weil mein Kind mit DownSyndrom galaxienweit entfernt davon ist auch nur einen normalen Schulabschluss zu schaffen. Diese permanente Zurschaustellungen von Höchstleistungen TROTZ Handicap verunsichern und deprimieren die allermeisten, verursachen ein Gefühl der Unzulänglichkeit und Hoffnungslosigkeit. Deshalb finde ich es ehrlicher und hilfreicher, wenn man, wie Fr.Lierhaus öffentlich zugibt, dass es verdammt schwer ist, behindert zu sein und dass es aber möglich ist, dennoch an sich zu arbeiten und etwas zu erreichen. Dass man eben auch mit alltäglichen Errungenschaften Großes geleistet hat. Für viele ist es eine unendliche Bereicherung, endlich alleine sich anziehen zu können. DAS ist der Himalaya und der überquerte Ärmelkanal.! Man darf Menschen mit Behinderung(en) nicht verbieten darüber auch mal zu Jammern.

    29. November 2016 at 10:58
    • Stefan Weber

      Ewig auf die Tränendrüse zu drücken und sich in Selbstmitleid zu suhlen ist aber bestimmt auch nicht der richtige Weg. Und Frau Lierhaus macht genau das wenn ein Mikro in der Nähe ist, in das sie reinheulen kann. Und das nervt mich richtig. Ein gesunder Mittelweg wäre, meiner Meinung nach, das Richtige. So nach dem Motto: „Natürlich ist es nicht immer toll, aber es gibt auch schöne oder gute Momente.“

      29. November 2016 at 11:22
      • Haakon Nogge

        Lies dir mal die Original-Quelle durch, nicht die verkürzte und mit bösartigen Kommentaren durchsetzte Fassung von Rollingplanet. Da kommt sie meines Erachtens gar nicht tränendrüsig und selbstmitleidig rüber. http://www.focus.de/panorama/boulevard/leute-monica-lierhaus-ist-stolz-auf-reha-erfolge_id_6268947.html

        29. November 2016 at 11:23
        • Thomas Schmidt

          sabine, es gibt einen sehr breiten mittelweg zwischen medienwirksamer höchstleistung und dem andauernden kokettieren mit dem selbstmord. man kann auch so zufrieden und ausgefüllt leben. insofern gebe ich dir recht.

          29. November 2016 at 13:12
          • Sabine Schaetzle

            Stimmt. Hab ich gelesen.

            29. November 2016 at 11:46
          • Andreas Lindlar

            @Haakon Nooge Der Text beim Focus hat aber auch keinen Informationsgehalt.

            29. November 2016 at 19:30
  • B.S.

    Ahoy zusammen,

    danke für den schönen Bericht.
    Könnt ihr mir die Quellen nennen?

    Ich habe nämlich gemerkt, dass ich mich die letzten 3 Jahre einfach nicht genug angestrengt habe, um wieder aus dem Rollstuhl zu entsteigen. Vielleicht hilft mir die Quelle ja und wenn nicht, kann ich mich ja immer noch umbringen.
    Den mein Wahlspruch für die Zukunft lautet ab heute, lieber tot als behindert!

    Ach und bevor Ihr jetzt das Interventionsteam losschickt.

    War nur Spaß!
    Aber die Quelle hätte ich gern trotzdem! 😉

    Die Frau ist zum brüllen!

    29. November 2016 at 13:39
  • Thomas Schmidt

    mädel, werd mal erwachsen!

    29. November 2016 at 13:47
    • Sabine Schaetzle

      Wer?

      29. November 2016 at 13:49
      • Thomas Schmidt

        frau lierhaus

        29. November 2016 at 13:50
        • Gregor Schlicksbier

          Dann fang mal an

          29. November 2016 at 17:59
  • Reinhard Müller

    Hab auch eine Behinderung.. Habe eine sehr sehr seltene Muskel und Nerven erkrankung und dazu Krebs Bin in ganz Europa der einzige mit dieser Erkrankung. Für mich gibt es keine Forschung geschweige denn Medikamente.. Da sollte Sie froh sein das sie nur diese Erkrankung hat.. Und weiß was Sie hat.. Muss auch jeden Tag das beste raus machen… Egal wie es kommt…

    29. November 2016 at 18:00
  • Wolfsspitz

    Der Informationsgehalt und die Relevanz des Artikel ist aber auch kurz vor den Absoluten Nullpunkt.

    29. November 2016 at 19:33
  • Andrea Ferstl

    Vielleicht etwas sehr polemisch geschrieberner Artikel, der es aber meiner Meinung nach auf den Punkt bringt: Man wünscht niemanden eine Behinderung, und ich gönne Frau Lierhaus ihre großen Reha-Fortschritte. Aber Behinderung ist kein Schicksal, mit dem man nicht fertig werden kann bzw. zu Leben gibt es keine Alternative, falls nicht wirklich der Spruch „Lieber tot als behindert“ gelten soll. Die Barrieren für Behinderte beginnen u.a. im Kopf der Mitmenschen, man ist nicht behindert, sondern wird behindert. Insofern ist es ärgerlich, wenn Prominente wie Frau Lierhaus den Eindruck in den Köpfen vieler verstärkt, dass Behinderung das Ende vom Leben oder ein Rollstuhl (dauerhaft) „niederschmetternd“ ist.

    29. November 2016 at 22:23
  • Werner Ruch

    Mal ehrlich, wer hadert nicht auch zwischendurch? Ich lebe seit 58 Jahren (von 60) mit den Folgen von Polio (Kinderlähmung) – die erste Hälfte ging ich an Stöcken mit Orthesen an beiden Beinen, seither lebe ich im Rollstuhl – und immer mehr gar liegend. Ich lebe damit, aber ich hadere auch damit – immer mal wieder. Wer vorgibt nie zu hadern, macht sich selbst und andern was vor – und zerbricht eines Tages daran!

    30. November 2016 at 07:42
  • Peter

    Völlig unreflektierter und antiliberaler Beitrag.

    Nur weil ein Mensch eine Behinderung hat, hat er deshalb noch lange nicht das Recht, über andere Menschen mit Behinderung so harsch zu urteilen wie in diesem Beitrag geschehen. Frau Lierhaus erlaubt sich kein pauschales Urteil über Menschen mit Behinderung, sondern äußert einfach nur ihre Meinung zu ihrer eigenen, ganz individuellen Wahrnehmung ihrer Situation. Ihre Aussagen auf alle Menschen mit Behinderung zu generalisieren ist falsch, überheblich und inakzeptabel. Das ist überhaupt nicht die Absicht von Frau Lierhaus. Frau Lierhaus ist nicht das Sprachrohr der Menschen mit Behinderung, will sie auch gar nicht sein!

    Man kann gerne einen Beitrag darüber schreiben und ihre öffentlichen Aussagen gerne kritisieren. Aber bitte etwas differenzierter. Wem hilft so ein Beitrag?

    30. November 2016 at 13:16
  • Pflegeperson

    Die Frau sagt nichts als die reine Wahrheit, und belügt sich, im Gegensatz zu vielen anderen Betroffenen, nicht selbst!

    Die Person, welche ich pflege, wäre lieber tot, als weiterhin auf den Rollstuhl angewiesen sein. Was ist das für ein Leben, wenn man weder über Arme noch Beine Gewalt hat und 24/7/365 von anderen abhängig ist?

    30. November 2016 at 14:28
  • dasuxullebt

    Wenn jemand den Tod vorzieht ist das sein Recht. Dass man den Menschen in Deutschland dieses Recht generell vorenthält, dass es sogar de facto ein Gedankenverbrechen ist, sterben zu wollen, finde ich moralisch verwerflich.

    Dass man bei einem so schweren Schicksalsschlag auch an das Sterben denkt, halte ich für absolut nachvollziehbar. Dass man nicht sofort aufgeben sollte sondern erst versuchen sollte damit zurechtzukommen und schaun ob man das Leben das man dann führt wirklich führen will, und dass man als Gesellschaft das Möglichste tun sollte um behinderten Menschen ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen, sollte aus meiner Sicht ebenfalls gesellschaftlicher Minimalkonsens sein. Ich kann sogar verstehen dass sich manche Behinderte die sich für ein solches Leben entscheiden angegriffen fühlen wenn jemand sich öffentlich dagegen entscheiden würde.

    Aber ich bitte doch, rational und tolerant zu bleiben: Wenn ein Mensch den Tod vorzieht, ist das seine Entscheidung, und ich finde man muss diese respektieren. Das nimmt dem Menschen der das nicht tut nichts weg.

    30. November 2016 at 14:40

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