München zur barrierefreisten Metropole Deutschlands gewählt

Schlusslicht ist eine große nordrhein-westfälische Stadt. Und in Berlin gibt’s auch noch viel zu tun.

Die bayerische Landeshauptstadt München (Foto: Shutterstock)

Die bayerische Landeshauptstadt München (Foto: Shutterstock)

Die Münchner bewerten ihre Stadt als vergleichsweise behindertenfreundlich. Die ROLLINGPLANET-Redakteurinnen & -Redakteure übrigens auch – nicht aus Patriotismus, weil wir unseren Sitz in München haben, sondern weil wir immer, wenn wir unsere Grenzen verlassen (z.B. Richtung Berlin), denken, wie gut wir es doch haben im Vergleich zu anderen Menschen mit Behinderung, die woanders wohnen. Öffentliche Verkehrsmittel, aufgeschlossene und engagierte Behörden, ein umfangreicher Aktionsplan für Inklusion – auch wenn in München nicht alles perfekt ist, vieles passt.

Die bayerische Landeshauptstadt kommt nicht nur unseren Einschätzungen zufolge besser weg als andere große Städte in Deutschland, die ebenfalls von ihren jeweiligen Einwohnern bewertet worden waren. Dies ergibt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag der Aktion Mensch anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am Donnerstag (5. Mai). Die Plätze zwei bis vier belegen Frankfurt, Hamburg und Berlin – Schlusslicht ist Köln.

Viel Handlungsbedarf

München verteidigte seinen Spitzenplatz aus der vorherigen Umfrage aus dem Jahr 2012 (ROLLINGPLANET berichtete: Barrierefreie Städte: München auf Platz 1, Hamburg ist Schlusslicht). Diesmal bestätigten 41 Prozent der Einwohner, dass ihre Stadt viel für Menschen mit Behinderung mache. Zum Vergleich: Bundesweit stimmten dieser Aussage lediglich 28 Prozent zu.

Dennoch sehen mehr als vier Fünftel sowohl der Münchner als auch der Gesamtbevölkerung in Deutschland Handlungsbedarf: Vor allem beim Zugang von Gebäuden und Plätzen sowie der Nutzbarkeit der öffentlichen Infrastruktur hapere es noch. Dicht darauf folgt der Wunsch nach Verbesserungen beim privaten Wohnen, im öffentlichen Nahverkehr, Zügen und Flugzeugen sowie im Arbeitsmarkt.

Für die repräsentative Umfrage wurden rund 1000 Menschen bundesweit befragt. Zusätzlich bewerteten weitere 1300 Menschen aus den fünf einwohnerstärksten Städten Deutschlands die Barrierefreiheit ihrer Heimatstadt.

(RP/dpa/lby)

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