Mukoviszidose-Früherkennung ab September bundesweit

Frühe Therapie kann schwere Krankheitsverläufe bis hin zu Behinderung und Tod vermeiden helfen.

Am Fuß eines Babys wird Blut für ein Neugeborenen-Screening abgenommen. Ein Mukoviszidose-Test gehört bislang nicht zum standardmäßigen Neugeborenen-Screening in Deutschland. (Foto: Stefan Sauer/dpa)

Am Fuß eines Babys wird Blut für ein Neugeborenen-Screening abgenommen. Ein Mukoviszidose-Test gehört bislang nicht zum standardmäßigen Neugeborenen-Screening in Deutschland. (Foto: Stefan Sauer/dpa)

Neugeborene können künftig bundesweit auch auf Mukoviszidose getestet werden. Das Screening zur Früherkennung der seltenen erblichen Stoffwechselkrankheit wird am 1. September eingeführt, wie ein Sprecher des Universitätsklinikums in Dresden am Montag mitteilte. Die Einrichtung ist Initiator des Vorstoßes. Dort werden bereits seit zehn Jahren alle in Ostsachsen zur Welt kommenden Kinder beim üblichen Neugeborenen-Screening auch darauf untersucht. Dabei wird Babys am dritten Lebenstag Blut aus der Ferse entnommen.

Nach wie vor unklar ist die Finanzierung des Screenings. „Bisher bekommen das nur niedergelassene Ärzte bezahlt“, erklärte der Kliniksprecher. Die Krankenkassen müssten die Vergütungspauschale für das Neugeborenen-Screening entsprechend anpassen. Die Dresdner Klinik finanziert die Kosten von fünf bis sechs Euro pro Kopf derzeit aus Spenden der Eltern und dem Klinikhaushalt.

Frühe Diagnose und Therapie können Wachstum, Lungenfunktion und Überlebensrate verbessern und schwere Krankheitsverläufe bis hin zu Behinderung und Tod vermeiden helfen.

Mukoviszidose ist eine angeborene und nicht heilbare Stoffwechselerkrankung. Bei Betroffenen sind bestimmte, für die Produktion von Körpersekreten wichtige Gene verändert. Der dadurch entstehende zähflüssige Schleim verstopft Atemwege, Leber, Bauchspeicheldrüse oder Dünndarm und schränkt die Funktion der Organe ein. In Deutschland leben nach Schätzung von Experten rund 12.000 Menschen damit; drei Viertel davon sind als Patienten registriert.
Die Krankheit kann durch eine frühe Therapie verlangsamt werden. Die Betroffenen haben Infekte und können Nahrung nicht richtig verdauen. Physiotherapie kann den Patienten helfen. Sie werden außerdem bei der Ernährung beraten, die kalorien- und fettreich sein muss.

(dpa)

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