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Multiple Sklerose: Krafttraining schützt Hirn vor Zerfall

Training hilft dem Nervensystem und startet Wachstum von Hirnarealen. Deutsch-dänisches Forscherteam stellt Ergebnisse vor.

Krafttraining mit Hanteln. (Foto: Stephanie Hofschlaeger /pixelio.de)

Krafttraining mit Hanteln. (Foto: Stephanie Hofschlaeger /pixelio.de)

Krafttraining kann bei Patienten mit Multipler Sklerose nicht nur „das Schrumpfen des Gehirns deutlich verlangsamen, sondern bewirkt auch, dass einzelne kleine Areale wieder zu wachsen beginnen,“ wie der Pressedienst pte schreibt. Er bezieht dabei auf eine aktuelle Forschungsarbeit der Aarhus University in Kooperation mit der University of Southern Denmark und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

„In den vergangenen sechs Jahren haben wir die Idee verfolgt, dass physisches Training Effekte auf mehr als nur Symptome der Krankheit hat. Diese Studie gibt die ersten Anzeichen dafür, dass physisches Training das Nervensystem vor der Krankheit schützen kann“, erklärt Ulrik Dalgas von der Aarhus University. Demnach ist Krafttraining nicht nur gut, um das Einsetzen der Symptome der Multiplen Sklerose zu verlangsamen, sondern auch, um das Nervensystem effektiv zu verteidigen.

MR-Scans zeigen Erfolge

In der Studie haben die Forscher 35 Patienten mit diagnostizierter Multipler Sklerose sechs Monate lang begleitet. Die Hälfte der Gruppe absolvierte ein Krafttraining jeweils zwei Mal pro Woche, während die anderen Probanden weiterhin ganz normal ihrem Alltag nachgingen. Nach der sechsmonatigen Testphase fertigten die Wissenschaftler MR-Scans der einzelnen Patienten an. In der Analyse zeigte sich, dass das Gehirn der inaktiven Patienten erheblich an Masse verloren hatte – ganz im Gegensatz zu den Probanden, die ein halbes Jahr lang wöchentlich Krafttraining geleistet hatten.

„Bei Menschen mit Multipler Sklerose schrumpft das Gehirn wesentlich schneller als bei Gesunden“, so Dalgas laut pte. „Medikamente können diesen Vorgang verlangsamen, aber wir haben hier die Tendenz gesehen, dass das Training das Schrumpfen des Hirns bei Patienten, die bereits Medikamente bekommen, noch stärker verzögert. Wir haben sogar beobachten können, dass einige kleinen Areale im Gehirn wieder zu wachsen begonnen haben.“ Die Forschenden betonen jedoch, dass bislang noch nicht klar ist, ob alle MS-Patienten vom Krafttraining profitieren können.

(pte)

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