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Multiple Sklerose: Ursache endlich gefunden?

Seit Jahrzehnten sucht die Forschung nach den Ursachen. Jetzt haben deutsche Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut eine heiße Spur entdeckt: Möglicherweise verursachen an und für sich nützliche Darmbakterien die Autoimmunerkrankung.

Bislang wurde angenommen, dass die nervenzerstörende Autoimmunkrankheit sowohl auf genetischer Veranlagung als auch auf noch unbekannten Umweltfaktoren beruht. Als mögliche Kandidaten für solche Faktoren galten bislang unter anderem verschiedene Krankheitserreger.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie Martinsried sind sich nun sicher, dass die natürliche Darmflora wahrscheinlich der lange gesuchte Auslöser der Multiplen Sklerose (MS) ist: Die unter normalen Bedingungen unschädlichen Bakterien können bei genetisch vorbelasteten Menschen eine Überreaktion des Immunsystems auslösen. Als Folge greife die köpereigene Abwehr das eigene Nervensystem an und löse damit die MS aus.

In Tests mit genetisch veränderten Mäusen zeigte sich, dass diese eine MS-ähnliche Entzündung im Gehirn entwickelten, wenn ihre Darmflora intakt war. Mäuse, die in keimfreier Umgebung ohne Darmbakterien gehalten wurden, blieben hingegen gesund. Wurden diesen jedoch nach ein paar Wochen normale Darmbakterien „eingeimpft“, erkrankten auch sie.

Focus: Auslöser im Darm ermittelt

Zum Themenschwerpunkt Multiple Sklerose

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