""

Muss jeder Mensch mit Diabetes Insulin spritzen?

7 Fakten anlässlich des europaweiten Rückrufs von „NovoMix 30“.

Ein sogenannter Insulin-Pen (Foto: dpa)

Ein sogenannter Insulin-Pen (Foto: dpa)

Heute wurde europaweit das Insulinpräparat „NovoMix 30“ des Herstellers Novo Nordisk zurückgerufen (ROLLINGPLANET berichtete). Bei Verwendung bestimmter Chargen drohen – in sehr seltenen Fällen – lebensbedrohliche Zuckerwerte für Menschen mit Diabetes. Aus diesem Anlass sieben schnelle Infos:

1. Was ist Insulin?

Mit dem Hormon Insulin regelt der Körper die Aufnahme von Zucker in seine Zellen. Es nimmt damit eine Schlüsselposition im Stoffwechsel ein. Fällt die Produktion von Insulin infolge einer Krankheit aus oder ist reduziert, muss sich der Patient das Hormon zur passenden Zeit selbst spritzen.

2. Wie viele Menschen sind betroffen?

Weltweit leben nach Schätzungen mehr als 250 Millionen Menschen mit Diabetes. In Deutschland sind mehr als sieben Millionen Betroffene in Behandlung. Bei einigen davon spricht der Körper auch nicht mehr auf Insulin an, Mediziner nennen dies Insulinresistenz. In der Regel besteht die Insulinresistenz schon viele Jahre vor der Diagnose.

3. Welche Folgen gibt es?

Die auch Zuckerkrankheit genannte Stoffwechselstörung Diabetes mellitus kann zu Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenerkrankungen und Erkrankungen der Netzhaut führen.

4. Warum nehmen Patienten „NovoMix 30“?

In Deutschland verwenden rund 16.000 Menschen mit Diabetes das Insulinpräparat. Es wird meist vor einer Mahlzeit verwendet, um einen zu hohen Blutzuckerspiegel zu senken.
Typisch für zu hohen Blutzucker (Hyperglykämie) sind Symptome wie häufigeres Urinieren mit erhöhten Urinmengen, übermäßiger Durst, Übelkeit, Müdigkeit oder Erbrechen. Zu den Symptomen zu niedrigen Blutzuckers (Hypoglykämie) zählen Benommenheit, Herzklopfen, Schwitzen, Taubheitsgefühl und verwaschene Sprache. Sie können bis zum Koma führen.

5. Muss jeder Mensch mit Diabetes Insulin spritzen?

Das gilt nur für Typ-1-Diabetiker. Bei Typ-2-Diabetes reicht manchmal schon ein gesünderer Lebensstil (zum Beispiel mehr Bewegung, gesunde Ernährung), um den Blutzuckerwert unter Kontrolle zu halten. Wenn nicht, werden Tabletten verordnet. Insulintherapie ist erst die letzte Option.

6. Müssen sich Menschen mit Diabetes ein Leben lang Insulin spritzen?

Das trifft nur auf Typ-1-Diabetiker zu. Typ-2-Diabetiker, die Insulin spritzen müssen, können manchmal wieder davon los kommen. Mit Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme und mehr Bewegung lässt sich die Stoffwechsellage oft so weit verbessern, dass Tabletten zur Blutzuckerkontrolle ausreichen.

7. Was ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2?

Es gibt zwei Hauptformen des Diabetes, die oft miteinander verwechselt werden. Bei Diabetes Typ 2, dem nicht-insulinabhängigen Diabetes, kann die Bauchspeicheldrüse zwar noch Insulin herstellen, aber das Hormon wirkt im Körper nicht richtig – oder es reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken. Beim weitaus weniger verbreiteten Diabetes Typ 1 (rund fünf bis sieben Prozent der Betroffenen), auch insulin-abhängiger Diabetes genannt, fehlt das Hormon Insulin.

(RP/dpa)


Themenschwerpunkt Diabetes
Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN