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Nach Meyra nun auch Petri + Lehr verkauft

Kehrel AG übernimmt mit ihrer Firma Starz GmbH den Fahrzeugumrüster.

Handbediensystem von Petri + Lehr (Pressefoto)

Handbediensystem von Petri + Lehr (Pressefoto)

Das ehemalige Meyra-Tochterunternehmen Petri + Lehr GmbH & Co. KGaus Dietzenbach (Hessen) hat einen neuen Eigentümer. Wie der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer Hans-Peter Burghardt, Herford, heute bekannt gab, wurde das auf die behindertengerechte Fahrzeug-Umrüstung spezialisierte Unternehmen mit Wirkung zum 2. Dezember 2013 an die Starz GmbH aus Großräschen (Brandenburg) verkauft.

Der neue Eigentümer war bisher Lieferant und Entwicklungspartner von Petri + Lehr für elektrische und elektronische Bauteile. Er verfügt den Angaben zufolge über ausgezeichnete Kontakte zur Automobilindustrie. „Die Starz GmbH brachte damit die wesentliche Voraussetzung mit, um den Geschäftsbereich Fahrzeugumrüstung von Petri + Lehr auch in Zukunft erfolgreich fortzuführen. Ohne direkte Verbindungen zur Automobilindustrie ist eine qualitativ hochwertige Fahrzeugumrüstung schon allein aufgrund der komplexen Elektronik heute nicht mehr möglich“, so Burghardt.

Asset-Deal one Altlasten

Starz gehört zur Dachorganisation Kehrel AG, die Petri + Lehr im Rahmen eines sogenannten Asset-Deals. Das bedeutet, dass alle Warenbestände, Maschinen, der Kundenstamm sowie sämtliche immateriellen Vermögensgegenstände auf den neuen Eigentümer übergehen, nicht aber die Verbindlichkeiten des Unternehmens.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem Verkauf auch für Petri + Lehr eine Perspektive schaffen konnten. Damit wurden für den Großteil der ehemaligen Unternehmensgruppe Meyra Ortopedia neue Eigentümer gefunden “, sagte Burghardt nach der Vertragsunterzeichnung. „Das Geschäft kann also weitergehen“, so Burghardt. „Die Verhandlungen mit Herrn Dr. Kehrel zum Erwerb des Unternehmens Petri + Lehr waren ausgesprochen fair, vertrauensvoll und zielstrebig.“

Gesonderte Lösung für Petri + Lehr

Meyra-Ortopedia (im vergangenen Jahr 413 Mitarbeiter und 70 Millionen Euro Umsatz) hatte im März 2013 einen Insolvenzantrag gestellt. Im September 2013 wurde bekannt, dass die Meyra-Unternehmensgruppe an die polnische Medort-Gruppe verkauft wurde (ROLLINGPLANET berichtete). Die Übergabe der Meyra-Unternehmensgruppe wurde zum 1. November 2013 vollzogen. Der neue Investor war mit Hilfe der auf Firmenverkäufe spezialisierten Mentor AG Minden aus Trier gefunden worden.

Im September 2013 hatte Burghardt bereits angedeutet, dass sich für den Geschäftsbereich Fahrzeugumrüstung von Petri + Lehr eine gesonderte Lösung abzeichnet. Unter dem Dach der Kehrel AG werden am Standort Dietzenbach 17 Mitarbeiter übernommen. Für 6 von Kündigung betroffene Mitarbeiter wurde für die Dauer von zwölf Monaten eine Transfergesellschaft eingerichtet. In dieser Zeit haben diese Mitarbeiter, wie es so schön heißt, „die Möglichkeit, sich bei Fortbestand ihres Gehalts weiterzubilden, um eine neue Anstellung zu finden.“

(PM)

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1 Kommentar

  • grisu

    Inwieweit wirkt sich das eigentlich auf Meyra-Österreich aus? Höre bei Nachfragen immer nur Floskeln wie“unsere Firma ist eigenständig, nicht von Deutschland abhängig“ aber wie soll das gehen? Bei uns wird doch sicher nicht alles autonom erzeugt, kann ich mir nicht vorstellen.

    Gehört Meyra.at jetzt auch der polnischen Firma und wie wirkt sich das auf Qualität aus-denn die Herstellung wird doch sicher nach Polen verlagert?

    13. Juni 2014 at 12:11

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