Nach Olympia-Aus: Was ARD und ZDF jetzt für die Paralympics planen

Und warum der Deutsche Behindertensportverband auf die öffentlich-rechtlichen Sender hofft.

ARD-Moderatorin Juliane Möcklinghoff präsentierte die Paralymics 2016 im Ersten. (Foto: Morris Mac Matzen/NDR/Das Erste)

ARD-Moderatorin Juliane Möcklinghoff präsentierte die Paralymics 2016 im Ersten. (Foto: Morris Mac Matzen/NDR/Das Erste)

Nach dem endgültigen Aus der Öffentlich-Rechtlichen für die kommenden Olympischen Spiele hoffen ARD und ZDF jetzt noch auf die Paralympics. Am Montag waren die Verhandlungen über Sublizenzen zwischen ARD/ZDF und Discovery gescheitert. Discovery hatte sich im Sommer des vergangenen Jahres überraschend die Rechte für den europäischen Markt von 2018 bis 2024 gesichert. Die Öffentlich-Rechtlichen werden von 2018 bis 2024 nicht live von Olympischen Spielen berichten. Das Discovery-Tochterunternehmen Eurosport wird nach eigenen Angaben in Deutschland exklusiv live Wettkämpfe übertragen.

Was geschieht nun mit den Paralympics im Fernsehen? „Das ZDF hat zusammen mit der ARD ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung der Berichterstattung von den Paralympics gegeben“, betonte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Die Rechte werden derzeit über die EBU verhandelt.“ ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky erklärte: „Dort haben wir ein Angebot abgegeben. Wir sind zuversichtlich, dass wir die Rechte, die ja nicht beim IOC liegen, auch bekommen.“ Einen Seitenhieb konnte sich Balkausky dabei nicht verkneifen: „Ich bin mir nicht sicher, ob Eurosport ein ernsthaftes Interesse an den Paralympics hat.“ Das Erste und das Zweite sind bisher auch die Paralympics-Sender auf dem deutschen TV-Markt.

DBS wünscht sich ARD/ZDF

Auf den Zuschlag für ARD und ZDF hofft auch Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Für den neuen Vertrag gibt es ihm zufolge noch keine Tendenz. „Das ist ein Schwebezustand.“ Beucher betonte: „Wir wünschen uns, dass es gelingt, die Rechte für die Paralympics an die öffentlich-rechtlichen Sender zu vergeben.“ Er begründet dies mit der Erfahrung und Expertise von ARD und ZDF bei den Übertragungen. Er habe bisher nur eine sehr begrenzte Erkenntnis gewinnen können, was die Fachkompetenz von Eurosport auf diesem Gebiet angehe.

Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender sendeten zuletzt von den Paralympics vom 7. bis 18. September in Rio de Janeiro etwa 60 Stunden live. Hinzu kamen Zusammenfassungen, ausführliche Streaming-Angebote sowie die Berichte der ARD-Hörfunkwellen. 2012 hatten ARD und ZDF in ähnlichem Live-Umfang von den Paralympics aus London berichtet. 2008 gab es etwa 30 Stunden live aus Peking zu sehen.

(RP/dpa)

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