Nach Petition gegen Rauswurf von Berliner Demenz-WG: Lösung in Sicht

Klärendes Gespräch zwischen Eigentümer und Verein „Freunde alter Menschen“.

Die 94-jährige demenzkranke Käthe wohnt mit 6 anderen – ebenfalls an Demenz erkrankten – alten Menschen in einem alten Fachwerk-Haus im Berliner Bezirk Steglitz. (Foto: Freunde alter Menschen e.V. - les petits frères des Pauvres)

Die 94-jährige demenzkranke Käthe wohnt mit 6 anderen – ebenfalls an Demenz erkrankten – alten Menschen in einem alten Fachwerk-Haus im Berliner Bezirk Steglitz. (Foto: Freunde alter Menschen e.V. – les petits frères des Pauvres)

Bei dem drohenden Rauswurf einer Demenz-WG in Berlin zeichnet sich eine Lösung ab – vermutlich auch aufgrund des öffentlichen Protests. Es habe ein klärendes Gespräch mit dem Eigentümer gegeben, sagte der Geschäftsführer des Vereins „Freunde alter Menschen“, Klaus Pawkletko. Der Verein hat die Wohnung für die Senioren gemietet. Der neue Eigentümer, die Esplanaden Berlin Holding A/S mit Sitz in Dänemark, hatte den Vertrag zuvor gekündigt – unter anderem weil der Verein nötige Instandsetzungen nicht getätigt habe. Zehntausende Menschen waren per Online-Petition gegen die Kündigung vorgegangen (ROLLINGPLANET berichtete: Kündigung einer Demenz-WG: Käthe soll weg).

In der Wohngemeinschaft leben derzeit sechs alte Menschen mit Demenz. Pawletko zufolge wurde ihnen aber nichts von der Entwicklung gesagt, um sie nicht zu beunruhigen. Der Eigentümer will demnach nun einen neuen Mietvertrag ausarbeiten. Die Kündigung ist bis Ende Dezember ausgesetzt. Der Geschäftsführer der deutschen Tochter der Holding, Niels Peter Nielsen, beteuerte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa: „Es wird nicht damit enden, dass einige alte Menschen auf der Straße stehen.“

(RP/mit Materialien von dpa)

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1 Kommentar

  • Stigmaman

    Wie wir alle wissen, ist das Leben nicht nur schwarz und weiss. Was dazwischen liegt und hinterher tatsächlich hinten raus kommt, ist interessant, und das bleibt ja erstmal mal abzuwarten. Ggf. kann man sich nämlich mit den zunächst gemachten öffentlichen Erklärungen, die „den Mob“ beruhigen sollen schon nach einigen Tagen und völlig getrost den Popo abputzen. Was wichtig wäre: dass im Sinne der Bewohner eine für beide Seiten tragbare Lösung gefunden wird, die dann auch eine Weile hält, damit die Bewohner eine Perspektive behalten.

    18. Oktober 2015 at 12:43

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