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DBS-Skandal: Paralympics-Siegerin Christiane Reppe nicht für WM gemeldet

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Rekord-Investment für myAbility +++ Neues Siegel für Diabetes-Apps +++ Schwerbehinderte Frau stirbt bei Feuer in Hamburg +++ Down-Syndrom in Island: 100%ige Tötungsrate +++ Blindenfußball-EM


TAGEBUCH
FREITAG, 25. AUGUST 2017

DBS verpennt WM-Anmeldung für Christiane Reppe – die Paralympics-Siegerin reagiert sensationell

Team Sopur-Manager Errol Marklein, Christiane Reppe,  Friedhelm Julius Beucher (vorne), Präsident des Deutschen Behindertensportverbands. (Archivfoto: Sunrise Medical)

Team Sopur-Manager Errol Marklein, Christiane Reppe, Friedhelm Julius Beucher (vorne), Präsident des Deutschen Behindertensportverbands. (Archivfoto: Sunrise Medical)

Christiane Reppe (30) konnte die Nachricht nicht fassen. Die Weltmeisterin im Handbike darf nicht an der am 31. August beginnenden WM in Südafrika teilnehmen, weil eine Sachbearbeiterin des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) einen Fehler beging. Die Folgen sind weitreichend, auch finanziell. Der DBS vergaß, Reppe für die Weltmeisterschaft zu melden.
Die DBS-Mitarbeiterin verschickte die Liste, auf der Reppe fehlte, ohne sie gegenchecken zu lassen. „Ich habe mit der Frau, die den Fehler gemacht hat, gesprochen. So ein Fehler darf nicht passieren, aber wir sind alle nur Menschen. Sie ist total fertig, ich mache ihr keine Vorwürfe“, sagt Reppe. Das Problem sieht sie eher auf der Funktionärsebene: Niemand hat die Liste, bevor sie an den UCI geschickt worden war, gegengelesen. Auch nicht der Bundestrainer. „Der Verband hat sich beim mir entschuldigt. Ich hoffe, dass alle daraus lernen.“ Welt

Social-Business

myAbility will dank Kapitalspritze kräftig expandieren

Gregor Demblin, seit seinem 18. Lebensjahr querschnittgelähmt, ist Gründer von myAbility. (Foto: myAbility)

Gregor Demblin, seit seinem 18. Lebensjahr querschnittgelähmt, ist Gründer von myAbility. (Foto: myAbility)

Das Wiener Social-Business myAbility hat die bisher größte Investmentrunde Österreichs im Social Business Startup Bereich abgeschlossen. Ein Konsortium von Investoren aus der Schweiz und Deutschland steigt mit einem sechsstelligen Betrag bei dem Unternehmen ein, um mit Wachstumskapital die Expansion in den gesamten deutschsprachigen Markt zu finanzieren. myAbility ist spezialisiert darauf, großen Unternehmen die Zielgruppe Menschen mit Behinderung als Mitarbeiter und als Kunden zu erschließen. Der Brutkasten

MITTWOCH, 23. AUGUST 2017
Gesundheit

Neues Siegel für Diabetes-Apps

Viele Menschen mit Diabetes lassen sich im Alltag von Smartphone-Apps wie Diabetes-Tagesbüchern oder Ernährungsplanern unterstützen. Bei der Auswahl soll ihnen ein neues Qualitätssiegel helfen, das die Deutsche Diabetes Gesellschaft mit anderen Organisationen vergibt. Vier Angebote haben es bereits erhalten. Weitere sollen folgen – hierfür sucht die „DiaDigital“-Gruppe noch Tester. Freiwillige können sich unter www.diadigital.de registrieren.
„Wir freuen uns sowohl über Anfänger als auch über Profis in der App-Nutzung“, erklärt Diana Droßel von der Dachorganisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Die technische Überprüfung der Anwendungen übernimmt das Zentrum für Telematik und Telemedizin in Bochum. (dpa/tmn)

DIENSTAG, 22. AUGUST 2017
Hamburg

Schwerbehinderte Frau stirbt bei Feuer

Eine 57 Jahre alte schwerbehinderte Frau ist am Dienstagmorgen bei einen Wohnungsbrand in Hamburg-Wilhelmsburg ums Leben gekommen. Das Feuer sei in der Dachgeschosswohnung des vierstöckigen Hauses ausgebrochen, teilte die Feuerwehr mit. Die Einsatzkräfte konnten die Frau, die alleine in der Wohnung war, nur noch tot bergen. Bei der Durchsuchung der Nachbarwohnungen stießen die Einsatzkräfte auf einen Bewohner, der sich eine Rauchvergiftung zugezogen hatte. Er kam in ein Krankenhaus. Die Polizei untersucht nun die Brandursache. (dpa/lno)

SONNTAG, 20. AUGUST 2017
Trisomie 21

Down-Syndrom in Island: 100%ige Tötungsrate

Vik i Myrdal in Island (Foto: Wikipedia/Bromr, CC BY-SA 3.0)

Vik i Myrdal in Island (Foto: Wikipedia/Bromr, CC BY-SA 3.0)

In Island werden inzwischen alle Kinder, die mit Down-Syndrom diagnostiziert werden, vor der Geburt getötet. Dies zeigt ein aktueller Bericht von CBS. Die Schauspielerin Patricia Heaton äußerte sich über die isländische Praxis entsetzt. Auf Twitter schreibt sie: „Island löscht das Down-Syndrom nicht aus. Sie töten nur jeden, der dies hat. Das ist ein großer Unterschied.“ Katholische Nachrichten

Meine Freiheit foltert mich

Eine Frau wird schwanger, ein Wunschkind. Doch dann bekommt es die Diagnose Trisomie 21, Down-Syndrom. Der Befund ist der Anfang eines Leidensweges, dessen Protokoll jetzt als Buch vorliegt. Am elften Dezember 2014 sagt Sandra Schulz den Tod ihrer Tochter ab. Marjas Tod. Vermutlich wäre Marja morgens gestorben, um 7.30 Uhr im fünften Stock eines Hauses, das in einer Einkaufsstraße liegt. Aber Sandra Schulz wollte nicht, dass ihr „Kind blutiger Abfall ist und unten die Menschen Weihnachtsgeschenke einkaufen. Ich wollte ein wenig Würde, für mich und mein totes Baby. Auch wenn es bedeutet, dass der letzte Termin für einen chirurgischen Abbruch nun verstrichen ist.“
Zu unserem Treffen hat Sandra Schulz Fotos von ihrer Tochter mitgebracht, Marja ist heute zwei Jahre alt. Stolz zeigt sie die Bilder. Man sieht ein sehr niedliches, blondes Mädchen, dass in die Kamera grinst. Marja tut, was Kinder so tun, sie tobt herum, sie planscht im Schwimmbecken, sie ist frech, turnt, geht in die Kita. Sie wirkt wie ein fröhliches Mädchen. Ein ganz normales Kind mit Down-Syndrom. Ein Kind mit einer Zukunft. Frankfurter Allgemeine Zeitung

SAMSTAG, 19. AUGUST 2017
Blindenfußball-EM

Nach Regen-Abbruch: Deutsche Blindenfußballer gewinnen EM-Auftaktspiel

Alican Pektas (l.) und Torwart Sebastian Themel von der deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft beim Training. (Foto: Maurizio Gambarini/dpa)

Alican Pektas (l.) und Torwart Sebastian Themel von der deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft beim Training. (Foto: Maurizio Gambarini/dpa)

Im zweiten Anlauf haben die deutschen Blindenfußballer ihr Auftaktspiel bei der Heim-EM in Berlin gewonnen. Nachdem die Partie gegen Italien am Freitagabend wegen starken Regens abgebrochen worden war, setzte sich der Gastgeber am Samstagmorgen mit 2:0 durch.
Die Tore hatten Taime Kuttig und Alexander Fangmann bereits am Freitag in der mit 2200 Zuschauern ausverkauften Arena am Anhalter Bahnhof für das Heimteam erzielt. „Über 2000 Zuschauer beim Auftakt sind sensationell“, sagte Teammanager Rolf Husmann. Deutschland ist erstmals Gastgeber einer Europameisterschaft. Insgesamt nehmen zehn Nationen an dem Turnier teil. (dpa)

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