Nachgehakt: Musste sich Maya Nakanishi wirklich ausziehen?

Die japanische Sprinterin erklärte ihren Erotikkalender damit, dass sie Geld für die Paralympics benötigt. ROLLINGPLANET-Recherchen lassen die Begründung zweifelhaft erscheinen.

Maya Nakanishi (Foto: Ochitakao)

Nackt zieht immer. So ist denn vor einigen Tagen auch diese Nachricht um die Welt gegangen: Eine japanische Behindertensportlerin macht sich nackt und einen Erotikkalender, um mit den Erlösen ihren Traum von den Paralympics zu finanzieren. Sie brauche Geld für Flug und Unterkunft sowie zwei neue Beinprothesen, wird die 26-Jährige zitiert. Auch ROLLINGPLANET berichtete: Sprinterin zieht sich aus, um zu den Paralympics zu kommen.

Zumindest was „Flug und Unterkunft“ anbelangt, dürfte die Begründung eher ein Feigenblatt sein. ROLLINGPLANET kann es ja ziemlich egal sein, wer sich wann und warum auszieht. Aber die Frage hat uns aus anderer Neugierde interessiert: Sind Behindertensportler tatsächlich gezwungen, so tief in die eigene Tasche zu greifen? Antwort: Nein. Wie das International Paralympic Committee (IPC) auf ROLLINGPLANET-Anfrage mitteilte, müssen die Teilnehmer der Paralympischen Spielen keinerlei Übernachtungs- und Verpflegungskosten bezahlen.

Alles für Otto Bock?

Zwar werden die Flugkosten nicht übernommen, allerdings erhalten die nationalen Paralympischen Kommiteees einen generellen Zuschuss vom Organisationskommittee London, der einen Teil dieser Kosten decken könnte. Insider gehen davon aus, dass dies auch im Falle von Maya Nakanishi gilt und ihre Reise vom Nationalen Paralympischen Kommittee Japan bezahlt wird.

Das bedeutet: Den erhofften Maximalgewinn aus dem Verkauf der Monatsblätter in Höhe von 84.000 Euro kann Maya Nakanishi voll und ganz in zwei neue schicke Prothesen für ihr rechtes, bis zum Knie amputiertes Bein investieren. Otto Bock – übernehmen Sie, schicken Sie Ihren Außendienstler oder die charmante Bettina Wulff. Bei dem zu erwartenden Umsatz ist sicherlich auch noch ein Flugticket für Christian („Der Buddhismus gehört zu Deutschland“) drin.

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2 Kommentare

  • Johnny Mustang

    Ja und jetzt? Was ist bitte die Aussage hier?

    Klingt meiner Meinung nach wie scheinheilige Neiderei im Sinne von
    „Sie profitiert von ihrer Behinderung um Geld zu machen.“.

    Viele nicht-behinderte Sportler machen’s genauso und werden dafür nicht verurteilt.

    Olympische Sportler finanzieren ihre Kleidung und Sportgeräte durch Investoren.
    In die Paralympics scheinen aber Weniger investieren zu wollen.
    Das macht Sportutensilien aber nicht billger und Spezialausrüstung wie Beinprothesen sind um einiges kostspieliger als Laufschuhe.
    Klar, dass sie sich die nicht mal eben so leisten kann.

    16. Dezember 2012 at 23:26
  • hansi wurst

    dann hat sie’s eben getan – ist doch sexy! wer kann der darf der soll der muss, oder so ähnlich. und wenn sie’s nur für sich tat, wen kümmert’s!

    4. September 2012 at 12:34

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