„Nachhaltige Entwicklungsziele erfreulich für Menschen mit Behinderungen“

Christoffel-Blindenmission sieht trotzdem weiteren Verbesserungsbedarf bei Post-2015-Agenda, zum Beispiel für behinderte Frauen und Mädchen.

Behinderte Frauen und Mädchen sind eine besonders benachteiligte Personengruppe (Foto: CBM)

Behinderte Frauen und Mädchen sind eine besonders benachteiligte Personengruppe (Foto: CBM)

Der jetzt vorliegende Entwurf der Post-2015-Agenda, den die Vereinten Nationen (UN) im September verabschieden wollen, zeigt nach Meinung der Christoffel-Blindenmission (CBM) ein grundsätzlich gutes Ergebnis für Menschen mit Behinderungen. „Inklusion von behinderten Menschen zieht sich wie ein roter Faden durch alle Teile der Agenda“, freut sich CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus: „Besonders positiv ist, dass die Menschenrechte als Basis des Handelns gelten und statistische Daten zur Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen gefordert werden.“

80 Prozent leben in Armut

Bereits in der Einleitung bekennt sich die Staatengemeinschaft dazu, bei der Umsetzung der Agenda vor allem auf die ärmsten und verletzlichsten Menschen auf der Welt zu achten. Dass zu ihnen insbesondere Menschen mit Behinderungen gehören, wird sogar begründet: 80 Prozent von ihnen leben in Armut.

In acht der 17 Entwicklungsziele sind die Bedürfnisse von behinderten Menschen in den jeweiligen Unterzielen thematisiert. Damit können sie in vielen Bereichen auf spezielle Unterstützung hoffen: Bei der Armutsbeseitigung, der Ernährungssicherung, bei Bildung, der Sanitärversorgung, bei Beschäftigung, Verringerung von Ungleichheit, der Katastrophenvorsorge und der öffentlichen Infrastruktur. Außerdem heißt es im Schlussteil, dass behinderte Menschen in die Umsetzung der Agenda einbezogen würden.

„Verbesserungen sind noch nötig“

Brockhaus bedauert allerdings, dass die UN bei den Themen Gesundheit und Geschlechtergerechtigkeit Menschen mit Behinderungen nicht ausdrücklich berücksichtigen: „Dabei sind das Themen, die besonders wichtig sind. Beim Thema Gesundheitsversorgung fehlt uns eine klare Aussage, dass diese auch für Menschen mit Behinderungen sicherzustellen ist.“

Zum anderen sind aus Sicht der CBM behinderte Frauen und Mädchen eine besonders benachteiligte Personengruppe, die gezielte Unterstützung brauchen. Ein entsprechender Hinweis fehlt jedoch in der Agenda. Brockhaus: „Die CBM wird bis zuletzt daran arbeiten, diese Verbesserungen zu erreichen. Diese Punkte sind zu folgenschwer, als dass man ihr Fehlen hinnehmen könnte.“

(PM)

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