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Sie ist die deutsche Überraschung: Anja Wicker gewinnt Biathlon-Silber

Nachrichtenticker Paralympics (Freitag, 14. März 2014): Schaffelhuber – viertes Gold! +++ Rothfuss holt Silber in der Super-Kombination +++ Winter-Paralympics auf Expansionskurs

Schaffelhuber holt vierte Goldmedaille

Skurriler Erfolg: Anna Schaffelhuber hat bei den Paralympics von Sotschi im vierten Wettbewerb ihre vierte Goldmedaille gewonnen. Die querschnittsgelähmte 21-Jährige siegte am Freitag in der Super-Kombination vor ihrer Teamkollegin Anna-Lena Forster. Nur die beiden wurden überhaupt gewertet, weil alle anderen Starterinnen zum abschließenden Super-G-Lauf entweder nicht angetreten waren oder nicht ins Ziel kamen. An den Vortagen hatte Schaffelhuber bereits die Abfahrt, den Super-G und den Slalom für sich entschieden. Am Sonntag darf die Monoskifahrerin im Riesenslalom sogar noch auf ihren fünften Triumph hoffen. Ausführlicher Bericht: Viertes Gold: Anna Schaffelhuber macht es wie Muhammad Ali (dpa)

Rothfuss holt Silber in der Super-Kombination

Andrea Rothfuss war die deutsche Fahnenträgerin ((Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Andrea Rothfuss war die deutsche Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Andrea Rothfuss hat bei den Paralympics von Sotschi nach ihrem Slalom-Triumph die Silbermedaille in der Super-Kombination gewonnen. Die 24-Jährige wurde am Freitag in der stehenden Klasse nach dem abschließenden Super-G-Lauf Gesamtzweite hinter der Französin Marie Bochet. Bereits nach dem ersten Teil der Super-Kombination am Dienstag – dem Slalom – hatte Rothfuss hinter Bochet gelegen. (dpa)

Zweite Medaille: Anja Wicker gewinnt Biathlon-Silber bei Paralympics

Anja Wicker ist eine der Überraschungen im deutschen Team (Foto: dpa)

Anja Wicker ist eine der Überraschungen im deutschen Team (Foto: dpa)

Anja Wicker hat bei den Paralympics in Sotschi nach Gold über 10 Kilometer ihre zweite Biathlon-Medaille gewonnen. Die Stuttgarterin sicherte sich am Freitag im Wettbewerb mit dem Ski-Schlitten über 12,5 Kilometer Silber. Nach fehlerfreiem Schießen lag sie gut 43 Sekunden hinter Siegerin Swetlana Konowalowa aus Russland. Dritte wurde die Ukrainerin Olena Jurkowska. Andrea Eskau kam nach zwei Schießfehlern auf den siebten Rang. Im Rennen der sitzenden Klasse bei den Männern über 15 Kilometer belegte Martin Fleig mit einem Schießfehler den achten Rang. Sieger wurde der Russe Roman Petuschkow, der sein fünftes Gold gewann. (dpa)

Winter-Paralympics auf Expansionskurs – Bob will 2022 dabei sein

Die Winter-Paralympics gehen auf Expansionskurs. Das mit gerade einmal fünf Sportarten übersichtliche Programm soll für die Weltspiele der Behinderten 2022 erweitert werden. Am Rande der Paralympics in Sotschi wurden Sledgehockey für Frauen und als ganz neue Sportart Bob als heiße Kandidaten genannt. Für 2018 im koreanischen Pyeongchang bleibt mit Ski alpin, Ski nordisch, Biathlon, Curling und Sledgehockey vorerst alles beim Alten. Lediglich die Anzahl der Entscheidung wird wohl von 72 auf 76 aufgestockt.

„Wir sind dabei zu prüfen, wie wir unser Programm für die Winter-Paralympics 2022 erweitern können“, sagte Craig Spence, Sprecher des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), in Sotschi. Für die Paralympics im russischen Schwarzmeerort ist Snowboardcross durch die Hintertür ins Programm gekommen. Weil vor Vergabe der Spiele die Sportarten feststehen müssen, werden die zwei Entscheidungen offiziell als alpine Disziplin ausgefahren. „Jetzt ist es Teil des alpinen Programms, könnte aber 2018 in Pyeongchang eine eigenständige Sportart werden“, erklärte Spence.

Unproblematisch ist die Aufnahme von Sledgehockey für Frauen, weil die Sportart bereits paralympisch ist. In Sotschi war es erstmals möglich, gemischte Teams aus Männern und Frauen aufzustellen. Davon hat jedoch kein Teilnehmer Gebrauch gemacht.

Anders ist die Situation beim Bob. Die Sportart steckt paralympisch noch in den Kinderschuhen, hat aber einen prominenten Fürsprecher. Der Schweizer Heinz Frei, 14-maliger Paralympicssieger in der Rollstuhl-Leichtathletik und mit dem Handbike, hat auf der Bahn im heimischen St. Moritz eine Probefahrt im Mono-Bob absolviert. „Ich weiß, dass viele Rollstuhlfahrer nach einem Kick suchen. Da gibt es keinen Unterschied zwischen Behinderten und Nichtbehinderten. Bob ist eine gute Chance für Menschen im Rollstuhl zu zeigen: Wir können das auch“, sagte der 56-Jährige.

Noch aber bleibt dem Bob-Weltverband FIBT manch knifflige Frage zu klären, bevor Bob oder auch Skeleton paralympisch werden. Wie schnell und gut ist die medizinische Versorgung bei Stürzen? Welche Behinderungen werden zugelassen? „Sie müssen noch an ihrem Klassifizierungssystem arbeiten und wir arbeiten mit ihnen zusammen, um das hinzubekommen“, meinte IPC-Sprecher Spence.

Die erste Hürde ist, dass Teams aus mindestens acht Ländern und zwei Kontinenten Wettkämpfe bestreiten müssen. Nach Aussage von David Kurtz, Mitglied im Ausschuss für Para-Bob und -Skeleton, sind derzeit elf Nationen mit 27 Teams aktiv.

„Der Internationale Bob- und Skeletonverband hat noch viele Herausforderungen zu meistern in seinem paralympischen Projekt. Wir müssen alle unsere Mitgliedsverbände ebenso ins Boot holen wie die nationalen paralympischen Komitees. Wir sind bestrebt, all diese Herausforderungen für die verschiedenen Behinderungen zu erfüllen, um sicherzustellen, dass alle Standards des IPC erfüllt werden“, erklärte Kurtz.

Nur noch bis nächstes Jahr hat der Verband dafür Zeit: Am 31. Juli 2015 werden die Winterspiele 2022 an Almaty (Kasachstan), Krakow (Polen), Lwow (Ukraine), Oslo (Norwegen) oder Peking (China) vergeben. (Martin Kloth und Michael Brehme/dpa)

Lösler bei Paralympics-Premiere von Snowboardcross weit zurück

Stefan LoeslerStefan Lösler (Foto: DBS) hat die Paralympics-Premiere im Snowboardcross chancenlos auf Platz 22 beendet. Der einzige deutsche Starter war am Freitag knapp 40 Sekunden langsamer als Goldmedaillengewinner Evan Strong (USA). Hinter dem Amerikaner landeten dessen Landsmänner Michael Shea und Keith Gabel auf den weiteren Podestplätzen.

„Man hat gesehen, mit welcher Geschwindigkeit die nicht so schwer Behinderten hier runter gefahren sind“, sagte Lösler. „Wir sind alle happy, dass es Snowboardcross endlich zu den Paralympics geschafft hat. Das war eine superschöne Veranstaltung.“

Als Oberschenkelamputierter bringt Lösler für den Snowboardsport eine schwerwiegendere Behinderung mit als beispielsweise Unterschenkelamputierte – deshalb hatte er von vorne herein keine Chancen auf eine vordere Platzierung gesehen. Einen Ausgleich durch Zeit- oder Punktgutschriften gibt es im Gegensatz zu anderen Paradisziplinen bei den Boardercrossern momentan noch nicht. (dpa)

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2 Kommentare

  • BorisChralieRaimund

    Sieht eher wie fünfzig aus, die Frau. Mal ehrlich, wenn außer mir keiner ins Ziel kommt, verdiene ich dann eine Goldmedialle?

    15. März 2014 at 16:21
  • Handbiker

    Ja! Wenn viele Starten und nur einer ins Ziel kommt, dann hat man sich die Goldmedallie verdient.

    17. März 2014 at 07:53

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