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Sotschi: Gold für Forster und Rothfuss

Nachrichtenticker Paralympics (Mittwoch, 12. März 2014): Eskau verliert Bronze am Grünen Tisch +++ Schaffelhuber disqualifiziert.

De Maizière: Absage von Paralympics-Besuch ist uns schwer gefallen

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bedauert, dass die Bundesregierung angesichts des Krim-Konflikts keinen Vertreter zu den Paralympics nach Sotschi schickt. „Diese Entscheidung ist uns schwer gefallen“, sagte de Maizière am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Bis zuletzt hatte sich das Innenressort offen gehalten, einen Staatssekretär zu den Spielen nach Russland zu schicken. Das ist nun aber vom Tisch.

„Es ist eigentlich selbstverständlich, dass die Bundesregierung bei den Olympischen Spielen mit den Sportlern zusammen ist“, sagte der Minister, der in der Regierung für den Sport zuständig ist. „Aber wegen der eher schwieriger als leichter werdenden Lage auf der Krim kommt das jetzt nicht in Frage.“

De Maizière informierte die Spitze des Deutschen Behindertensportverbandes in einem Brief über die Entscheidung und bat um Verständnis für den Beschluss. In dem Schreiben würdigte er die bisherigen Leistungen der deutschen Paralympics-Starter, die schon sechs Goldmedaillen erkämpft hätten. „Umso mehr bedaure ich, dass – anders als geplant – der Parlamentarische Staatssekretär Ole Schröder nicht nach Sotschi reisen wird, um die Sportwettbewerbe zu besuchen, mit den Sportlerinnen und Sportlern zusammen zu sein und um ihnen vor Ort die verdiente Anerkennung entgegen zu bringen“, sagte der Minister.

Auch die Regierungen der USA und Großbritanniens hatten wie die Niederlande und Österreich keine offizielle Vertreter zu den Paralympics entsandt.

De Maizière verteidigte in diesem Zusammenhang auch den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, gegen Kritik. Bei der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics hatte Bach am vergangenen Freitag auf der Ehrentribüne neben dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin gesessen. Die Bundesregierung und Politiker zahlreicher weiterer Länder sowie Angehörige von Königshäusern hatten dagegen auf ein Reise nach Sotschi verzichtet.

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth hatte Bach scharf attackiert (ROLLINGPLANET berichtete) und beklagt, dass dieser bei der Eröffnung der Paralympics mit Putin Champagner trinke, sei unerträglich. De Maizière wies das zurück. „Herr Bach und Herr Putin waren bei der Eröffnungsfeier. Das ist, meines Erachtens, nicht kritikwürdig“, sagte der Minister. „Was soll der IOC-Präsident machen? Er kann ja nicht der Eröffnungsfeier der eigenen Veranstaltung fernbleiben.“ (dpa)

Entscheidung über Anna Schaffelhuber-Disqualifikation erst am Donnerstag

Die Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Disqualifikation von Anna Schaffelhuber (siehe Nachrichten weiter unten) wird erst am Donnerstag fallen. Für 11.00 Uhr Ortszeit ist nach Angaben des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) in Sotschi eine Anhörung vor einem Gremium des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) angesetzt.

Dabei sollen auch Fernsehbilder vom vermeintlichen Regelverstoß der 21-Jährigen ausgewertet werden sollen. Die für Mittwoch angesetzte Medaillenzeremonie für die Klasse der sitzenden Slalomfahrerinnen verschiebt sich damit nach deutschen Angaben ebenfalls.

„Das ist eine nervliche Ausnahmesituation. Für mich ist das unverständlich“, klagte die querschnittsgelähmte Alpinspezialistin, die sich im „Rosa-Chutor“-Alpinzentrum bisher in glänzender Form präsentiert hatte. (dpa)

Nach Protest: Andrea Eskau verliert Bronze am Grünen Tisch

Andrea EskauAndrea Eskau (Foto: DBS) hat ihre Langlauf-Bronzemedaille bei den Winter-Paralympics in Sotschi am Grünen Tisch wieder verloren. Die Jury gab am Mittwoch einem Protest der russischen Mannschaft statt und setzte die 42-Jährige vom USC Magdeburg im Langlauf-Sprint über 1000 Meter auf Platz sechs zurück. Eskau hatte die viertplatzierte Russin Marta Sainullina kurz vor dem Ziel behindert. Die Jury wertete dies allerdings nicht als unsportliche Aktion der Deutschen.

Gold im Langlaufzentrum Laura hatte am Vormittag die Norwegerin Mariann Marthinsen vor der Amerikanerin Tatjana McFadden gewonnen.

Eskau, die querschnittsgelähmt ist, hatte schon Gold im Biathlon-Sprint erkämpft. Die nun „verlorene“ Bronzemedaille nahm sie sportlich fair. „Ich hatte mich mit dem dritten Platz nicht wohlgefühlt, weil ich weiß, das nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist“, gab sie zu. „Ich freue mich jetzt für Marta – sie hat es verdient.“ (dpa)

Verwirrung um Schaffelhuber

Andrea Rothfuss und Anna-Lena Forster haben bei den Paralympics in Sotschi die Goldmedaillen fünf und sechs für die deutsche Mannschaft gewonnen. Überschattet wurden die Slalom-Wettkämpfe der Alpin-Frauen am Mittwoch allerdings von der vorläufigen Disqualifikation Anna Schaffelhubers (wir berichteten in diesem Nachrichtenticker, siehe unten), die nach dem ersten Durchgang in der sitzenden Klasse geführt und damit beste Aussichten auf ihren dritten Triumph hatte.

Nach langen Verhandlungen setzte der Deutsche Behindertensportverband (DBS) immerhin durch, dass die 21-Jährige unter Vorbehalt doch noch ein zweites Mal die Piste herunterfahren durfte – für den Fall, dass einem erneuten deutschen Einspruch gegen die vorläufige Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) noch stattgegeben werden sollte.

Schaffelhuber wird nach Angaben des deutschen Teams vorgeworfen, im Startbereich unerlaubterweise zweimal mit den Ski-Stöcken angeschoben zu haben. Erlaubt sei nur aber nur ein Start aus dem Stand heraus. Nach DBS-Angaben protestierten die Österreicher sowohl gegen Schaffelhuber als auch gegen die nach Lauf eins regulär Zweitplatzierte Forster. Forster beließen die IPC-Offiziellen aber im Rennen.

„Das ist aus meiner Sicht unsportlich“, sagte Schaffelhuber zum Protest des gegnerischen Teams. Ihre letzte kleine Chance, vielleicht doch noch in die Wertung zu rutschen, wollte sie nicht kommentieren: „Da muss man jetzt abwarten.“ Eine Entscheidung sollte noch im Laufe des Tages fallen.“ (dpa)

Andrea Eskau gewinnt Bronze im Langlauf-Sprint

Andrea Eskau hat bei den Winter-Paralympics in Sotschi ihre zweite Medaille gewonnen. Die 42-Jährige vom USC Magdeburg wurde am Mittwoch Dritte im Langlauf-Sprint über 1000 Meter. Eskau, die querschnittsgelähmt ist, hatte schon Gold im Biathlon-Sprint erkämpft. Sie musste sich im Langlaufzentrum Laura diesmal nur der siegreichen Norwegerin Mariann Marthinsen und der Amerikanerin Tatjana McFadden geschlagen geben. (dpa)

Auch Forster gewinnt Paralympics-Goldmedaille im Slalom

Anna-Lena ForsterKurz nach Andrea Rothfuss in der stehenden Klasse hat im paralympischen Ski-Slalom auch Anna-Lena Forster (Foto: DBS) in der sitzenden Klasse die Goldmedaille gewonnen.

Die 18-Jährige siegte am Mittwoch bei heftigem Schneefall in Krasnaja Poljana vor der Kanadierin Kimberly Joines und Laurie Stephens (USA). (dpa)

Fünfte Goldmedaille für Deutschland

Andrea Rothfuss holte in Sotschi die fünfte deutsche Goldmedaille. (Foto: Julian Stratenschulte, dpa)

Andrea Rothfuss holte in Sotschi die fünfte deutsche Goldmedaille. (Foto: Julian Stratenschulte, dpa)

Skirennfahrerin Andrea Rothfuss hat bei den Paralympics von Sotschi im Slalom die Goldmedaille in der stehenden Klasse gewonnen. Die Fahnenträgerin des deutschen Teams setzte sich am Mittwoch überlegen vor der Russin Inga Medwedewa und der Slowakin Petra Smarzova durch.

In der Abfahrt und im Super-G war sie an den Vortagen noch ausgeschieden. Die 24-Jährige sicherte dem Deutschen Behindertensportverband damit die fünfte Goldmedaille bei den Sotschi-Spielen. (dpa)

Disqualifikation: Schaffelhuber im Paralympics-Slalom raus

Anna Schaffelhuber ist beim paralympischen Slalom-Rennen nach dem ersten Durchgang disqualifiziert worden. Der 21-Jährigen wurde am Mittwoch von einer anderen Nation vorgeworfen, im Startbereich angeschoben worden zu sein und damit eine unzulässige Hilfestellung erhalten zu haben. Die Jury habe diesem Protest stattgegeben, sagte Karl Quade, Chef de Mission des deutschen Teams, der Nachrichtenagentur dpa. Schaffelhuber hatte nach dem ersten Lauf geführt und beste Aussichten auf ihre dritte Goldmedaille bei den Sotschi-Spielen.(dpa)

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