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Nachrichtenticker Paralympics (Freitag, 7. März 2014): Stiller Protest geplant

Um 16.45 Uhr geht es los +++ Deutsche Sportler ohne Fähnchen? +++ Beten für den Frieden

Waleri Suskewitsch, Chef des ukrainischen Behindertensportverbandes (Foto: Sergei Chirikov)

Waleri Suskewitsch, Chef des ukrainischen Behindertensportverbandes (Foto: Sergei Chirikov)

16:38 Uhr… In wenigen Minuten geht es los

Von 16.45 bis 19.00 Uhr und von 19.25 bis 20.15 Uhr zeigt das ZDF die Eröffnungsfeier: Zum TV-Programm.

Stiller Protest: Deutsche bei Paralympics-Eröffnung ohne Fähnchen

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) will bei der Eröffnungsfeier der Paralympics in Sotschi am Freitagabend als Zeichen stillen Protests ohne Fähnchen einlaufen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa kurz vor der Zeremonie.

Demnach hatte das Team ursprünglich mit russischen und deutschen Fähnchen winken wollen. Präsident Friedhelm Julias Beucher wollte das nicht bestätigen, sagte aber über sein Team: „Das sind mündige Bürger.“ (dpa)

„Ich bete dafür: Die Paralympics können der Welt helfen, Frieden zu finden“

Waleri Suskewitsch, Präsident des ukrainischen Behindertensportverbandes, am Freitag kurz vor dem Paralympics-Start in Sotschi angesichts der Krim-Krise zwischen Russland und der Ukraine

Positive Doping-Probe bei italienischem Paralympics-Teilnehmer

Der italienische Paralympics-Teilnehmer Igor Stella ist positiv auf ein verbotenes Mittel getestet worden. Bei dem Sledgehockey-Spieler wurden bei einer unangekündigten Dopingprobe Spuren von anabolen Steroiden entdeckt. Nach Angaben des Italienischen Paralympischen Komitee (CIP) vom Freitag handelt es sich um den Wirkstoff Clobetasol. Die Substanz soll in einer Salbe enthalten sein, die Stella nach eigenen Angaben zur Behandlung von Wundliegegeschwüren benutzt hatte. Er wurde vorübergehend suspendiert und darf nicht an der Eröffnungsfeier in Sotschi am Abend teilnehmen.

„Ich habe mit ihm gesprochen, er hat gegenüber der Medizinkommission des Internationalen Paralympischen Komitees erklärt, dass er eine Salbe gegen Wundliegegeschwüre verwendet hat, ohne es innerhalb der in den Anti-Doping-Regeln vorgesehenen Zeit mitzuteilen“, sagte der italienische Chef de Mission Marco Giunio De Sanctis. Stella sei deshalb als Vorsichtsmaßnahme bis zur Öffnung der B-Probe suspendiert worden. Das Ergebnis soll nach CIP-Angaben innerhalb von 48 Stunden vorliegen.

Damit haben die Paralympics im russischen Sotschi schon vor der Eröffnungsfeier am Freitagabend ihren ersten Dopingfall. Die Substanzen waren bei Stella in einem unangekündigten Blut- und Urintest am Dienstag festgestellt worden. Der 23-Jährige, der mit einer Spina Bifida zur Welt kam, äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu dem positiven Test. Stella hatte mit dem italienischen Team bereits an den Paralympics in Vancouver vor vier Jahren teilgenommen. 2011 wurde der aus dem norditalienischen Varese stammende Athlet mit Italien Sledgehockey-Europameister. (dpa)

Ukraine tritt trotz Krim-Krise bei Paralympics in Sotschi an – und muss Sanktionen befürchten

Trotz der Krim-Krise tritt die ukrainische Mannschaft bei den Paralympics im russischen Sotschi an. Das verkündete Verbandspräsident Waleri Suskewitsch am Freitag wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier. „Ich hoffe, dass der Wunsch nach
Demokratie und Menschenrechten und nach Frieden erhöht wird“, sagte Suskewitsch auf einer Pressekonferenz. „Wir haben den Beschluss gefasst, die Fahne einer unabhängigen, souveränen Ukraine zu hissen.“ Allerdings machte der Chef der ukrainischen Delegation bei den Paralympics auch klar, dass im Fall eines Kriegsbeginns während der Spiele die Mannschaft Sotschi sofort verlassen werde.

Seit Tagen droht die Teamleitung des osteuropäischen Landes wegen des anhaltenden Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine um die Schwarzmeer-Halbinsel Krim mit der Abreise ihrer Sportler. Doch stattdessen entschieden sich die Ukrainer jetzt zum Bleiben. „Die Werte bei den Paralympics sind immer friedlich und mit dem Frieden verbunden. Wir erinnern uns immer daran, dass es währenddessen nie Kriegshandlungen gegeben hat und geben darf“, betonte Suskewitsch, dem am Donnerstagabend sogar noch ein halbstündiges Gespräch mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin gewährt worden war.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) reagierte erleichtert. „Wir sind begeistert von der ukrainischen Entscheidung. Wir wollen, dass der Sport im Mittelpunkt steht“, äußerte Präsident Philip Craven. Unabhängig davon drohen den Ukrainern allerdings Sanktionen durch das IPC. Es werde geprüft, ob Teammitglieder am Donnerstagabend bei ihrer offiziellen Willkommens-Zeremonie im Athletendorf in Krasnaja Poljana gegen die Charta der Spiele verstoßen hätten. Die Athleten hatten laut ihre Nationalhymne mitgesungen und angesichts der Krim-Krise mit Sprechchören („Frieden für die Ukraine“) auf sich aufmerksam gemacht.

„Wenn es ein politischer Protest gewesen sein sollte, wären wir enttäuscht“, sagte ein IPC-Sprecher, „hier in Sotschi soll der Sport und nicht die Politik im Vordergrund stehen“. Die Überprüfung sei noch nicht abgeschlossen.(Michael Brehme, Martin Kloth/ dpa)

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