Neckermann: Viele Schwerbehinderte vor dem Aus

Der insolvente Versandhändler kämpft ums Überleben – die Hoffnungen schwinden.

Protest bei einer Demonstration im Juli (Foto: dapd)

Nach zwei Monaten vorläufiger Insolvenzverwaltung steht es schlecht um Neckermann – und um seine Mitarbeiter. An eine Zukunft des Versandhändlers glaubt kaum noch einer: „Viele stehen vor dem Nichts“, berichtet der Betriebsrat der Logistiksparte, Thomas Schmidt, von der Betriebsversammlung.

Falls nicht noch ein Wunder geschieht, müssen sich die rund 2.000 Frankfurter Beschäftigten im kommenden Monat arbeitslos melden, denn dann das Insolvenz-Kurzarbeitergeld läuft aus. Auch das Call-Center in Heideloh in Sachsen-Anhalt ist betroffen.

Schwerbehinderte, Kranke, Menschen mit Sprachproblemen

Die Belegschaft in Frankfurt ist durchaus heterogen, meint Betriebsrat Schmidt. Um junge, flexible Web-Designer und IT-Spezialisten müsse sich niemand Sorgen machen, wohl aber um die knapp 600 Lagerhelfer mit zuletzt jeweils 1700 Euro brutto im Monat.

Sie sind im Schnitt 49 Jahre alt und mehr als 20 Jahre bei Neckermann. Unter ihnen gebe es viele Schwerbehinderte, Kranke und Menschen mit großen Sprachproblemen. „Wir müssen unbedingt verhindern, dass die alle in Hartz IV fallen. Das wäre eine soziale Katastrophe.“

(dpa)

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