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Neue App liefert Soundtrack für Bilder

Nicht nur für Menschen mit Sehbehinderung, sondern für alle: Die Agentur Publicis Pixelpark hat eine Smartphone-Anwendung entwickelt, mit der Inklusion in Social Media funktionieren soll.

Egal ob Facebook, Instagram oder Snapchat: Das digitale soziale Leben wird immer mehr von Bildern dominiert, die Texte ersetzen. Menschen mit Sehbehinderung werden so von diesen Kanälen weitestgehend ausgeschlossen. Die Agentur Publicis Pixelpark will das mit ihrer neuen Smartphone-App „FotoOto“ ändern und zeigen, dass „Inklusion auch in Social Media funktionieren kann“. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin gehört zur Publicis Groupe, die einer der drei weltweit größten Werbedienstleister ist.

FotoOto stattet Motive unmittelbar beim Fotografieren mit Zusatzinformationen aus. Eine integrierte Bilderkennung liest vor, was sich auf dem Bild befindet. Anschließend wandelt FotoOto die aufgenommenen Bilder in einzelne Töne und damit in Klangbilder um. Mit einem Klick lassen sich Audiokommentare oder der Umgebungssound zum Foto hinzufügen. „Diese besonderen Ergebnisse“, so Publicis Pixelpark, „ermöglichen Blinden und Sehbehinderten endlich, aktiv in sozialen Netzwerken mitzumachen. Weltweit können damit erstmalig etwa 325 Millionen Menschen – in Deutschland etwa 1,2 Millionen – ihre Emotionen, Momente und Erinnerungen festhalten und mit anderen teilen.“

„Eine Foto-App für alle“

Timm Weber ist Chief Creative Officer von Publicis Pixelpark. (Foto: Publicis Pixelpark)

Timm Weber ist Chief Creative Officer von Publicis Pixelpark. (Foto: Publicis Pixelpark)

Die Entwicklung der App dauerte den Angaben zufolge anderthalb Jahre. Publicis Pixelpark kooperierte dabei mit dem Tonstudio Not A Machine und den Klang-Experten von Futura Epsis 1 und Cargo Records. In Gesprächen und Workshops mit Blinden und Sehbehinderten habe man herausgefunden, welche Anwendungen und Funktionen den Umgang mit sozialen Netzwerken für Betroffene vereinfachen würden. Die App sollte, so die Idee und der selbstgestellte Auftrag, erstmals Bilder und Töne miteinander vereinen. So kam es auch zu dem Namen, der sich aus „Foto“ für das Bild und „Oto“ – entlehnt aus dem Japanischen – für den Ton zusammensetzt.

„Bisher werden die meisten Bilder und Videos im Social Web vorwiegend ohne Ton oder tonale Verständigungshilfe gepostet oder geteilt. Dadurch verpassen Blinde und Sehbehinderte einfach Vieles aus dem Leben von Freunden und Familie. Mit FotoOto wollten wir ein neues Tool schaffen, das einfach zu bedienen ist, Spaß macht und zum besseren Verständnis beiderseits beiträgt“,

kommentiert Timm Weber, Chief Creative Officer von Publicis Pixelpark, und betont: „In Wahrheit ist es aber keine Foto-App für Blinde. Es ist eine Foto-App für alle.“ Einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden soll FotoOto am 10. Mai 2017 bei der re:publica in Berlin.

FotoOto ist ab sofort kostenlos im App Store verfügbar. Nutzer können zwischen deutscher und englischer Sprache wählen. Alle weiteren Infos zur App und ihren Funktionen gibt es unter www.fotooto.de

(RP/PM)

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