Neue Bertelsmann-Studie: Inklusionsanteil in Deutschland wächst weiter

Trotz Fortschritts bemängeln die Forscher aber eine insgesamt unbefriedigende Situation für Kinder und Jugendliche mit Handicap.

Prof. Klaus Klemm gehört zu den Autoren der neuen Bertelsmann-Studie. (Foto: Universität Duisburg-Essen)

Prof. Klaus Klemm gehört zu den Autoren der neuen Bertelsmann-Studie. (Foto: Universität Duisburg-Essen)

Immer mehr Behinderte lernen gemeinsam mit anderen Kindern in Kitas und Schulen. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung steigt dieser sogenannte Inklusionsanteil weiter. Fast jedes dritte Kind mit Förderbedarf geht auf eine Regelschule. Im Schuljahr 2013/2014 lag die Quote bei 31,4 Prozent, 2008/2009 waren es nur rund 18 Prozent. Das ist ein Anstieg von über 70 Prozent.

Trotz dieses Fortschritts bemängeln die Bertelsmann-Forscher eine insgesamt unbefriedigende Situation für Kinder und Jugendliche mit Handicap. Der Schüleranteil an Förderschulen gehe demnach kaum zurück. Und bundesweit seien die Voraussetzungen in den Ländern für das gemeinsame Lernen von Behinderten und Nichtbehinderten zu unterschiedlich, rügen sie.

Inklusion in Realschulen und Gymnasien mangelhaft

Und: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer die Chancen auf Inklusion. Während in Kitas und Grundschulen die Inklusionsquoten bundesweit bei 67 und knapp 47 Prozent liegen, geht laut Studie nur knapp jeder Zehnte der 71.400 Schüler mit Förderbedarf auf eine Realschule oder aufs Gymnasium.

Für die Studie hat Forschungsleiter Prof. Klaus Klemm die aktuellsten Zahlen der Kultusministerkonferenz aus den Bundesländern für das Schuljahr 2013/14 ausgewertet und die Entwicklungen und Veränderungen der letzten Jahre analysiert. Klemm war bis zu seiner Emeritierung 2007 Professor für Bildungswissenschaften an der Uni Duisburg-Essen.

(dpa)

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