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Neue Recherchen ergeben: Bei Grünenthal waren NS-Ärzte tätig

Bei der Contergan-Herstellerfirma Grünenthal waren in den 50er und 60er Jahren offenbar mehrere Ärzte und Chemiker tätig, die während des Nationalsozialismus leitende Positionen innehatten.

Einigen von ihnen wurden später Experimente an KZ-Insassen wie Zwangsarbeitern vorgeworfen, etwa in Auschwitz und Sachsenhausen. Sie wurden deshalb nach dem Krieg zu Haftstrafen verurteilt. Dies ergaben Recherchen der WAZ (Dienstagausgabe).

Grünenthal, das in Stolberg bei Aachen beheimatete Pharmaunternehmen, hatte 1957 das Beruhigungsmittel Contergan auf den Markt gebracht, durch das weltweit rund 10.000 Babys behindert zur Welt kamen. Es war der größte Arzneimittelskandal in Deutschland. In Australien und den USA werden zurzeit Entschädigungsprozesse gegen Grünenthal vorbereitet.

Das Pharma-Unternehmen hat bis heute sein Firmenarchiv nicht zur Aufarbeitung des Skandals geöffnet, sieht auch keinen Anlass, etwaige Verbindung zu ehemaligen NS-Verbrechern zu beleuchten, da „unser Unternehmen erst in der Nachkriegszeit gegründet wurde“, so ein Sprecher von Grünenthal.

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Interview mit Michael Teupen von der Beratungsstelle für NS-Verfolgte. Der Geschäftsführer der Beratungsstelle und Stephan Nuding gehen der Frage nach, ob Contergan-Geschädigte Opfer des NS-Terrors sind. Grundlage sind die Dokumente und Quellen, die Stephan Nuding, selbst Contergan-geschädigt, in seinem Buch „Profit vor Menschenrecht – Die Geschichte des Conterganverbrechens vom Dritten Reich bis heute“ historisch dokumentiert hat und die von Experten und Kennern der Zusammenhänge mehrfach bestätigt wurden.

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