Neuer Down-Syndrom-Test: Die meisten Bundesländer kneifen

Umstrittener Bluttest (Foto: dapd)

Niemand will den umstrittenen vorgeburtlichen Bluttest verbieten – nur Niedersachsen will es sich überlegen.

Sachsen-Anhalt wird den umstrittenen vorgeburtlichen Bluttest auf das Down-Syndrom nicht verbieten. Wenn das Produkt der Firma LifeCodexx eine EU-Zulassung habe und auch in Deutschland in den Verkehr gebracht werden dürfe, wolle man auch nicht mit Hilfe des Landesrechts dagegen vorgehen, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Holger Paech, der Nachrichtenagentur dpa in Magdeburg.

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, hatte die Bundesländer dagegen aufgefordert, den Test zu verbieten. Er stützte sich darauf, dass der Test nach dem Medizinprodukte-Gesetz der Länder gestoppt werden könne.

Niedersachsen will Handhabe gegen den Test prüfen

Das niedersächsische Gesundheitsministeriums prüft hingegen, ob es eine Handhabe gegen den Test gibt. Sachsen hat sich nicht festgelegt. Das Land Berlin meint, die Genehmigung des Tests sei grundsätzlich nicht Ländersache.

Der „Praena-Test“ ermöglicht die Erkennung des Down-Syndroms ohne Eingriff in den Mutterleib. Der Sprecher des Magdeburger Ministeriums betonte, letztendlich sei es eine Gewissensentscheidung der Eltern, ob sie den Test nutzen. Die Untersuchung auf das Down-Syndrom sei außerdem auch schon mit einer Fruchtwasseruntersuchung möglich, der neue Bluttest ist aber weniger gefährlich als eine Fruchtblasenpunktion.

Der Bundesbehindertenbeauftragte Hüppe erklärte, es gehe um die Frage, ob mehr Eltern durch weitere Diagnosemöglichkeiten ein behindertes Kind abtreiben lassen würden. Er sprach von Selektion und einer „Rasterfahndung“ nach Menschen mit Behinderungen.

(dpa)

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